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Das letzte Allegretto Krimi von Gablé, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das letzte Allegretto

Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Magnus Wohlfahrt die Leitung des Familienunternehmens. Doch schon bald kommt er dubiosen Machenschaften auf die Spur: Sein Vater war keineswegs ein sauberer Geschäftsmann, sondern hat mit der Drogenmafia zusammengearbeitet. Musste er dafür mit dem Leben bezahlen? Magnus weigert sich, weiterhin Drogengeld zu waschen, doch damit macht er sich übermächtige Feinde. Als die seinen Bruder ins Visier nehmen, beschließt Magnus, die Flucht nach vorn anzutreten. Ein tödliches Spiel beginnt, in dem er entweder gewinnt - oder alles verliert ... Weitere Krimis der Spiegel-Bestsellerautorin Rebecca Gablé: Jagdfieber Die Farben des Chamäleons Das Floriansprinzip Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war. Bevor sie mit ihren historischen Romanen die Bestsellerlisten stürmte, schrieb sie vier Kriminalromane, die nun erstmals als eBook veröffentlicht wurden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 01.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732535453
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1665 kBytes
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Das letzte Allegretto

1

S ie würden ihn nicht kriegen. Nie und nimmer. So, wie er sich fühlte, hätte er Carl Lewis über hundert Meter auf einem Bein hüpfend geschlagen. Das Blut rauschte beinah gemächlich durch seine Adern, er konnte fast spüren, wie es durch die geweiteten Gefäße pulsierte.

Er lief, aber er rannte noch nicht. Sein Schritt war leicht und gleichmäßig, 'flink' war das Wort, das ihm in den Sinn kam, flink wie ein Hase. Er überquerte die Straßenbahnschienen, während die Jäger noch über den dunklen, verwaisten Parkplatz des Einkaufszentrums stolperten. Vielleicht hatte er sie mit seinem hasengleichen Zickzackkurs verwirrt. Möglicherweise hatte er sie schon abgehängt. Er lachte lautlos, nicht viel mehr als ein Lächeln und ein kurzer Wechsel in seinem Atemrhythmus. Dann pumpte er wieder Luft in seine Lungen, in langen, gleichmäßigen Zügen.

Er hörte ihr Getrampel, als sie hinter ihm zur Parkplatzausfahrt kamen. Ihre Schritte erschienen ihm unglaublich laut und polternd. Er lief ein Stück die Schienen entlang und überquerte dann die Straße.

"Warte doch mal, Taco!", brüllte einer der Jäger. Er klang kurzatmig, frustriert, ein bisschen ängstlich vielleicht. "Wir wollen doch nur reden!"

Oh, klar doch, klar doch. Wenn du reden willst, warum rufst du mich nicht an, Sackgesicht? Was kann so wichtig sein, dass es unbedingt hier und jetzt sein muss, um halb drei an einem eiskalten, nebligen Montagmorgen? Nein, ich kann nicht so richtig dran glauben, dass du mit mir reden willst, dachte Taco. Aber er sparte seinen Atem. Sein Vorsprung war nicht groß genug, um auch nur einen Meter zu verschenken, indem er zurücksah.

Er kam an die Bahnunterführung. Ein Zug donnerte über seinen Kopf hinweg und übertönte das Elefantengetrampel seiner Verfolger. Wohin jetzt? Weiter die Straße entlang? Nichts rührte sich hier um diese Zeit. Die Fenster der geistlosen Nachkriegshäuser waren alle dunkel, kein Mensch auf der Straße, und nur in der Ferne ab und zu ein Auto. Er fasste einen schnellen Entschluss, wandte sich nach rechts und lief in die funzelig beleuchtete Halle des kleinen S-Bahnhofs. Der Kiosk und der Blumenladen waren natürlich geschlossen. Ein Penner saß neben der Aufzugtür an der Wand, seine blaue Wollmütze tief ins Gesicht gezogen. Er schlief, und er wachte auch nicht auf, als Taco pfeilschnell an ihm vorbei die Treppe hinaufschoss. Eine breite, graue Bahnsteigtreppe. Dreißig Stufen. Vierzig höchstens. Er nahm je zwei auf einmal, und als er auf dem Bahnsteig ankam, spürte er den ersten, verräterischen Stich in der Seite. Er weigerte sich, ihn zur Kenntnis zu nehmen. Eine schummrige, flackernde Leuchtstoffröhre beleuchtete den Fahrkartenautomaten. Sie war die einzige Lichtquelle.

Er hörte Schritte auf der Treppe, sprang auf die Gleise und lief tief geduckt Richtung Güterbahnhof. Der Schotter knirschte unter seinen Schuhen, und er versuchte, nur auf die Schwellen zu treten. Er sprang von Schwelle zu Schwelle, immer noch leichtfüßig. Kein Hase mehr, überlegte er, eine Antilope. Die Stiche in seiner Seite verschlimmerten sich, und er hatte angefangen, durch den Mund zu atmen. Die kalte Nachtluft tat ihm in der Kehle weh.

Hinter ihm knirschte Schotter. Sie waren ihm immer noch auf den Fersen. Dichter als vorher, hätte man meinen können, aber das hielt er für ausgeschlossen. Unmöglich, dass irgendwer ihn einholen konnte. Trotz der Seitenstiche war er nicht langsamer geworden. Im Gegenteil, wenn's sein musste, konnte er sogar noch einen Schritt zulegen.

Er legte einen Schritt zu.

Sieben oder acht Lastwagen standen nebeneinander, unförmige, große Schatten, nicht nachtblau, sondern tiefschwarz. Er lief daran entlang und kam zu zwei langen Reihen von Containern, zwischen denen eine schmale Gasse lag. Er taumelte jetzt leicht, fühlte sich ein bisschen schwindelig und streifte im Laufen mit der rechten Hand über die gewellten Containerwände. An welchen Ort der Welt

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