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Das Geheimnis der Menora von Davidson, Lionel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis der Menora

Ausgezeichnet mit dem 'Gold Dagger' - der renommiertesten literarischen Krimi-Auszeichnungen der Welt! Sie besteht aus massivem Gold und ist von unschätzbarem Wert. Doch seit fast zweitausend Jahren gilt die legendäre Menora, der große, siebenarmige Leuchter und das Sinnbild des Judentums, als verschollen. Bis eines Tages ein uraltes Schriftfragment auftaucht, das neue Hinweise auf den möglichen Fundort liefert. Von der israelischen Regierung beauftragt, macht sich der junge britische Archäologe Caspar Laing sofort auf die Suche nach dem Heiligtum. Aber er ist nicht der Einzige, denn eine Kopie der Schriftrolle ist in die Hände skrupelloser Jordanier gefallen, und auch sie wollen sich um jeden Preis in den Besitz des goldenen Leuchters bringen. Für Laing beginnt ein fieberhafter Wettlauf mit der Zeit...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 317
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305833
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1579 kBytes
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Das Geheimnis der Menora

1

Als ich ankam, war niemand da, niemand außer Birkett und seiner Frau, was ich als besondere Strafe empfand. Er aß Trauben und eine Selleriestange und unterbrach sich nicht, als er mich sah, sondern nickte nur und fuhr fort, langsam und bedächtig zu kauen. Er trug einen schwarzen Rollkragenpullover aus irgendeinem dünnen Material, wahrscheinlich Nylon, der ihm gemeinsam mit seinen eng zusammenstehenden Augen, von denen eines größer war als das andere, und den hohen, dämonisch wirkenden Wangenknochen das Aussehen eines verrückten alten Ballettänzers verlieh.

Seine Frau war am selben kleinen Eichentisch mit einer ähnlichen Mahlzeit beschäftigt gewesen; nun nahm sie ihren Teller hoch, sagte: "Entschuldigen Sie mich einen Moment", und verließ damit den Raum. Er kaute weiter und nickte, um anzudeuten, daß sein Mund bald leer sein würde, und so war es. Er beendete seine Mahlzeit nicht; er hatte nur den Mundvoll fertiggegessen und saß nun ganz unbeteiligt da.

Ich sagte: "Ich fürchte, ich komme zu früh."

Er widersprach mir nicht, sondern sah mich nur auf seine ernste, leicht überspannte Art an und sagte: "Dadurch haben wir die Gelegenheit, miteinander zu reden."

"Wir müssen Ihnen gratulieren", sagte seine Frau, die zurückkam, mit ihrem dünnen, verkniffenen Lächeln auf dem Gesicht.

"Natürlich", sagte Birkett würdevoll. "Das wollte ich schon seit längerem."

"Dr. Laing ist ein junger Mann, dessen man schwer habhaft wird. Iß zu Ende, Liebling. Sie trinken doch sicher einen Schluck, Dr. Laing?"

Dies war eher eine Feststellung als eine Frage, mit der sie auf ihre seltsam zweideutige Art auf ein paar meiner besonderen Charakterzüge anzuspielen schien, wie zum Beispiel Zügellosigkeit, Gier und Opportunismus.

Ich lehnte mich, bereits entnervt, zurück. Mir fiel auf, wie sie meine Schuhe betrachtete. Die Wildlederschuhe waren mir für die exzentrischen Leute, die heute abend hier zu erwarten waren, passend erschienen. Außerdem trug ich ein kariertes Flanellhemd und eine alte Tweedjacke; ganz der nüchterne Laing. Ich hätte nicht gewaltiger danebengreifen können, wenn ich in Frack und Zylinder erschienen wäre. Ihre Art von Nüchternheit war dermaßen ausgefeilt, daß alles andere, die Wildlederschuhe einbezogen, wie schrille Affektiertheit wirken mußte. Unter dem Tisch sah ich Birketts schmale, elegante Füße in schwarzen Turnschuhen in zweifellos entspannter Yoga-Stellung nebeneinanderstehen. Die Beine darüber steckten in gebleichten Jeans. Seine Frau trug ein Gymnastiktrikot, braune Strümpfe und Sandalen. Ihre massige Gestalt durchquerte in diesem Aufzug den Raum, brachte mir einen Drink und schaffte es gleichzeitig anzudeuten, es handele sich dabei um eine Art medizinische Notversorgung für jemanden, der ohne das Zeug nicht leben kann.

Sie gab mir ein Glas, das ungefähr zehn Zentiliter Whisky ohne Wasser oder Soda enthielt, nur die pure Substanz. Sie war wirklich ein ziemlich widerwärtiges Weib.

"Ich hoffe, Sie mögen ihn so."

"Danke sehr."

"Ich meine mich zu erinnern, daß Sie auch rauchen. Die Zigaretten sind möglicherweise etwas trocken. Bei uns finden sie keine Verwendung." Mit einer Porzellandose kam sie vom Büffet zurück.

"Dann ziehen sie besser durch."

"Ziehen besser durch", wiederholte sie und setzte sich mit verkniffenem, mißtrauischem Lächeln hin, während sie den Scherz auf Fallen und Doppelsinnigkeiten abklopfte. Ich zündete eine Zigarette an und beschloß, das Scherzen zu lassen. Hier war es gefährlich, Scherze zu machen. Es war gefährlich, überhaupt etwas zu sagen. Ich nippte am Whisky und spürte, wie ich nervös wurde; mein Schädel brummte noch leicht vom morgendlichen Kater.

"Sie machen eine turbulente Zeit durch, Dr. Laing."

"Nun, die Leute sind außerordentlich liebenswürdig."

"Zu Erfolgreichen ist man immer liebenswürdig."

"Da haben Sie sicher recht", sagte ich. Es war besser, das hier herv

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