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Das Netz im Dunkel von Andrews, V. C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2015
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Das Netz im Dunkel

V.C. Andrews - eine der erfolgreichsten Bestsellerautorinnen der Welt. Und eine Meisterin der romantischen Spannung! Wie in einem Spinnennetz gefangen lebt das Mädchen Audrina, abgeschieden von der Welt, mit seiner Familie in Whitefern. Die unheimliche Atmosphäre in dem riesigen Haus, dessen verblassender Glanz die Charaktere der Bewohner widerspiegelt, und rätselhafte Ereignisse verwirren Audrina, die ihr Gedächtnis verloren zu haben scheint. Nur langsam gewinnt Audrina das Selbstbewusstsein, um den Geheimnissen, die sie umgeben, auf den Grund zu gehen - und das bedrohliche Lügennetz ihrer Mitmenschen zu entwirren... Gefahr, Intrigen und die Schatten der Vergangenheit - ein spannender Roman voller dunkler Geheimnisse!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 13.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955306939
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1893 kBytes
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Das Netz im Dunkel

Unter der Kuppel

Nicht erwünscht, nicht würdig, nicht hübsch und nichts Besonderes: Das waren die Worte, die ich dachte, als ich die Treppe hinauf in den Dachboden stieg. Ich wünschte, die erste Audrina wäre niemals geboren worden. Ich mußte durch Unmengen staubigen, alten Gerümpels steigen, ehe ich die rostige, eiserne Wendeltreppe erreichte, die mich durch eine eckige Öffnung im Boden führte, die einmal von einem Eisengitter geschützt worden war. Eines Tages wollte Papa es ersetzen.

In dem achteckigen Raum lag ein rechteckiger Orientteppich, karmesinrot, gold und blau. Immer, wenn ich hier heraufkam, kämmte ich mit meinen Fingern die Fransen, so wie Papa oft mit seinen Fingern durch sein dunkles Haar fuhr, wenn er wütend oder enttäuscht war. In der Kuppel gab es keine Möbel, nur ein Kissen, auf dem ich sitzen konnte. Das Sonnenlicht fiel durch die bunten Glasfenster auf den Teppich und verwirrte mit seinem bunten Schein die Muster. Auch meine Arme und Beine waren gemustert, das sah aus wie Tätowierungen. Hoch droben hingen unter der Mitte des spitzen Daches lange Rechtecke aus buntem Glas - chinesische Windspiele, Mobiles an scharlachroten Seidenfäden. Sie hingen so hoch, daß sie sich niemals im Wind bewegten, und doch hörte ich sie oft klingeln, klirren. Wenn sie sich doch nur ein einziges Mal bewegen würden, wenn ich hinaufsah, dann könnte ich glauben, daß ich nicht verrückt war.

Ich ließ mich auf das Kissen, das auf dem Teppich lag, fallen und fing an, mit den alten Papierpuppen zu spielen, die ich an den Wänden entlang aufgestellt hatte. Jede einzelne hatte ihren Namen nach jemandem bekommen, den ich kannte. Aber da ich nicht viele Leute kannte, hatten viele der Papierpuppen denselben Namen. Aber nur eine einzige hieß Audrina. Ich schien mich schwach zu erinnern, daß es einmal Männer- und Knabenpuppen gegeben hatte, aber jetzt hatte ich nur noch Mädchen und Damen.

Ich war so in meine Gedanken vertieft, daß ich nichts hörte, bis plötzlich eine Stimme hinter mir fragte: "Denkst du über mich nach, süße Audrina?"

Mein Kopf fuhr herum. Da stand Vera in dem verwunschenen, bunten Licht der Kuppel. Ihr glattes Haar hatte die Farbe einer bleichen Aprikose. Noch nie hatte ich eine solche Farbe gesehen, aber das war in unserer Familie nichts Ungewöhnliches. Ihre Augen waren dunkel wie die Augen ihrer Mutter und meines Vaters.

Die Lichtstrahlen, die sich in den vielen bunten Fenstern brachen, warfen bunte Muster auf den Boden, tätowierten Muster in ihr Gesicht. Deshalb war ich sicher, daß meine Augen genauso leuchteten wie ihre, wie Juwelen. Die Kuppel war ein verzauberter Ort.

"Hörst du mir zu, Audrina?" fragte sie leise. "Warum sitzt du hier und antwortest nicht? Hast du die Sprache genauso verloren wie dein Gedächtnis?"

Ich haßte es, daß sie in der Kuppel war. Dies hier war mein eigener Raum, hier versuchte ich herauszufinden, an was ich mich nicht mehr erinnern konnte, während ich die Puppen hin und her schob, als wären sie meine Familie. Ehrlich gesagt: Ich spielte mit den Puppen die Jahre meines Lebens und versuchte auf diese Weise hinter das Geheimnis zu kommen, das sich mir immer wieder entzog. Eines Tages, eines wunderbaren Tages, so hoffte ich, würde ich diesen Puppen alles entlocken. Dann hätte ich mein eigenes Ich und wäre genauso wundervoll, wie meine tote Schwester gewesen war.

Veras linker Arm war bis vor kurzem noch eingegipst. Sie bewegte ihn jetzt ganz vorsichtig, als sie in mein kleines Heiligtum eindrang.

Trotz meines immer wiederkehrenden Hasses auf Vera tat es mir doch leid, daß sie sich den Arm brechen konnte, wenn sie damit an etwas Hartes stieß. Sie hatte sich angeblich schon elfmal einen Knochen gebrochen und ich noch nie! Ein kleiner Stoß gegen einen Tisch, und schon brach ihr Handgelenk. Ein leichter Anprall, und riesige, purpurrote Flecken zeichneten ihre Haut - wochenlang. Wenn sie aus ihrem Bett auf einen weic

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