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Das Labyrinth Roman von Eklund, Sigge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2015
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Das Labyrinth

¯Es ist unm"glich, dieses Buch aus der Hand zu legen.® SVENSKA DAGBLADET Martin und sa Horn sind so sehr mit sich selbst besch"ftigt, dass f r ihre elfj"hrige Tochter Magda kaum Aufmerksamkeit brig bleibt. Als Magda pl"tzlich vermisst wird und der Verdacht die Eltern trifft, begeben sie sich auf eine nervenaufreibende Spurensuche - ebenso wie Tom, Martins loyaler Kollege, und die Schulkrankenschwester Katja, die vor Magdas Verschwinden Narben und blaue Flecken am K"rper des M"dchens entdeckt hatte. Vier unzuverl"ssige Erz"hlerstimmen entf hren den Leser in ein Labyrinth aus Schuldbekenntnissen und Indizien. Immer neue Irrwege tun sich auf, bis am Schluss eine berraschende Entdeckung wartet ... Sigge Eklund, 1974 geboren, ist in Schweden vor allem als Blogger, Webjournalist und Fernsehproduzent bekannt und hat sich nicht zuletzt durch seinen preisgekr"nten Podcast mit Axel Schulman einen Namen gemacht. Das Labyrinth

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 20.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832188399
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Originaltitel: In i labyrinten
    Größe: 2632 kBytes
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Das Labyrinth

Åsa

Dezember 2010 - Januar 2011

Sie kann sich nicht mehr an den Traum erinnern, aber irgendetwas bringt sie dazu, sich von der Couch zu erheben, auf der sie offenbar eingeschlafen ist. Sie kommt an der Schlafzimmertür vorbei und hört Martins gleichmäßige Atemzüge. Vorsichtig schleicht sie die Treppe hinunter, um ihn nicht zu wecken, und schlüpft, ohne sich noch etwas anderes überzuziehen, in den Mantel.

Es ist nasskalt in dieser Dezembernacht, und als sie über das Grundstück zur Straße läuft, hat sie das Gefühl, durch eisiges Wasser zu waten. Wie immer geht sie hoch in den Wald, stellt sich hinter die Bäume, damit sie nicht zu sehen ist, und atmet tief ein. Die zwischen ihr und dem Haus schwebenden Schneeflocken scheinen in der Luft stillzustehen.

Von diesem Ort hat sie einen unverstellten Blick auf das Haus und das Restaurant. Dieses Mal kommt sie dem Zustand ganz nah, und es überläuft sie ein Schauer, der ihr wieder bewusst macht, wie es als Kind war, Angst vor der Dunkelheit zu haben.

Dutzende Male hat sie diesen Ort schon aufgesucht, um sich auszumalen, was er gedacht und gefühlt haben mag, doch als es ihr nun endlich gelingt - und sie merkt, dass er in ihr ist -, bekommt sie Panik und flüchtet sich unter eine Straßenlaterne. Steht einen Moment in ihrem Schein, um Kraft zu tanken, geht dann wieder zurück. Jetzt ist es besser. Wieder nähert sie sich dem Zustand. Sie stellt sich vor, es wäre 21.30 Uhr am dritten Mai 2010 und sie stünde an seiner Stelle.

Eigentlich gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass er ausgerechnet hier gestanden hat; aber es wäre ein guter Platz für jemanden, der zugleich das Haus, das Restaurant und die Rasenfläche dazwischen überblicken wollte.

Sie schließt die Augen und spürt, wie ihn das Jagdfieber erfasst; die Beute ist im Haus, bald wird sie ihm gehören, gleich ist es an der Zeit, zuzuschlagen. Langsam geht sie den Hang hinunter, ganz vorsichtig, um nicht gesehen zu werden, und macht sich mit allen Sinnen bewusst, was er in diesem Moment empfunden haben könnte.

Doch dann passiert etwas. Sie verliert den Kontakt zu ihm, er hat sie verlassen. Es geschieht wie immer an derselben Stelle.

Sie ist daran gewöhnt und denkt nicht weiter darüber nach. Beschließt, mit ihrer Aufgabe fortzufahren, sie kann nicht anders, muss sich bewegen, und so folgt sie der Straße zum Brommaplan, biegt in den Wald ab und spielt diverse Theorien durch, mit denen sie sich in den letzten Tagen beschäftigt hat, um zu beurteilen, ob sie plausibel sind. Sie ist so tief in Gedanken versunken, dass sie zunächst gar nicht bemerkt, wie weit sie gegangen ist, ganz bis zu dem Hügel mit dem Labyrinth aus Kieselsteinen, das im Mondschein glänzt.

Jetzt hält sie inne und sieht auf das Meer von Einfamilienhäusern unter sich und den sternklaren Himmel darüber. Nimmt die würzige Mischung aus Waldluft und kaltem Schnee wahr, hört in der Ferne den an- und abschwellenden Verkehrslärm von der Durchgangsstraße, betrachtet den stummen Mond über den Bäumen und hält die Stille nur schwer aus. Irgendwo da unten liegt die Antwort, und diese einfache Feststellung ist unerträglich.

Sie dreht sich um und geht nach Hause. Als sie am Restaurant vorbeikommt, kneift sie die Augen zusammen, um es nicht sehen zu müssen.

Als sie heimkommt, ist Martin wach. Halbnackt und bemüht kontrolliert sitzt er im dunklen Wohnzimmer, wie ein besorgter Vater, der auf die Heimkehr seines Kindes wartet.

Ihr fällt auf, wie dicht sein Bart geworden ist.

Sie setzt sich ihm gegenüber auf die Couch, knipst die Stehlampe an und wartet auf seine Vorwürfe. Da kommen sie schon; wie erwartet, will Martin wieder einmal durchdiskutieren, inwiefern es "gesund" von ihr sei, sich des Nachts draußen so herumzutreiben.

Sein Ausbruch hebt wie gewöhnlich ihre Stimmung; dass sie überha

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