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Das letzte Revier Ein Kay-Scarpetta-Roman von Cornwell, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2012
  • Verlag: Hoffmann und Campe
eBook (ePUB)
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Das letzte Revier

Schnee und Kälte versprechen weiße Weihnachten in Richmond. Doch Kay Scarpetta hat andere Sorgen. Erst vor wenigen Stunden dem Serienmörder Jean Baptiste Chandonne entkommen, sieht sich die engagierte Gerichtsmedizinerin von Virginia auf einmal selbst unter Mordverdacht. In der Allianz ihrer Gegner spielt, neben den altvertrauten Neidern, pikanterweise eine kürzliche Bekanntschaft aus Paris eine Rolle: Interpol-Agent Jay Telly. Kein zweites Mal wird Scarpetta dem Charme des aalglatten Power-Players erliegen. Eine Unbekannte in der Gleichung ist die New Yorker Spitzen-Ermittlerin Jaime Berger. Auf wessen Seite die Karrieristin steht, wird sich herausstellen. Zwei weitere Tote und eine plötzlich aufgetauchte Akte aus dem persönlichen Besitz ihres ermordeten Lebensgefährten Benton Wesley sorgen dafür, dass Kays Weihnachten zum düstersten ihres Lebens wird. Allmählich beginnt sie zu begreifen, dass ihr jüngster Fall nur die Spitze eines Eisbergs war.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 477
    Erscheinungsdatum: 01.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455810905
    Verlag: Hoffmann und Campe
    Serie: Krimi/Thriller Bd.11
    Größe: 882 kBytes
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Das letzte Revier

Prolog
Nach der Tat
Die angeschlagenen Farben der kalten Dämmerung lösen sich in vollkommener Dunkelheit auf, und ich bin dankbar, dass die Vorhänge in meinem Schlafzimmer schwer genug sind, um auch die leiseste Andeutung meiner Silhouette zu verschlucken, während ich herumgehe und packe. Das Leben könnte nicht bizarrer sein, als es im Augenblick ist.
"Ich möchte einen Drink", sage ich, als ich eine Kommodenschublade aufziehe. "Ich möchte ein Feuer im Kamin machen, was trinken und Pasta kochen. Gelbe und grüne Bandnudeln, Paprika, Wurst. Le pappardelle del cantunzein . Ich wollte schon lange ein Freisemester nehmen, nach Italien gehen und richtig Italienisch sprechen lernen. Nicht nur die Namen von Gerichten. Oder vielleicht auch Frankreich. Ich werde nach Frankreich gehen. Warum nicht?", füge ich einerseits hilflos, andererseits wütend hinzu. "Ich könnte problemlos in Paris leben." Das ist meine Art, Virginia und alles, was dazugehört, in Bausch und Bogen von mir zu weisen.
Captain Pete Marino steht in meinem Schlafzimmer wie ein dicker Leuchtturm, seine riesigen Hände stecken in den Taschen seiner Jeans. Er fragt gar nicht erst, ob er mir beim Packen des Kleidersacks und der Taschen helfen kann, die offen auf dem Bett liegen. Er kennt mich gut genug, um nicht einmal einen Gedanken daran zu verschwenden. Marino mag aussehen wie ein Prolet, reden wie ein Prolet, sich verhalten wie ein Prolet, aber er ist schlau wie ein Fuchs, sensibel und höchst aufmerksam. In diesem Moment zum Beispiel hat er eine schlichte Tatsache vor Augen: Vor noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden schlich ein Mann namens Jean-Baptiste Chandonne im Vollmond durch den Schnee und verschaffte sich mit einem Trick Einlass in mein Haus. Ich war bereits bis ins letzte Detail vertraut mit Chandonnes Modus Operandi, deswegen kann ich mir haargenau ausmalen, was er mit mir angestellt hätte, wenn es dazu gekommen wäre. Aber bislang bin ich nicht in der Lage, mir anatomisch korrekt vorzustellen, wie meine eigene, grausam misshandelte Leiche ausgesehen hätte, dabei könnte niemand so etwas besser beschreiben als ich. Ich bin Gerichtsmedizinerin mit einem juristischen Abschluss und Chief Medical Examiner des Staates Virginia. Ich habe die beiden Frauen seziert, die Chandonne vor kurzem hier in Richmond umgebracht hat, und kenne die Akten von sieben weiteren, die er in Paris ermordet hat.
Leichter fällt es mir zu beschreiben, was er seinen Opfern angetan hat: Er hat sie auf brutalste Weise geschlagen, sie in Brüste, Hände und Füße gebissen, mit ihrem Blut gespielt. Er benutzt nicht immer die gleiche Waffe. Letzte Nacht war es eine spezielle Art von Maurerhammer. Das Werkzeug sieht in etwa so aus wie ein Pickel. Ich weiß, wie man damit einen menschlichen Körper zurichten kann, weil Chandonne mit einem Maurerhammer – demselben vermutlich – sein zweites Opfer in Richmond umgebracht hat, die Polizistin Diane Bray, vor zwei Tagen, am Donnerstag.
"Was ist heute für ein Tag?", frage ich Captain Marino. "Samstag, oder?"
"Ja. Samstag."
"Der 18 . Dezember. In einer Woche ist Weihnachten. Schöne Feiertage."
Ich öffne eine Tasche des Kleidersacks.
Er beobachtet mich wie jemanden, dessen Verhalten jeden Augenblick ins Irrationale kippen könnte, in seinen blutunterlaufenen Augen spiegelt sich ein Argwohn, der mein ganzes Haus durchdringt. Misstrauen ist mit Händen zu fassen. Ich schmecke es wie Staub. Ich rieche es wie Ozon. Ich spüre es wie Feuchtigkeit. Das Zischen von Autoreifen auf der nassen Straße, der Missklang von Schritten, Stimmen und Funksprüchen klingt wie disharmonischer

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