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Das Geheimnis von Zimmer 3 Ein Fall für Inspector Morse 7 von Dexter, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2018
  • Verlag: Unionsverlag
eBook (ePUB)

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Das Geheimnis von Zimmer 3

Die Gäste des edlen Hotels Haworth freuen sich schon seit Wochen auf die gebuchten Ferien: Drei-Tage-Pauschalangebot über Silvester, Entertainment und Oxford-Führungen inklusive. Für den Höhepunkt, das große Kostümgaladinner, sind die Gäste bestens vorbereitet. Nicht wenige sind kaum wiederzuerkennen. Was der fröhlichen Gesellschaft zwischen Scrabbleturnieren, Cluedomarathons und bunten Cocktails allerdings entgeht, ist, dass sich die Anzahl der Gäste soeben verringert hat - einer der ihrigen liegt ermordet in Zimmer Nummer 3. Inspector Morse ermittelt in einem Fall, in dem jeder eine Maske zu tragen scheint. Colin Dexter (1930-2017) studierte Klassische Altertumswissenschaft und war erst als Oberstufenlehrer und anschließend als Prüfer an der Oxford-Universität tätig. 1973 schrieb er Der letzte Bus nach Woodstock. Es folgten dreizehn weitere Fälle für Inspector Morse, die als Fernsehserie verfilmt wurden. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mehrmals mit dem CWA Gold Dagger. Für sein Lebenswerk wurde Dexter mit dem CWA Diamond Dagger und dem Order of the British Empire für Verdienste um die Literatur ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 29.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293310308
    Verlag: Unionsverlag
    Größe: 2619 kBytes
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Das Geheimnis von Zimmer 3

3

Dezember

"Ich habe ein weiteres Jahr beendet", sprach Gott,
"In Grau, Grün, Weiß und Braun;
Ich habe das Blatt auf den Rasen gestreut,
Den Wurm in der Erde versiegelt,
Und die letzte Sonne herabgelassen."

Thomas Hardy, New Year's Eve

D ie von Bäumen gesäumte St. Giles' Street weist sich an vier oder fünf Stellen mit schweren, gusseisernen Schildern aus (weiße Lettern auf schwarzem Grund), die in Lucy's Gießerei im angrenzenden Stadtteil Jericho angefertigt worden sind. Der Apostroph am Ende des Namenszugs bedeutet vermutlich, dass Oxford glaubt, seinem Ruf als Gelehrtenstadt gerecht werden zu müssen, und es ist nur ein Glück, dass nicht auch noch die Autoritäten der Fakultät für Englisch ein Mitspracherecht haben, denn sie würden ganz sicher darauf bestehen, hyperkorrekt dem Apostroph noch ein weiteres "s" sowie einen zweiten Apostroph folgen zu lassen: St. Giles's' Street. Der Kreis derer, die mit dem Rat Fowlers bezüglich des Umgangs mit dem Genitiv vertraut sind, dürfte nicht allzu groß sein, und die Personen der nun folgenden Kapitel gehören ganz gewiss nicht dazu. Sie zählen, hält man sich an die gängige Oxforder Unterscheidung zwischen "Geist" und "Geld", ganz eindeutig zur letzteren Kategorie.

Die St. Giles' Street teilt sich an ihrem nördlichen Ende, dort, wo sich auf einem Rasendreieck ein Mahnmal zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege erhebt, nach links in die Woodstock, nach rechts in die Banbury Road. Folgt er dieser (an der Inspector Morse seit vielen Jahren lebt), so wird dem Besucher nach einigen Hundert Metern eine Reihe von Häusern auffallen, die alle im selben Stil gehalten sind, einem Stil, den man mit einigem Recht als venezianische Gotik beschreiben darf. Über Fenstern und Türen wölben sich Spitzbögen, und die Fenster selbst sind durch zwei, manchmal auch drei schmale Säulen unterteilt.

Die Häuser sind in den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts entworfen worden, und Ruskins Einfluss ist so deutlich zu spüren, dass man meint, er hätte den Architekten während ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. Dem Betrachter mögen sie mit ihren gelb-beigen Mauern und den purpurblauen Schieferdächern zunächst ein wenig streng und humorlos erscheinen, doch wird er sein Urteil bei genauerem Hinsehen revidieren müssen: Die eingefügten Reihen orangefarbener Steine mildern den sakralen Eindruck, und die Wiederkehr der Spitzbögen als flächiges Ornament in Orange und Purpur tut sein Übriges, das Ganze aufzulockern.

Geht man weiter, so erblickt man, Park Town rechter Hand hinter sich lassend, eine Anzahl Villen aus rotem Backstein, die - besonders nach den anfangs eher abweisend wirkenden Fassaden der venezianischen Gotik - sofort anheimelnd wirken. Die Dächer sind mit roten Ziegeln gedeckt, und bei fast allen sind die Fenster freundlich weiß umrahmt. Die Architekten, mittlerweile fünfzehn Jahre älter und überdies endlich aus dem Schatten Ruskins getreten, hatten es nun wieder gewagt, Fenster zu entwerfen, deren Sturz in einer schlichten Horizontalen bestand. Und so lassen sich nun, auf nicht einmal einem Kilometer, in dichter Nachbarschaft zueinander, die steingewordenen Zeugnisse zweier sehr unterschiedlicher Architekturrichtungen entdecken, entstanden zu einer Zeit, als die ersten Professoren aus der damals noch klösterlichen Universität auszogen, um zu heiraten und eine Familie zu gründen. In ihren geräumigen Villen waren bald Scharen weiblicher Bediensteter beschäftigt, angefangen beim Stubenmädchen bis hinunter zur Küchenmagd. Die Bebauung rechts und links der Woodstock und der Banbury Road schritt in nördlicher Richtung stadtauswärts unaufhörlich voran, und der Ausdehnungsprozess war anhand der jährlich neu entstehenden Villen beinahe ebenso exakt zu erkennen wie das Wachstum eines gefällten und zersägten Baumes an seinen Jahresringen.

Ziemlich genau zwischen den b

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