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Das Morpheus-Gen Wenn du schläfst, bist du tot von Rode, Tibor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Morpheus-Gen

Für den New Yorker Anwalt David Berger gerät die Welt aus den Fugen: Seit Nächten kann er nicht schlafen, sondern bleibt rund um die Uhr wach. Kurz darauf werden seine Freundin und sein bester Freund ermordet, und für die Polizei steht fest, dass er der Täter ist. Unterstützung auf der Flucht erhält David von der jungen Archäologin Nina, die aus unbekannten Gründen seine Nähe sucht. David wird bald klar: Das, was ihm bislang den Schlaf geraubt hat, kann ihn das Leben kosten. Er ahnt nicht, dass sich hinter seiner plötzlichen Schlaflosigkeit eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Menschheit verbirgt ...

Tibor Rode, 1974 in Hamburg geboren, studierte Rechtswissenschaften und arbeitete als Journalist. Heute ist er als Anwalt für Wirtschafts- und IT-Recht tätig und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Tibor Rode lebt in Schleswig-Holstein. Sein Thriller Das Mona-Lisa-Virus erschien in elf Ländern weltweit. 2017 gewann sein Episoden-Thriller 'The Message' den Deutschen eBook-Award im Bereich Fiktion.
Das Morpheus-Gen ist sein vierter Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 430
    Erscheinungsdatum: 27.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732555932
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Koffein
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Das Morpheus-Gen

5

New York

Vorsichtig öffnete er die Tür zum WC. Als er Percy White sah, wollte er rasch wieder kehrtmachen, doch der hatte ihn bereits bemerkt.

"Scheint so, als kämen Sie heute überall zu spät, Mr.Berger." Percy White stand im Unterhemd an einem der Waschbecken, in der Hand einen Rasierapparat. Sein Hemd und sein Jackett hingen an einem Haken, bei dem David sich schon immer gefragt hatte, wozu er diente.

Woher wusste Percy White, dass er heute Morgen zu spät im Gericht erschienen war? Richter Levy würde ihn kaum wegen einer solchen Lappalie angerufen haben. Aber vielleicht verhielten sich Richter auch nicht anders als normale Menschen. Ein kurzer SMS-Verkehr zwischen zwei alten Pokerfreunden.

Zögernd trat David an das Waschbecken neben White.

"Was ist los?", fragte sein Chef mit einem spöttischen Lächeln. "Wollten Sie sich nur einen runterholen oder eine Linie Koks reinziehen?" Er brach in ein bronchiales Lachen aus, das in einem Hustenanfall endete. Als er sich beruhigt hatte, spuckte er ins Waschbecken.

David griff in die Plastiktüte und holte das Rasierset und die Dose Rasierschaum heraus, die er auf dem Weg ins Büro im Drugstore gekauft hatte. "Nur rasieren", sagte er, während er seine Krawatte abband und sein Hemd aufknöpfte, um den Kragen so umzuschlagen, dass kein Schaum darauf landete.

"Sie sollten sich einen Elektrorasierer kaufen. Ist praktischer. Man kann sich wirklich überall rasieren. Auto, Flughafen, Flugzeug. Habe ich alles schon gemacht."

David musterte White von unten nach oben. Seine Anzughose sah zerknittert aus, ein Haarbüschel stand waagerecht ab.

"Haben Sie im Büro übernachtet", fragte er, während er einen Berg Rasierschaum in seine linke Hand sprühte.

"Der Sundberg-Deal. Wir waren erst mitten in der Nacht durch. Dann war ich noch mit den Mandanten vom US-Militär einen trinken. Die Jungs kommen nicht so oft an die Ostküste, und die können ordentlich was ab." Wieder stimmte er sein bronchiales Lachen an.

Zu Whites Mandanten gehörten verschiedene Regierungsorganisationen, das wusste jeder in der Kanzlei. Mehr aber auch nicht, denn Percy Whites Büro und Akten waren streng abgeschirmt. Von Zeit zu Zeit, wenn White wieder an einer geheimen Sache arbeitete, bewachten Männer in schwarzen Anzügen mit Kopfhörern im Ohr sein Büro. Glaubte man den Sekretärinnen, gehörten sie zur CIA, NSA oder zu irgendeinem anderen Geheimdienst.

"Ich weiß nicht, wie viele Nächte ich schon im Büro geschlafen habe", ergänzte er. Das Geräusch des Elektrorasierers erstarb, und David merkte, wie White ihn musterte. "Aber ich habe Sie heute Morgen hier vermisst. Hätte gut jemanden gebrauchen können, der die Unterlagen sortiert. Dann erfuhr ich, dass Sie wieder bei diesem schwachsinnigen Pro-Bono-Scheiß sind."

David öffnete den Wasserhahn und spülte den Schaum von seiner Hand. "Sir, ich verstehe Ihren Unmut, und hätte man mir gesagt, dass Sie mich hier brauchen, hätte ich jemand anders zu dem Termin geschickt. Aber ich glaube nicht, dass das ein 'Scheiß' ist." Im Augenwinkel sah er sein Spiegelbild. Mit dem Schaum im Gesicht schaute er ein wenig albern aus. Kein guter Moment, um sich gegen seinen Chef aufzulehnen. Aber was gesagt werden musste, musste gesagt werden. Vorsichtig drehte er den Kopf zu White, der ihn anstarrte, ohne etwas zu erwidern.

Mit einem Mal begann White, schallend zu lachen. "Sie sehen aus wie der Scheiß-Weihnachtsmann", sagte er und schlug mit der Hand auf das Waschbecken. Während er sich nur langsam beruhigte, schüttelte er den Kopf und zeigte auf den Schaum in Davids Gesicht. "Aber nur, weil man wie der Weihnachtsmann aussieht, muss man noch lange keine Geschenke verteilen. Es ist mir, ehrlich gesagt, vollkommen egal, was Sie glauben oder nicht. Ich bin seit dreiunddreißig Jahren Rechtsanwalt und damit länger, als Sie auf dieser Welt sind. Was glauben Sie, wer all dieses hier bezahlt u

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