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Das Signum der Täufer von Kölpin, Regine (eBook)

  • Erschienen: 13.03.2014
  • Verlag: KBV
eBook (ePUB)
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Das Signum der Täufer

Ostfriesland 1549 - Der harte Winter will kein Ende finden, die Herrlichkeit Gödens ist seit Wochen von der Außenwelt abgeschnitten. Da taucht vor der Tür der Hebamme Hiske Aalken eine völlig entkräftete Frau auf, die behauptet, Hinrich Krechting, der ehemalige Täuferführer aus Münster, der in Gödens Zuflucht gefunden hat, habe vor Jahren ihren Vater ermordet. Sie bittet Hiske um Hilfe, doch der widerstrebt es, sich gegen ihren Ziehvater zu stellen. Kurz darauf tauchen bei Krechting bedrohliche biblische Botschaften und geheimnisvolle Münzen auf, die ihn zutiefst erschrecken. Hat ihn seine Vergangenheit eingeholt? Sind die Papisten ihm erneut auf den Fersen? Als Jan Valkensteyn, Hiskes nach Ostfriesland heimkehrender Verlobter, entführt wird und sein Reisebegleiter einem brutalen Mord zum Opfer fällt, findet man auch bei dem Toten eine der mysteriösen Münzen. Hiske muss auf der Suche nach ihrem Jan einen Kampf gegen finstere religiöse Machenschaften antreten, den sie eigentlich nicht gewinnen kann.
Regine Kölpin, geb. 1964 in Oberhausen, lebt in Friesland. Publikationen von zahlreichen Romanen und Kurztexten, auch als Herausgeberin tätig. Unter Regine Fiedler schreibt sie für Kinder und Jugendliche. Regine Kölpin leitet seit Jahren Schreibwerkstätten in der Jugend- und Erwachsenenbildung und inszeniert unter 'Jever ganz mörderisch' historische Stadtführungen. Mehrfache Auszeichnungen, wie zuletzt das Stipendium Tatort Töwerland 2010 und Auszeichnung zur Starken Frau Frieslands 2011.

Produktinformationen

    Größe: 817kBytes
    Reihe (Teil): KBV Krimi, historisch Bd.3
    Herausgeber: KBV
    Untertitel: Historischer Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 400
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783954411825
    Erschienen: 13.03.2014
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Das Signum der Täufer

1. Kapitel
Herrlichkeit Gödens 1549
Der Schneesturm rüttelte an Türen und Fenstern, begehrte Einlass und wirkte wie eine Bedrohung für die Bewohner der Neustadt und der umliegenden Gehöfte. Die Hebamme Hiske Aalken legte ein Scheit Holz nach dem anderen in den Ofen. Dennoch wollte sich die kleine Kate nicht richtig erwärmen. Hiske war in mehrere Decken und Westen gehüllt, deren Wolle sie im Herbst mit der Handspindel gesponnen und später verarbeitet hatte. Darunter trug sie zwei Röcke und übereinandergezogene Beinlinge, denn trotz des Feuers im Ofen war es bitterkalt. Es war beschwerlich, die anfallenden Arbeiten zu verrichten. Ständig war es vonnöten, Holz hereinzuholen, und das Vieh verlangte gleichermaßen sein Recht. Morgens schaute sie stets als Erstes im Stall nach der Ziege und dem Schaf. Der Wortsammler, ihr dreizehnjähriger Ziehsohn, hing mit einer abgöttischen Liebe an den Tieren, die er im letzten Sommer aufgelesen hatte, und so manches Mal glaubte die Hebamme, dass er ihre Sprache verstand.
Besorgt musterte Hiske den wolkenverhangenen Himmel, der nichts Gutes verhieß und weiteren Schnee bringen würde. Es wäre ausgesprochen gut, wenn sie ihre Kate in den nächsten Tagen nicht in Richtung Neustadt verlassen müsste. Doch Magda Dudernixen, die Badersfrau, stand kurz vor der Niederkunft. Hiske hoffte, dass sich die Geburt noch etwas verzögerte, denn ein Kind unter diesen widrigen Bedingungen zu bekommen, war für alle kein einfaches Unterfangen. Außerdem weilte Magdas Mann Melchior gerade nicht in der Herrlichkeit, und sie würde allein dastehen, was bei dieser Witterung kaum zu bewerkstelligen war. Ihr Gesindemädchen war jung und war ihr schon jetzt bei den schweren Arbeiten keine Stütze.
Hiske hatte oft überlegt, sich in der Neustadt niederzulassen, denn die Bevölkerung wuchs ständig, und die meisten Kinder erblickten dort das Licht der Welt. Zu den umliegenden Gehöften und nach Dykhusen war der Weg auch von der abgelegenen Kate aus beschwerlich.
Hiske war froh, dass ihr Garbrand im Augenblick kaum von der Seite wich, obwohl er in der Neustadt seine Kammer hatte. Der Wortsammler war ebenfalls merklich ruhiger, wenn der alte Mönch in seiner Nähe weilte. Garbrands anfängliche Furcht, man könne ihn wegen seiner katholischen Gesinnung in dieser reformierten Gegend ächten und verbannen, hatte sich nicht bewahrheitet. Seine Aufgabe, Hebrich von Knyphausen bei der Armenfürsorge zu helfen, war allerdings misslungen. So weit ging die Toleranz der Menschen nicht. Die Einheimischen waren den Papisten nicht wohlgesonnen, duldeten den Mönch jedoch stillschweigend in ihrer Mitte. Sofern er sich ruhig verhielt. Nicht einer hatte je seine Hand gegen ihn erhoben, nicht einer gegen ihn gesprochen. Bei den Neustädtern handelte es sich um ein friedliches Volk, das sich aus Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens zusammensetzte. Viele hatten ihrer Gesinnung wegen die schlimmsten Dinge durchlebt. Das schweißte die Bevölkerung zusammen, denn alle wussten, dass der Bau des Fleckens und des neuen Siels nur funktionieren konnte, wenn alle zusammenhielten. Zumindest hoffte Hiske, dass es so war und blieb. Garbrand hatte auch ohne die Armenfürsorge genug zu tun, denn für die anfallenden Handwerksarbeiten war er allen genehm, geschickt wie er war. Und so hatte er sein Auskommen.
Hiske schürte das Feuer neu, während sie ihren Gedanken nachhing. Sie hatte viel zu viel Zeit zu denken, und das führte dazu, dass sie Probleme heraufbeschwor, die gar nicht vorhanden waren. Sofort kam ihr der junge Mann in den Sinn, der seit ein paar Wochen in der Neustadt weilte

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