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Das Pharao-Komplott von Vandenberg, Philipp (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Pharao-Komplott

In den Wüsten Ägyptens suchen die europäischen Geheimdienste nach dem Grab des Imhotep - Wunderheiler, Arzt und Gott - und seinem tödlichen Vermächtnis. Eine altägyptische Schrifttafel führt auf die Spur eines der ungelösten Rätsel der Geschichte. Wer dieses Grab im Wüstensand findet, dem winken nicht nur unermeßlicher Reichtum, sondern auch Macht und unsterblicher Ruhm. Von der Gefahr des Wissens und der Verlockung der Macht, von der Weisheit der Pharaonen und der Torheit der Menschen unserer Tage erzählt Philipp Vandenberg in seinem Roman, der archäologisches Kriminalstück, historisches Panorama und politischer Thriller zugleich ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 16.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732512119
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2251 kBytes
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Das Pharao-Komplott

1

MENA HOUSE UND WINTER PALACE

E inem jeden Menschen haben wir sein Geschick bestimmt, und am Tage der Auferstehung werden wir ihm das Buch seiner Handlungen geöffnet vorlegen und zu ihm sagen: "Lies selbst in diesem Buche, deine eigene Seele soll dich an jenem Tage zur Rechenschaft ziehen."

Koran, Siebzehnte Sure (14)

"Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen", so beginnen die Aufzeichnungen des Omar Moussa. "Dies sind die Worte eines gealterten Frevlers, dem vielleicht ein paar Wochen verbleiben, ein paar Monate, wenn es denn sei, und dem die Pein seines Gewissens die Gedärme quält in schlaflosen Nächten. Dies sind die Worte des Omar Moussa, die er bisher keinem anvertraut hat, zum einen, weil es unnötig ist, mit lauter Stimme zu sprechen, da Allah das Geheimste und Verborgenste kennt, zum anderen aber, weil niemand meine Worte glauben würde. Gewiss habe ich Schuld auf mich geladen in meinem Leben, doch war es ein vorgezeichnetes Schicksal nach dem Willen des Allerhöchsten, der, wie er selbst sagt, alle Sünden verzeiht außer jener, ihm ein anderes Wesen zur Seite zu setzen. Dies habe ich nie getan. Auch habe ich nie die Fastenvorschriften gebrochen im neunten Monat und stets der ungeraden Nacht gedacht, in der der Koran zur Erde herabkam. Ich war zur großen Pilgerfahrt in Mekka, die täglichen Gebete und Waschungen waren mir Pflicht, und als es mir besser ging, habe ich die Armensteuer bezahlt aus freien Stücken. Wein, Schweinefleisch, Blut und Verendetes entlockten mir Ekel. Frauen, denen ich begegnete, hatten nie Grund zur Klage, und jene, die ich ehelichte, wird mich mit Sicherheit überleben."

Omar Moussa hätte zufrieden sein können mit seinem Schicksal, das namenlos wie das des Moses begann, und mit einem Auge dem Garten der Ewigkeit entgegenblicken können, der den Frommen zur Belohnung und Wohnung versprochen ist, wäre da nicht jene Bürde gewesen, die ihm vor beinahe einem halben Jahrhundert auferlegt wurde, als er Dinge sah, die noch niemand geschaut hat, und sein armseliges Leben sich änderte von einem Tag auf den anderen.

Um zu verstehen, wie dies alles geschah, soll hier sein Leben ausgebreitet werden, so wie er sich erinnerte oder wie es ihm selbst über sich erzählt wurde: Dunkel wie der Sandsturm war seine Geburt, er kannte weder Vater noch Mutter; denn er wurde, ein paar Tage alt nur, in einem Ledersack an die Klinke des Tores zur Karawanserei gebunden, die dem Mena House-Hotel gegenüber gelegen ist. Der alte Moussa, der über sieben Kamele verfügte und ebenso viele Kinder, sagte, bei so vielen Mündern komme es auf einen mehr oder weniger nicht an, und nahm ihn an Kindes statt auf wie sein eigenes. Mehrmals im Jahr hing an der Klinke, an der man ihn gefunden hatte, ein Beutel mit Geld, dessen Herkunft niemand kannte, um dessen Bedeutung aber jeder wusste.

Seine ersten Erinnerungen gingen zurück, als er drei war, kaum älter, und als der alte Vater Moussa, ein hagerer, faltiger Mann mit schwarzem Bart und schwarzen Brauen über den tief liegenden Augen, ihm einen gewaltigen Nabut in die kleinen Hände drückte - kaum war er in der Lage, ihn mit beiden Armen zu halten. Diese hölzerne, mit Nägeln beschlagene Keule, sagte Moussa, versinnbildliche die Macht des Mannes - ein Gerede, das er damals nicht verstand; aber er verstand sehr wohl mit ihr umzugehen, indem er sie mit aller ihm zur Verfügung stehenden Kraft gegen die Knie von Moussas Kamelen drückte, so wie er es oft gesehen hatte, dass die hohen Wüstenschiffe erst mit den Vorder-, dann mit den Hinterläufen einknickten. So ist es noch heute Brauch, um den Reiter aufsitzen zu lassen.

Die Fremden vom Mena House-Hotel, die Moussa auf diese Weise zu den großen Pyramiden transportierte, fanden sein Treiben allzu drollig und sparten nicht mit Bakschisch, wenn er ihnen so auf den Rücken der Tiere und wieder herunter half. Ein oder zwei Piaster waren damals viel Ge

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