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Das Geheimnis des Strandvogts Historischer Amrum Krimi von Streiter, Volker (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.08.2014
  • Verlag: Prolibris Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
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Das Geheimnis des Strandvogts

September 1845. Zwei Pferde ziehen einen Leiterwagen mit wenigen Fahrgästen durch das nebelverhangene Watt von Föhr nach Amrum. Beinahe wären sie an der Leiche von Busso Dahl, dem Postläufer, vorbeigefahren. Er wurde von einer Harpune getroffen, mit einer Axt erschlagen und mit Holzpfählen im Watt angepflockt. Auf dem Gespann befindet sich auch der Reiseschriftsteller Georg Kohl, der die Insel Amrum erforschen möchte. Doch der Anblick der Leiche im Watt lässt ihn nicht los. Und so versucht er mit Hilfe von Dina Martensen und dem Herumstreuner Nickels, den Mörder zu finden. Dabei stoßen sie auf eine alte Geschichte und ein dunkles Geheimnis und bringen sich selbst in Gefahr.

Der Autor unseres Alpenkrimis Fressen ihn die Raben und der Amrum Krimis Mörderische Nachsaison, Grab ohne Meerblick und Das Geheimnis des Strandvogts wurde 1961 im westfälischen Soest geboren. Nach seiner Ausbildung zum Polizisten durfte er in Köln seinen Dienst versehen. Die Domstadt wurde schnell zur Wahlheimat, über die er inzwischen auch einen Stadtführer geschrieben hat. Volker Streiter bezeichnet sich selbst als ständig hungrigen Bücherfresser, er wandert gerne und ist von der Bergwelt wie von den Friesischen Inseln gleichermaßen begeistert. Volker Streiter lebt und arbeitet natürlich in Köln, in seinem Gartenteich schwimmen sieben Goldfische.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 249
    Erscheinungsdatum: 04.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954751068
    Verlag: Prolibris Verlag
    Größe: 1242 kBytes
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Das Geheimnis des Strandvogts

Kaninchenfang

Dina schritt den sandigen Pfad westwärts aus Nebel heraus auf die Dünen zu. Nickels lief voraus, blickte sich aber immer wieder unsicher zu ihr um und wartete. An ihrem Arm trug sie einen Korb, an den Füßen Holzschuhe. Beidseitig des Weges lagen Weiden und Äcker in der Morgensonne, Schafe grasten und Krähen hüpften über die abgeernteten, stoppeligen Getreidefelder.

Nachdem Dina sich dazu durchgerungen hatte, diesen Dünen jungen eine Zeit lang bei sich aufzunehmen, hatte er sie durch seinen großen Hunger gleichermaßen beeindruckt, wie durch seine verwilderten Esssitten erschreckt. Die Morgensuppe aus warmer Ziegenmilch und eingeweichtem Haferschrot hatte er gierig und atemlos in sich hineingeschaufelt, wobei er den Holzlöffel krampfhaft in der Faust hielt.

So sehr er sich gefreut hatte, bei ihr unterzukommen, so laut zeterte er, als es darum ging, sich zu waschen. So suchte sie ihm erst eine Hose ihres Bruders samt Hemd und Jacke heraus, nachdem er sich vom schlimmsten Dreck befreit hatte. Murrend fügte er sich.

Dina rief Nickels etwas zu, dann machte das ungleiche Paar an einem schmalen Kartoffelfeld halt. Der Junge steckte nun in einfachen, aber sauberen Kleidern. Sie blickte an der hageren Statur hinunter auf die Holzschuhe an seinen bloßen Füßen. Er hatte darin deutlich mehr Platz als Steuermann Boy Jonas Martensen, dem die Schuhe gehörten. Trotzdem hoffte sie, dass Nickels sie benutzen und weniger dreckig ins Haus gehen würde.

"Wir wollen einige Kartoffeln sammeln, so langsam müssen sie aus der Erde." Dina reichte Nickels den Korb und zeigte auf die Reihen dunkelgrüner Pflanzen im sandigen Boden. Doch der Junge steckte seine Hände in die Hosentaschen und zog die Schultern hoch.

"Ach, Dina, ich würde viel lieber Kaninchen jagen. Drahtfallen hab ich schon aufgestellt, sogar ganz in der Nähe." Damit wies er den Pfad entlang auf die Dünenkette. "Ich muss nur gehen und nachsehen. Vielleicht hat sich ja ein Tier verfangen. Kannst du das mit den Kartoffeln nicht alleine machen?"

Dina setzte den Korb ab und stemmte die Fäuste in ihre Hüften. "Drück dich nicht vor allen Pflichten. Die Schlafstelle und eine Schüssel mit Essen wollen verdient sein. Ich hab auch keine Lust, jedes Mal mit dir darüber zu streiten. Entweder du begreifst das oder du musst deines Weges ziehen. Heute sammle ich alleine, aber wehe, du kommst ohne Karnickel heim." Nickels nickte heftig und trat unruhig auf der Stelle. "Also hau schon ab, geh jagen." Der Junge zog mit nervösen Fingern ein einfaches Klappmesser aus seiner Hosentasche, öffnete es und ließ prüfend den Daumen über die Schneide gleiten. Zufrieden nickend klappte er es wieder ein, steckte es zurück und lief in Richtung der Dünen, so gut ihm das in seinen zu großen Holzschuhen gelang.

Dina sah ihm kopfschüttelnd und doch lächelnd hinterher, griff ihren Korb und betrat das Kartoffelfeld. Der lockere Boden machte es ihr leicht, die Pflanzen samt ihren begehrten Wurzelknollen herauszureißen. Nur selten musste sie mit einer kleinen Handhacke nachhelfen. Immer wieder zog sie ihr Kopftuch aus der Stirn, das sie für die Feldarbeit mit der bestickten Haube getauscht hatte. Schneller als erwartet hatte sie genügend Kartoffeln vom Pflanzenstrunk getrennt und eingesammelt. Sie richtete sich leise stöhnend aus der gebückten Haltung auf, nahm ihre Tagesernte und ging mit steifen Bewegungen zurück zum Feldrand. Dor

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