text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Lachen des Clowns von Gold, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2015
  • Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
eBook (ePUB)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Lachen des Clowns

Montag früh um vier, ganz Basel begrüsst mit dem Morgestraich die Fasnacht. Kein Thema für Kommissär Francesco Ferrari, der sich zu Hause die Decke über den Kopf zieht, während seine Assistentin Nadine Kupfer inmitten unzähliger Zuschauer den Beginn der drei schönsten Tage geniesst. Unmittelbar nach dem Auftakt geschieht das Unfassbare - am Rümelinsplatz begeht ein Kostümierter einen Mord. Und es kommt noch schlimmer, denn die Tote ist die Tochter von Big Georg, dem Chef der Fahndung. Handelt es sich um eine lang geplante Einzeltat oder um den ersten tödlichen Schlag in einer grausamen Mordserie, die Panik auslösen wird? Ein Wettrennen mit der Zeit beginnt, um das Schreckensszenario zu verhindern. Anne Gold ist das Pseudonym von zwei Basler Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 27.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783724521013
    Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
    Größe: 2214 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Lachen des Clowns

1. Kapitel

Aus der Hard drangen Trommel- und Pfeifenklänge. Trotz Dauerregen, der die Waldwege in einen Morast verwandelt hatte, liessen einige Fasnachtscliquen keinen Abend aus, um sich mit Marschübungen den letzten Schliff für die Fasnacht zu geben. Nur noch ein, zwei Tage, dann ist dieser Spuk endlich vorbei, dachte Kommissär Francesco Ferrari, der absolut gar nichts damit anfangen konnte. Puma, die schwarze Nachbarskatze, kratzte an der Balkontür. Einem lieb gewonnenen Ritual folgend, erhob sich Ferrari und liess sie hinein. Mit herzzerreissendem Miauen streifte die Katze um seine Beine und begann sofort zu schnurren, als ihr der Kommissär über den Kopf strich.

"Puh! Du bist ja total nass."

Ferrari holte aus dem Badezimmer ein Handtuch und rieb die Katze trocken, sie schien es sichtlich zu geniessen. Von Minute zu Minute verstärkte sich der Regen. Da werden wohl auch die letzten unbeirrbaren Fasnächtler ihre Übung abbrechen. Gut so. Tja, alles hat seine zwei Seiten. Der Kommissär nahm sein Rotweinglas und prostete in Richtung Waldrand. Seit dem Vogel Gryff rannten sie Tag für Tag wie die Verrückten durch den Wald und jetzt, kurz vor dem Morgestraich, liefen die Vorbereitungen natürlich auf Hochtouren. Gedankenverloren schüttelte er den Kopf. Diese Welt wird sich mir nie öffnen. Als Sohn einer genialen Schnitzelbanggsängerin und eines Tambours, der im Keller neue Märsche kreierte, floh er seit Jahren mit seiner Partnerin Monika und deren Tochter Nikki in die Berge. Die Natur und die Ruhe taten einfach gut. Was gab es Schöneres? Ein Schmunzeln umspielte Ferraris Lippen. Schon als Binggis hatte ihn niemand dazu gebracht, in eine Clique einzutreten, um im Vortrab mit zu marschieren und unzählige Fasnachtszettel zu verteilen. So verbrachte der kleine Francesco wohl oder übel diese drei Tage bei den Grosseltern, die ihn trotz gewaltigem Terror gnadenlos an den Cortège schleppten. Widerstand war zwecklos! Vom Donnerstag an war die Welt dann wieder einigermassen in Ordnung. Mutter Martha krächzte zwar noch einige Tage vor sich hin, zumal sie bereits nach dem ersten Abend die Stimme verloren hatte, während sich Vater Herbert schlicht vom einen oder anderen zu viel genehmigten Glas Wein und den zig Kilometern in den Knochen erholen musste. Spätestens am Wochenende waren alle Blessuren wie durch ein Wunder verschwunden. Und so stimmten sich die beiden beim traditionellen vom Schweizer Fernsehen produzierten Querschnitt ganz nach dem Motto "Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht" bestens gelaunt aufs kommende Jahr ein. Nur eine Sache wurmte seinen Vater immer wieder von Neuem, auch wenn er sich nichts anmerken liess. Die beste Fasnachtsclique aller Zeiten, selbstverständlich seine, wurde von diesen ignoranten Fernsehmachern aus Leutschenbach boykottiert. Die verstanden einfach nichts von der Basler Fasnacht! Mutter sass derweil schmunzelnd neben ihm und verkniff sich jegliche Bemerkung, zumal sie seit Jahren Stammgast in der Sendung war. Die Welt war und blieb nun einmal ungerecht. Doch mit der Zeit wurde dem heranwachsenden Francesco auch klar, weshalb es in diesem speziellen Fall so war. Bei aller Liebe zum Detail und allem Engagement während des ganzen Jahrs blieb sein Vater Mittelmass. Seine Mutter hingegen war ein Schnitzelbanggstar, die nach ihrem Rücktritt nur so mit Ehrungen überhäuft wurde. Die "Basler Zeitung" widmete ihr sogar vier Sonderseiten und zitierte ihre besten Pointen. Vermutlich hat es mit charakterlicher Stärke zu tun, wenn ein Mensch im richtigen Moment zurücktritt. Diese Eigenschaft war Ferraris Vater nicht gegeben. Selbst als er den Zenit überschritten hatte und seine Kameraden sich längst in die Alte Garde verzogen hatten, marschierte er unverdrossen mit der Stammclique mit. Aus Respekt gegenüber dem alten Mann, der viel für die Clique geleistet hatte, hielten sich die Jungen bedeckt. Doch eines Tages kam es zum Eklat. Als Herbert Ferrari total erschöpft bei den M

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen