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Das Schweigemädchen Thriller von Norebäck, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Schweigemädchen

Deine Tochter verschwindet als Baby. Würdest du sie 20 Jahre später wiedererkennen? Für einen kurzen Moment ist Stella unaufmerksam, in diesem Augenblick verschwindet ihre kleine Tochter Alice spurlos. Die Ermittlungen werden aufgenommen, Alice wird jedoch nie gefunden. Spuren weisen darauf hin, dass sie ertrunken ist, woraufhin sie für tot erklärt wird. Zwanzig Jahre später hat Stella ihr Leben wieder im Griff. Sie arbeitet als Psychotherapeutin und hat eine neue Familie. Als eines Tages eine junge Frau in ihre Sprechstunde kommt, wird Stella von einer Panikattacke übermannt. Sie ist überzeugt, dass es sich bei der jungen Frau um ihre tot geglaubte Tochter handelt. Die Begegnung ist der Auftakt einer gefährlichen Reise in die Vergangenheit. Stella will um jeden Preis herausfinden, was damals wirklich geschehen ist. Ist sie auf dem besten Wege verrückt zu werden oder soll sie ihrem Instinkt vertrauen? Elisabeth Norebäck liest eine Menge Krimis und liebt Thriller-Serien im TV über alles. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Stockholm, wo sie aktuell an ihrem zweiten Roman arbeitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 14.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225803
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42280
    Originaltitel: In my Blood
    Größe: 2441 kBytes
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Das Schweigemädchen

Stella

ICH WACHE ZU HAUSE in unserem Haus im Alviksvägen in Bromma auf. Ich habe auf dem Bett geschlafen, zugedeckt mit einer Wolldecke. Ich habe das Gefühl, als hätte ich mehrere Tage hier gelegen.

Ich hatte Renate gebeten, meinen restlichen Patienten abzusagen und Migräne vorzuschieben. Im Regen habe ich auf der Sankt Eriksgatan ein Taxi angehalten. Der Rest ist weg. Als wir am Ziel waren, muss ich den Fahrer bezahlt haben, aus dem Auto gestiegen und ins Haus gegangen sein. Meine Schuhe und den Mantel ausgezogen haben und weiter ins Schlafzimmer gegangen sein. An nichts von alldem kann ich mich erinnern.

Meine Augen brennen, mein Schädel brummt, und für einen Moment frage ich mich, ob das alles nur Einbildung ist. Ob ich geträumt habe, dass eine Frau namens Isabelle Karlsson in meiner Sprechstunde aufgetaucht ist.

Ich wünschte, es wäre so.

Schmerz zu vermeiden ist ein grundlegender menschlicher Instinkt, besser fliehen, als dem begegnen, was wehtut.

Und ich wünschte, ich könnte fliehen.

Der Klang von Henriks Range Rover, der in die Einfahrt rollt. Ich stehe auf und gehe ans Fenster. Es regnet noch immer. Unser Nachbar steht in einer Regenjacke mit seinem kläffenden Köter am Zaun. Milo springt aus dem Auto und rennt zum Haus. Henrik grüßt den Nachbarn und folgt Milo. Die Haustür wird geöffnet, ich höre ihn Hallo rufen. Ich schließe für ein paar Sekunden die Augen, atme tief ein und gehe nach unten.

Milo schlendert an mir vorbei, fragt, was es zu essen gibt. Als ich ihm sage, dass ich keine Ahnung habe, geht er ins Wohnzimmer weiter und lässt sich auf eines der Sofas fallen. Henrik hebt meinen Mantel vom Dielenboden auf. Er hängt ihn auf einen Kleiderhaken und sagt, er habe versucht mich zu erreichen.

Ich entgegne, dass das Handy vermutlich noch in meiner Tasche liegt. Er schaut auf den Boden. Es liegt neben meinen Schuhen. Er hebt es auf, gibt es mir.

"Wir haben uns gefragt, ob wir von unterwegs was mitbringen sollen", sagt er. "Du hast kein Abendessen gemacht." Es ist mehr eine Feststellung als eine Frage.

"Ich bin nicht dazu gekommen."

"Ist irgendwas passiert?"

"Warum glaubst du das?"

"Dein Auto?"

Mein Audi steht noch in Kungsholmen, nicht in der Auffahrt.

"Ich habe ein Taxi genommen."

Henrik beäugt mich eingehend. Ich gebe ihm einen raschen Kuss, weiche seinem Blick aus und gehe in die Küche. Er folgt mir.

"Milo muss was essen", sagt er und öffnet den Kühlschrank. "Er muss bald los."

Ich habe Milos Basketballtraining vergessen. Im Normalfall würde mir das nicht passieren. Ich setze mich an den Küchentisch, kontrolliere mein Handy. Zwei entgangene Anrufe und eine SMS. Henrik nimmt eine Plastikdose aus dem Gefrierschrank und lässt Milo wissen, dass es bald Essen gibt.

"Wie war dein Tag?", fragt er nach einer Weile.

"Gut."

"Alles okay?"

"Ja", antworte ich.

"Sicher?"

"Sicher."

Henrik rührt die Pasta um und wärmt die Hackfleischsoße auf. Zwischendurch erzählt er etwas von einem Besuch bei seinen Eltern auf dem Land am nächsten Wochenende, von Milos Basketballspiel am Samstag. Von der Arbeit. Er stellt Teller, Besteck und Gläser auf den Tisch, füllt Wasser in die Karaffe. Redet weiter von der Arbeit.

Es ist wie an jedem anderen Montag, wir treffen uns nach der Arbeit zu Hause, wir plaudern in der Küche. Mein Mann ist wie immer, mein Sohn auch. Unser schönes Zuhause ist wie immer. Dennoch ist alles fremd. Als sei ich jemand anderer geworden. Als wäre ich eine Fremde in meinem eigenen Leben.

Henrik ruft Milo zu, dass das Essen fertig ist. Keine Reaktion aus dem Wohnzimmer. Er sagt ihm, dass er kommen soll, aber Milo lässt auf sich warten. Ich gehe ins Wohnzimmer zum Sofa. Ich nehme ihm die Kopfhörer von den Ohren und das iPad aus der Hand. Ich raunze ihn an, dass die Zeit drängt. Milo ist erst erstaunt, dann sauer. Er stolp

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