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Das goldene Schwein Bonus-Story von Brackston, P. J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Das goldene Schwein

Fräulein Gretels allererster Fall. Gerstenstadt, Bayern, 1776. Gerade als Gretel es sich in einem flauschigen Sessel bequem machen will, stürmt ihr Bruder Hans - ein Trunkenbold, der Seinesgleichen sucht - mit dem neusten Tratsch zur Haustür herein: Eine kleine, stadtbekannte Kette ist am Hals der falschen Frau entdeckt worden, was auf dem Markt für ein großes Gegackere gesorgt hat. Schnell ist ein Sündenbock gefunden, der an den Pranger gestellt werden soll. Doch Gretel kann die unerbittliche Zuckrigkeit der Klatschweiber von Gerstenstadt nicht trügen, und so macht sie sich auf den Weg, um die Wahrheit ans Licht zu bringen! In der Kurzgeschichte 'Das goldene Schwein' wird Fräulein Gretel zur Auftragsdetektivin - einem Charakter, den P.J. Brackston in ihren Romanen 'Es war einmal ein Mord', 'Nürnberger Frösche' und 'Die wankelmütige Meerjungfrau' mit ihrem Bruder Hans die schönsten Kriminalfälle lösen lässt. In diesem E-Book finden Sie außerdem eine XXL-Leseprobe zum ersten großen Fall 'Es war einmal ein Mord' von P.J. Brackston.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 24
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732520886
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1810 kBytes
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Das goldene Schwein

G retel verlagerte ihr nicht unbeträchtliches Gewicht und korrigierte minuziös ihre Haltung, sodass sie den Rundungen ihres geliebten Sofas den maximalen Genuss entringen konnte. Sie war der festen Überzeugung, dass man nie genug Kissen haben konnte, wenn sie nur von der rechten Güte waren. Gerade, als sie unter imaginären Schäfchenwolken über eine See des Schlummers trieb, auf einem Floß, zur Gänze erbaut aus diesen sehr flauschigen, sehr eleganten, sehr kostspieligen, sehr kissigen Kissen, beförderte die zuschlagende Haustür sie zurück in die Wirklichkeit.

"Daheim, Schwester mein!", verkündete Hans auf dem Weg zur Küche. "Lebensmittel erworben, und, wie ich hinzufügen möchte, unter nicht geringer Mühe und unter Gefahr für Leib und Leben."

"Du warst zum Einkaufen auf dem Gesternstädter Wochenmarkt, Hans, nicht auf Pirschjagd im Schwarzwald."

"Gewöhnlich ein Ort sanfter Rempeleien und nachbarschaftlicher Jovialität, zugegeben. Gewöhnlich! " Er stand auf der Schwelle zum Wohnzimmer und hielt sein Fleischpaket fest umklammert.

Gretel seufzte. Sie stand nun vor der Wahl: schweigen und warten in der Hoffnung, dass Hans seine Reise in die Küche fortsetzen und sich der Speisezubereitung widmen würde; oder das Spiel mitspielen und die Frage stellen, die ihm unweigerlich eine ausschweifende Geschichte entlocken würde, auf die sie gut verzichten konnte. Sie erfasste den erwartungsvollen Ausdruck auf seinem Gesicht und die sonderbar ausbalancierte Körperhaltung - eine beachtliche Leistung in Anbetracht seines Formats - und wusste, die Wahrheit war, dass sie in dieser Angelegenheit gar keine Wahl hatte.

"Also schön", sagte sie, "erzähl mir, was dafür verantwortlich zeichnet, dass der Markt heute nicht gewöhnlich war."

"Willst du es wirklich wissen?"

"Gewiss, darum frage ich."

"Ja, schon, aber ich weiß, was du von Tratsch hältst."

"Das solltest du auch. Ich habe meine Ansichten in diesem Punkt zu zahllosen Gelegenheiten kundgetan. Tratsch ist die Zuflucht der Gelangweilten und der Dummen; der Zeitvertreib der Schwachköpfe und der Engherzigen, und ich werde ihn unter meinem Dach nicht dulden."

"Die Sache ist die, Gretel, Tratsch ist das Epizentrum der heutigen Ereignisse. Der Kern der Sache. Wie das Eis in einer Bombe Surprise . Oder das Lamm in Lamm en croute . Oder die Erdbeermarmelade in einem Donut. Oder ..."

Gretel schloss die Augen. "Hans, erzähl mir doch einfach, was passiert ist."

"Tja, du wirst es nicht glauben. Skandal! Verbotene Liebe! Einbruch! Namen beschmutzt. Leben zerschmettert."

"Die Fakten, Hans. Halt dich an die Fakten. Namen. Daten. Orte. Dinge, die tatsächlich passiert sind."

Hans zögerte. Gretel schlug die Augen wieder auf und sah, wie seine Miene sich von einem Ausdruck der Skepsis auf den Weg zur Ratlosigkeit begab, eine Weile unentschlossen von hier nach dort schwankte, um schließlich hin- und hergerissen zu verharren. "Die Sache ist die", setzte er vorsichtig an, "wenn ich dir all das erzähle, Namen, Daten und wasnichtalles, na ja, wäre das dann nicht Tratsch? Würde ich dann nicht tratschen? Und wenn ich das mit dir mache, würdest du dann nicht auch tratschen?"

"Nun gut, du darfst die Anonymität der Beteiligten wahren. Auf diese Weise kann uns niemand nachsagen, wir würden uns in einer leichtfertigen und niederträchtigen Konversation, basierend auf Hörensagen, ergehen, anders ausgedrückt, in Tratsch. Also, Frau X, Herr Y und so weiter."

"Ooh, das hört sich an wie ein Code! Und recht hast du, lass mich sehen, also, Frau X hat ihren Gatten, Herrn X, ertappt, der eine klammheimliche Poussage mit Fräulein Y unterhält."

"So weit, so langweilig."

"Da ist noch mehr. Herr X streitet alles ab ..."

"Wie nicht anders zu erwarten."

"Ebenso wie Fräulein Y, aber Frau X hat Beweise."

"Tatsächlich?"

"Gerade an diesem Morgen auf besagt

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