text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Gift deiner Lügen Psychothriller von Blackhurst, Jenny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Gift deiner Lügen

Als Erica Spencer bei einer Nachbarschaftsparty tödlich verunglückt, ist das ein Schock für die Menschen in dem idyllischen Vorort Severn Oaks. Ein Jahr später ruft ein rätselhafter Podcast unheilvolle Erinnerungen wach: Unter dem Titel Der Mord an Erica Spencer postet jemand anonym wöchentlich neue Folgen seiner makabren Sendung, in der er hinter die scheinbar makellosen Fassaden des Ortes blickt. Seine Absicht: Er will den Mörder von Erica entlarven - und ruft ihn dabei erneut auf den Plan ...

Jenny Blackhurst ist seit frühester Jugend ein großer Fan von Spannungsliteratur. Die Idee für einen eigenen Roman entwickelte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes; inzwischen ist sie eine erfolgreiche Autorin, deren Thriller in mehreren Sprachen erscheinen und alle zu SPIEGEL-Bestsellern wurden. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Shropshire, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 364
    Erscheinungsdatum: 30.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732586189
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Someone Is Lying
    Größe: 1887 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Gift deiner Lügen

13

Mirandas Begeisterung über ihre beinharte, aggressive Reaktion hielt vor, bis sie am Ende der Straße angelangt war, dann hielt sie an und sackte über dem Lenkrad zusammen. Was zum Teufel war da gerade passiert? Warum hatte Cynthia ihr ins Gesicht gelogen? Warum wollte sie nicht, dass Charity mit ihrer Tochter spielte?

Oder, genauer gesagt, warum wollte sie nicht, dass Miranda zu ihr nach Hause kam? Denn darum war es doch bei der kleinen Szene eben gegangen. Die Alpha-Mutter, die nahtlos Ericas Platz eingenommen hatte - nun, jeder wusste, auf wen sich das bezog. Auf gar keinen Fall würde sie noch einmal zu den Elcocks fahren, obwohl sie gerade so vehement darauf bestanden hatte. Alex würde eben nach der Arbeit herfahren und Charity abholen müssen, vorausgesetzt, er musste nicht wieder länger arbeiten. Ihre Wangen brannten beim Gedanken an Felicitys selbstgefällige Miene und ihre Andeutungen, Alex mache vielleicht gar keine Überstunden, wenn er erst gegen acht heimkam. Sie wusste, was alle über ihren Mann dachten, den Spaßvogel mit dem spitzbübischen Lächeln, der gern mal einen Blick riskierte. Wenn es ein Severn-Oaks-Jahrbuch gäbe, wäre Alex' Name unter der Rubrik »derjenige, der am wahrscheinlichsten seine Frau betrügen wird« zu finden. Und doch hatte sie nie auch nur den kleinsten Hinweis auf irgendeinen Fehltritt gefunden, obwohl sie sein Handy, seine Mails und jedes Foto in seiner Cloud überprüft hatte. Einmal hatte sie ein Smartphone im Garderobenraum versteckt gefunden und es unter Tränen stundenlang aufgeladen, bloß um später festzustellen, dass es ein altes Handy war, dass sie selbst Logan vor etwa drei Jahren gegeben hatte, damit er darauf Spiele spielen konnte.

*

Severn Oaks bestand hauptsächlich aus großen Einfamilienhäusern mit vier Schlafzimmern. Ganz hinten auf dem Areal gab es einige Reihenhäuser mit drei Schlafzimmern, aber da von den Bewohnern keiner Kinder hatte ... oder hatten die Leute aus Nr. 6 seit Neuestem ein Baby? Miranda hatte keine Ahnung. Erica hatte immer Willkommensbesuche gemacht, sie hätte es gewusst. Sie hätte auch den Namen und das Geburtsdatum des Babys gewusst. Und dann gab es natürlich noch Karlas und Marcus' Villa mit den fünf Schlafzimmern mittendrin, umgeben von einem riesigen Garten mit der Eiche, in der früher das inzwischen verrufene Baumhaus gewesen war. Vom Tor aus gesehen wohnten Miranda und Alex im dritten Haus links, von wo aus man die Häuser von Erica, Mary-Beth und Felicity sowie das Tor perfekt im Blick hatte. Miranda hatte oft gedacht, wie gern Erica ihren Beobachtungsposten gehabt hätte, auch wenn das Haus der Spencers etwas erhöht am Hang lag und man daher wunderbar auf die übrigen Häuser und ihre Bewohner herunterblicken konnte. Damit ich dich besser sehen kann. Doch nun war es Miranda, die das Kommen und Gehen am besten im Blick hatte, und so sah sie auch, wie Karla und Felicity nach Severn Oaks zurückkehrten, mit getrennten Autos, aber zur selben Zeit. Miranda sah sie in Karlas endlose Einfahrt einbiegen, dann verschwanden sie aus ihrer Sicht. Allerdings malte sie sich aus, wie die beiden in Karlas hochmoderne Küche gingen und sich einen Wein einschenkten, am Frühstückstresen saßen und Käsehäppchen aßen, während sie tratschten.

Miranda sehnte sich nach einer solchen Freundschaft, aber sie hatte nie eine Frau kennengelernt, mit der sie sich so gut verstanden hätte. Mary-Beth hatte Erica - tja, das war vorbei. Sie hatte gehofft, dass sie und Mary-Beth sich vielleicht anfreunden würden, jetzt, wo sie genauso einsam war wie Miranda. Sie hatten vieles gemeinsam, Kinder im selben Alter, Männer, die gern mal anderen Frauen hinterhersahen oder auch mehr. Doch Mary-Beth war nicht an einem Ersatz für Erica interessiert gewesen. In den letzten zehn Monaten hatte sie sich eigentlich überhaupt ziemlich zurückgezogen. Es war fast, als gäbe sie ihnen die Schuld an Ericas Tod, bloß weil sie an dem Aben

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen