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Das Muthi Ein Kriminalroman aus Südafrika. von Boll, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Das Muthi

Durch ein mysteriöses Flugzeugunglück stirbt der Leiter der afrikanischen Zweigstelle eines deutschen Chemieunternehmens. Für die südafrikanische Polizei steht sehr schnell fest, dass es sich um ein tragisches Unglück handelt. Wissenschaftler Frank Sattler arbeitet seit einigen Jahren für das Unternehmen. Er wird, gegen seinen Willen, kommissarisch zum neuen Chef ernannt. Plötzlich wird ein Mordanschlag auf ihn verübt, dem er nur knapp entkommt. Ob diese geheimnisvolle Zahlenreihe, die er im Tresor des Verstorbenen gefunden hat, etwas damit zu tun hat? Und was verschweigt die attraktive Labuschagne, die Mitinhaberin des Konkurrenten CCS? Sattler ahnt nicht, dass dies Teil einer viel größeren Verschwörung ist. Gemeinsam mit seiner Kollegin Stefanie versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen. Und zwar bevor der Mörder Erfolg hat... Matthias Boll ist promovierter Naturwissenschaftler und lebte mit seiner Familie einige Jahre beruflich bedingt in Südafrika. Er arbeitete als Student nebenher als Journalist bei einer einflussreichen Tageszeitung. Mit diesem Buch gelingt es ihm äußerst erfolgreich, Naturwissenschaft und Literatur spannend zu verweben und erlaubt gleichzeitig einen sehr interessanten Einblick in das Leben im südlichen Afrika. Er hat seinen Lebensmittelpunkt in Köln und arbeitet dort in seiner Freizeit an weiteren Kriminalromanen aus Südafrika mit Frank Sattler.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 312
    Erscheinungsdatum: 06.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741223150
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 363kBytes
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Das Muthi

Kapitel Eins

E s war Anfang Mai, und der Herbst hatte begonnen.

Das Laub der Alleebäume hatte sich braun verfärbt. Auf der Straße lagen kleine Grüppchen abgefallener Blätter, größere Ansammlungen fanden sich im Rinnstein aus Beton.

Obwohl das Autothermometer jetzt, kurz nach halb neun, eine Außentemperatur von angenehmen dreiundzwanzig Grad anzeigte, wurde es abends nach Sonnenuntergang schnell empfindlich kalt.

Er liebte diesen Teil seiner täglichen Fahrt zur Arbeit. Die gut ausgebaute Straße zog sich stadtauswärts einige Kilometer durch eine sanft geschwungene, hügelige Landschaft. Die Vegetation am Straßenrand bestand im Wesentlichen aus hohem Gras, durchsetzt mit wenigen, trockenen Büschen.

Die am Fenster vorbeifliegende Graslandschaft hatte sich im Laufe des Jahres goldgelb verfärbt. Ab und zu wurde sie von großen Maisfeldern unterbrochen. Auch der Mais zeigte nicht mehr das saftige Grün des Sommers, sondern war reif für die Ernte.

Er war völlig entspannt.

Er näherte sich der Kreuzung, an der er nach rechts abbiegen wollte und wartete wenige Sekunden, um den Gegenverkehr durchzulassen.

Plötzlich sah er aus den Augenwinkeln im Rückspiegel ein rotes Blitzen. Wenige Sekunden später war eine sägende, laute Sirene direkt neben seinem Wagen zu hören. Sie gehörte zu einer Ambulanz der EMERGENCY RESCUE 24, kurz ER24, wie die Aufkleber an der Seite des Wagens zeigten. Der Wagen überholte ihn mit Vollgas. Direkt dahinter folgte ein Polizeiwagen mit nervös zuckendem blauem Blinklicht und einem intensiven unregelmäßigen Getröte und Gequietsche.

Er sah dem schmutzigen Polizeiwagen neugierig nach. Man konnte von hinten gut den Kastenaufbau mit dem vergitterten Fenster und den gelben Leuchtstreifen erkennen. Über den Streifen war der blaue POLICE Schriftzug angebracht.

Er fragte sich unwillkürlich, ob der Kasten eigentlich für Gefangene gedacht war. Irgendwie schien der Aufbau dafür zu klein zu sein. Vielleicht wurden damit die Hunde der Hundestaffel transportiert.

Gerade als er zum Abbiegen ansetzte, sah er, dass beide Fahrzeuge zweihundert Meter vor ihm auch rechts blinkten. Sie bogen mit hoher Geschwindigkeit auf einen Schotterweg ab und wirbelten dabei viel Staub auf.

Er bog auf die Straße ab, die zur Fabrik führte. Der Weg war in einem sehr schlechten Zustand. Die Zufahrt war zwar vor vielen Jahren abschnittsweise geteert worden, aber über weite Teile immer noch nur geschottert. Das führte dazu, dass die Fahrspur in den ungeteerten Bereichen durch den im Sommer üblichen heftigen Regen immer schlechter geworden war. Es waren unzählige Schlaglöcher unterschiedlichster Größe entstanden.

Sein Wagen hatte ausreichend Bodenfreiheit, um die kleineren Löcher ignorieren zu können. Er kam gut vorwärts, und nach wenigen Minuten hatte er den noch fehlenden Kilometer bis zum Werkstor zurückgelegt. Er ließ die Schranke mit seinem an das elektronische Öffnungssystem gehaltenen Ausweis nach oben schwenken.

Kurz darauf betrat er das Bürogebäude und bemerkte sofort die ungewöhnliche Stille.

Es gab zwar wie immer den Geruch nach frischem Kaffee - aber es fehlte das übliche leise Gemurmel, ein hier und da aufflammendes, gedämpftes Lachen, das Rascheln von Papier, Schritte über den grauen Teppichboden oder das Klappern der Tastaturen.

Zuerst vermutete er einen der vielen staatlichen Feiertage als Ursache, von denen er als Ausländer nichts mitbekommen hatte.

Der Kaffeegeruch passte aber nicht. Er ging zu einem der Raumtrenner und schaute um die Stellwand herum.

Nein, da waren sie, alle fünf. Sie saßen auf ihren Drehstühlen an den altmodischen Schreibtischen. Die Sonne fiel durch das Fenster herein, und draußen zwitscherte ein Vogel eine komplizierte Melodie.

Wie auf Kommando drehten sich alle zu ihm um, sagten aber kein Wort und erwiderten auch seinen Gruß nicht. Alle fünf schauten ihn mit unnatü

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