text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Spiel von Kruse, Philipp (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Spiel

Ein gutes Jahr ist seit der ersten schicksalhaften Begegnung von Sumika Maboroshi und Osamu Akechi vergangen. Als das beste Ermittlerteam Tokyos gelten die beiden schon lange, doch jetzt stehen sie einer noch nie dagewesenen Herausforderung gegenüber: An einem der unheilvollsten Orte des Landes treten sie gegen die kriminalistische Elite Japans an, um den Besten unter ihnen zu krönen. Ein Spiel soll es sein - ein elitärer Wettkampf, dessen Sieger unvorstellbare Chancen winken. Doch schon bald beginnen die Teilnehmer, daran zu zweifeln, ob wirklich nur ihre eigene Eitelkeit auf dem Spiel steht. Spätestens nachdem es den ersten Toten gibt... Philipp Kruse wurde am 20. Januar 1992 in Wernigerode geboren und zog kurz darauf nach Sachsen. Dort schloss er das Gymnasium ab und studierte Psychologie in Dresden. Momentan arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promovend am Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der TU Dresden. In seiner Freizeit beschäftigt er sich intensiv mit der japanischen Sprache, Kultur und Popkultur. Mit seinem zweiten Roman setzt er sein äußerst erfolgreiches Erstlingswerk "Die Träumerin" fort.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 21.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743168503
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 238 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Spiel

Kommissar Kobayashi hetzte die Treppen des Polizeipräsidiums hinauf. Nur kurz hatte er einen Blick in Richtung des gläsernen Fahrstuhls geworfen, doch schnell entschied er sich dagegen. Es würde viel zu lange dauern, damit in den zehnten Stock zu fahren, zumal nicht abzusehen war, wie oft der Fahrstuhl unterwegs Halt machen würde. Nein. Er musste die Treppe nehmen, wollte er zumindest einigermaßen rechtzeitig ankommen.

Im Laufschritt eilte der wohl Ende 20-jährige, schwarzhaarige Mann mit blassen Teint zum Treppenhaus. Sein blauer Schlips schwang wie ein Pendel über dem schwarzen Anzug mit weißem Hemd hin und her, begleitet von dem genauso regelmäßigen Schnaufen Kobayashis. Er riss die Tür auf und stürzte die Treppe hinauf. Dabei nahm er nicht nur zwei Treppen gleichzeitig sondern achtete mit größter Sorgfalt darauf, keinesfalls nach oben zu sehen. Die Stufen fixierend gewann er immer mehr an Höhe. Doch mit zunehmender

Zeit schwang das blaue Pendel an seinem Hals langsamer, die Abstände des Luftholens wurden geringer, die Schritte kürzer.

"Bald bin ich da!

Nur noch ein kleines Stück!", feuerte er sich selbst mit flacher Stimme an ohne wissen zu können, wie weit es tatsächlich noch war. Schließlich hatte er die großen roten Zahlen an den Wänden, die das Stockwerk markierten, nie eines Blickes gewürdigt. Doch da, genau in diesem Moment war es soweit.

Unter immer lauter werdendem Stöhnen blickte er kurz, fast verstohlen in Richtung der nächsten Zahl. Eine große Acht war zu sehen. Dann der Blick auf die Uhr. Es war 11.55 Uhr.

"Es... Ich schaffe es!".

Unermüdlich schritt er weiter nach oben. Die Neun und schließlich die Zehn waren an der Wand zu sehen und er drückte die Türklinke, die in den Gang der Mordkommission des Präsidiums führte so tief herunter, als wolle er sich an ihr festhalten. Er öffnete sie und da sah er es. Es schien als hätte er vor Freude einen Luftsprung machen können, so breit war das Grinsen auf seinem Gesicht.

Er hatte es geschafft.

"Kobayashi, endlich!".

Schnell drehte er sich um, in die Richtung aus der sein Name gekommen war. Nicht sehr überraschend erblickte er dort seinen schon offensichtlich auf die Uhr schauenden Kollegen.

Noch bevor Kobayashi auch nur den Versuch machen konnte, ihm etwas zu entgegnen, wurde er schon am Arm gepackt und in den vor ihm liegenden Saal gezogen.

Oder zumindest das, was wie ein Saal aussah. Mit den wohl mehr als einhundert Stühlen, die in Zehnerreihen links und rechts eines kleinen Durchgangs aufgereiht waren, der Bühne, die festlich mit Blumen dekoriert wurde und dem Pult mit dem Wappen der japanischen Polizei darauf, musste man schon wissen, dass das nur ein umfunktioniertes Großraumbüro war, um daran zu zweifeln. Genau das Büro, in dem Kobayashi und der Mann, der ihn immer noch am Arm gepackt hatte, ihren täglichen Dienst taten.

Die beiden tauchten ein in ein lautes Gewirr von Stimmen, in ein schwarz weißes Meer aus Anzugsträgern, das nur einige kleine Farbtupfer hatte, die nahezu untergingen.

"Wissen Sie eigentlich, wie lange wir schon warten? Sie wissen genau, was auf dem Spiel steht, Kobayashi!". Er schluckte.

"Wollen Sie, dass die Bombe hier hochgeht?".

Obwohl er immer noch nicht ganz wieder zu Atem gekommen war, stockte dieser sofort. Es war, als hätte ihn diese Aussage an das erinnert, was auf dem Spiel stand. Nicht nur er, sein Kollege, sondern die ganze Abteilung, ja, das gesamte Präsidium waren in Gefahr.

Sollte heute diese Bombe explodieren, wäre nichts mehr so wie früher. Es wäre eine Katastrophe, wie sie wohl noch nie zuvor dagewesen war.

Während diese Gedanken durch den Kopf Kobayashis rasten, zog ihn sein Kollege immer weiter. In einer der vorderen Reihen bog er nach links ab und die beiden setzten sich auf zwei Stühle, die jeweils kleine Namensschilder an den Lehnen hatten. Darauf standen die Namen

"Eisuke Kobayashi" u

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen