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Das Grab unter Zedern Leon Ritters vierter Fall von Eyssen, Remy (eBook)

  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Das Grab unter Zedern

Die gefährlichen Geheimnisse der Insel Porquerolles der vierte Fall für Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter

Zu Beginn der Sommersaison wird ein vermeintlicher Kindermörder aus dem Gefängnis entlassen. Das Berufungsgericht in Toulon hat ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ganz Le Lavandou steht Kopf. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird ein Toter am Strand gefunden. Der Mörder scheint klar zu sein, aber Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter glaubt nicht an die einfache Variante. Seine Nachforschungen führen ihn auf die idyllische Insel Porquerolles. Tiefer und tiefer gräbt er sich in die Geschichte der Inselbewohner, aber seine Nachforschungen gefallen nicht allen. Denn alles deutet daraufhin, dass der Täter von damals dabei ist, weitere Verbrechen zu begehen. Doch niemand will ihm glauben...



Remy Eyssen (Jahrgang 1955), geboren in Frankfurt am Main, arbeitete als Redakteur u.a. bei der Münchner Abendzeitung. Anfang der 90er Jahre entstanden die ersten Drehbücher. Bis heute folgen zahlreiche TV-Serien und Filme für alle großen deutschen Fernsehsender im Genre Krimi und Thriller. Mit seiner Krimireihe um den Gerichtsmediziner Leon Ritter begeistert er die Leserinnen und Leser und landet regelmäßig auf der Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843717281
    Verlag: Ullstein
    Serie: Ullstein Taschenbuch 28907
    Größe: 3031 kBytes
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Das Grab unter Zedern

2. Kapitel

Isabelle stand am Fenster ihres Büros und genoss ihren ersten Schluck aus dem Cappuccino-Becher, den sie sich gerade am Automaten der Polizeistation geholt hatte. Dies würde wahrscheinlich der einzige entspannte Augenblick des Tages sein und sie wollte ihn genießen. Der Blick auf den Hinterhof der Gendarmerie Nationale war alles andere als aufregend, und ihr Büro wirkte eher schlicht. An der Wand eine Karte der Region und auf dem Tisch zwei Fotos in Holzrahmen. Eines von ihrer Tochter Lilou und ein zweites, auf dem sie zusammen mit ihrer Tochter und Leon zu sehen war. Dieser Raum war vielleicht nicht besonders repräsentativ, aber Isabelle liebte ihn, es war ihr Büro. Auf dem Messingschild an der Tür stand ihr Name, Isabelle Morell, und darunter in Großbuchstaben »Stellvertretende Polizeichefin«. Und das war wirklich etwas Besonderes. Sie war die erste Frau, die es in der einhundertjährigen Geschichte des Ortes auf diese Position geschafft hatte.

In diesem Moment hielt ein Streifenwagen im Hof der Polizeistation. Der Beamte öffnete die hintere Tür und eine Frau schob sich von der Rückbank. Isabelle erkannte die Besucherin sofort. Sie wurde nicht zum ersten Mal auf die Wache gebracht. Und heute war Markttag.

Pilar war knapp 1,55 Meter groß und recht mollig um die Hüften. Das verlieh der energischen Frau die Form eines Brummkreisels, bei dem man ständig darauf wartete, dass er jeden Moment aus dem Gleichgewicht geraten müsste. Aber Pilar bewegte sich mit geradezu tänzerischer Anmut. Sie behauptete, 45 Jahre alt zu sein, aber jeder in der Gendarmerie wusste, dass sie mindestens 15 Jahre älter war. Mit den schwarzen Haaren, den blauen Augen und der dunklen Gesichtsfarbe, die ihre Fältchen verschwinden ließ, konnte sie durchaus als Endvierzigerin durchgehen. Pilar bezeichnete sich selber als »Zigeunerin« und gab als Geburtsort Sainte-Maries_de-la-Mer an. Aber Isabelle wusste, dass sie aus einer Romafamilie in Rumänien stammte und der Vater Bürstenmacher in Bukarest war. In jedem Fall war Pilar eine anstrengende Person.

Isabelle packte schnell ihre Unterlagen zusammen. In wenigen Minuten sollte die Besprechung beginnen, bei der sie unbedingt dabei sein wollte. Sie schaltete ihr Telefon zur Zentrale um und griff nach ihrem Block, als es klopfte, die Tür aufging und ein nordafrikanisch aussehender Polizist hereinspähte.

»Was gibt's, Moma?«, fragte Isabelle.

»Pilar«, sagte der Mann und schaute mit genervtem Augenaufschlag zur Decke. »Sie sagt, sie will nur mit dir reden.«

»Ich hab jetzt wirklich keine Zeit. Frag jemand von der Bereitschaft. Ich muss in die Konferenz.«

»Ich auch«, sagte Moma und sein Gesichtsausdruck sagte: Bitte, lass mich mit der Verrückten nicht alleine!

In diesem Moment drängte sich Pilar an Moma vorbei in das Büro. Als sie Isabelle sah, hob sie wie in tiefer Verzweiflung beide Arme und setzte einen tragischen Blick auf.

»Was habe ich getan? Mutter Gottes, was habe ich getan ...?«

»Ich muss los«, unterbrach Isabelle die Frau, ohne das Theater zu beachten. Sie deutete auf Moma. »Reden Sie mit Lieutenant Kadir.«

»Lassen Sie mich nicht allein mit diesem Pharisäer, Madame Commandante«, rief Pilar, als stände die Apokalypse bevor.

»Ich bin nur Capitaine«, sagte Isabelle ungerührt.

»Sie hat mal wieder ihren Kram ohne Genehmigung auf dem Markt verkauft.«

»Warum Genehmigung? Brauche ich Genehmigung zum Atmen, brauche ich Genehmigung zum Leben? Sie müssen helfen!«

Isabelle sah, wie Moma unauffällig das Zimmer verließ.

»Ich habe jetzt eine Besprechung.«

»Ich habe ihn wieder gesehen!«

»Wen haben Sie gesehen?«

»Den weißen Riesen«, sagte Pilar mit in die Ferne gerichtetem Blick. »Auf der Insel. Den Erzengel Gabriel, mit seiner Fee.«

Isabelle sah Pilar in die Augen. »Ich verstehe. Und der Erzengel hat Ihnen gesagt,

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