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Das Spiel wird Ernst von Gosling, Paula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.05.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Das Spiel wird Ernst

Es ist Halloween in Blackwater Bay, und wie jedes Jahr um diese Zeit ist der Teufel los in dem kleinen Ort. Die Halloween-Nacht gehört jedoch vor allem den jungen Leuten, die fantasievolle oder auch derbe Streiche veranstalten. Die Geisterbahn Bonechiller ist in diesem Jahr besonders aufwendig gestaltet. Milt Mickerstaff hat eine High-Tech-Gruselwelt aufgebaut, die unglaublich realistisch wirkt. So realistisch, daß bei der Robin-Hood-Figur echtes Blut fließt, meinen die schreckensbleichen Besucher. Milt grinst selbstzufrieden. Doch die Robin-Hood-Leiche ist wirklich echt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 23.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955304126
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2326 kBytes
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Das Spiel wird Ernst

Eins

Ein Urlaubsort zwischen den Großen Seen in der Nachsaison ist für die meisten Leute ein trauriger Anblick. Was im Sommer ein Mekka der Lebensfreude und Freiheit war, ist nun wieder eine ganz gewöhnliche Kleinstadt, ein nichtssagender Punkt auf der Landkarte, den man auf dem Highway links liegen läßt.

Die Temperatur ist von den oberen Dreißigern auf knapp über Null gefallen. Auf der Main Street ist es still geworden. Keine Netze mit knallbunten Strandbällen hängen mehr vor den geöffneten Türen. Keine Schnorchel oder Angelruten liegen mehr als verführerische Auslage in den Schaufenstern. Es werden keine einladenden Pyramiden mehr aus Plastikschaufeln, bunten Eimern, Drachen, Frisbees, Papptellern, dicken Liebesromanen und anderen Dingen errichtet, die man für eine kurze Erholung von den Sorgen des Lebens braucht. Es gibt keine allabendliche Live-Musik mehr. Keine berühmten Kinofilme. Keine Aufführungen alter Stücke mit noch älteren ehemaligen Filmstars. Kein Mitternachtsschwimmen. Keine Grillparties. Keinen Tanz. Keinen Zauber mehr.

Die kleinen Läden, die nach Ostern für die Urlauber öffneten, sind am ersten frischen Morgen im September wieder verschwunden und lassen die Einwohner mit den gewöhnlichen, ganzjährig geöffneten Läden und mit pochenden Kopfschmerzen wie nach einer durchzechten Nacht zurück.

Sheriff Matt Gabriel jedoch, der die Main Street entlangging und sein Frühstück verdaute, fühlte sich trotz allem nicht schlecht. Eigentlich war er sogar glücklich.

Er hatte den schlimmsten Sommer seines Lebens hinter sich, hatte sein Reich dabei mehr oder weniger zusammengehalten 1 und hatte nun den ganzen Winter, um sich zu erholen. Er lächelte jeden an, der ihm begegnete, und die meisten erwiderten sein Lächeln. Einige sagten hallo, andere blieben stehen, um ihm eine Neuigkeit oder eine Sorge mitzuteilen. So wurde sein Weg zum Büro einige Male unterbrochen, näherte sich im großen und ganzen aber stetig dem Ziel.

Nicht einmal der kalte Wind konnte ihm die Laune verderben. Er sog die Luft tief ein. Es roch nach verbranntem Laub, und der erste Frost lag in der Luft. Er gehörte zu den wenigen, die sich darauf freuten. Das Leben würde wieder in ein gemäßigtes Schrittempo verfallen. Vielleicht fand er endlich Zeit für die Wittgenstein-Biographie, die er schon den ganzen Sommer über lesen wollte.

Am Morgen war etwas körniger Schnee gefallen. Kleine Mengen davon tanzten und huschten noch über die Bürgersteige und blieben für einige Momente an Bäumen und Zäunen hängen, bevor sie schmolzen. In ein, zwei Wochen, wenn die letzten roten und gelben Blätter gefallen waren, würden dicke weiße Flocken an ihre Stelle treten. Dann würde es ernst: Es kämen die schweren Schneefälle, Stürme und die zweistelligen Minusgrade. Eine mehrere Fuß dicke Eisschicht würde die Bucht überziehen, und Eisfischer würden ihre klapprigen Hütten darauf errichten.

Zwei dünne weiße Linien am Himmel zeigten an, daß einige Düsenjäger vom Greenleaf-Air-Force-Stützpunkt jenseits des Sees vorüberflogen. Ihr Schall erreichte den Boden, als gerade ein Wagen mit auswärtigem Nummernschild vorbeifuhr. Während Matt dem unbekannten Wagen nachsah, bemerkte er, wie ihn aus der Kinderbuchabteilung der Bücherei boshaft ein Halloween-Kürbis angrinste. Kürbisse türmten sich auch auf dem Bürgersteig vor dem Lebensmittelgeschäft, und jedes Schaufenster, an dem er vorbeiging, war vollgestopft mit orangefarbenem und schwarzem Kreppapier, Getreidegarben, Masken, Besenstielen u

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