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Das Tahiti-Projekt Roman von Fleck, Dirk C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2014
  • Verlag: Fahrenheit
eBook (ePUB)
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Das Tahiti-Projekt

Deutschland im Jahr 2022. Das Land steht kurz vor einem Bürgerkrieg, der Rest der Welt droht in einem Chaos aus natur- und menschengemachten Katastrophen unterzugehen. Nur auf Tahiti wächst ein neues ökologisches Paradies heran. Cording, Hamburger Spitzenjournalist, tritt den Kampf gegen die Global Player an, denen die Inselidylle eine Dorn im Auge ist ...

Dirk C. Fleck, geboren 1943 in Hamburg, studierte an der Journalistenschule in München. Er war Lokalchef der Hamburger Morgenpost, Redakteur bei Tempo, Merian und Die Woche. Seit 1995 ist er als freier Autor unter anderem für Spiegel, Stern, Geo und die Welt tätig. Neben "Palmers Krieg" veröffentliche er "GO! Die Ökodiktatur" und zuletzt den Öko-Thriller "Das Tahiti-Projekt",die beidemit dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet wurden. Dirk C. Fleck wohnt in Hamburg. Weiteres zum Buch: www.tahiti-projekt

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 344
    Erscheinungsdatum: 10.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492981187
    Verlag: Fahrenheit
    Serie: Maeva-Trilogie 1
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Das Tahiti-Projekt

Das taktische Konzept der Umweltschützer war denkbar einfach. Sie nutzten ihre numerische Überlegenheit, um den Truppen am National Park jeden Tag an anderer Stelle auf die Pelle zu rücken. Die Konzentration von Zehntausenden friedlicher Demonstranten an einem willkürlich ausgesuchten Punkt entlang der Ostflanke des Parks band jedes Mal einen Großteil der Armeeeinheiten, sodass es den Sabotagetrupps von 'Earth First!' relativ leicht fiel, fernab der errichteten Scheinfronten in den Wald zu stoßen.

Cording begleitete einen Trupp von zwölf Aktivisten in Tarnuniformen, die sich unter Führung Ed Densons in dem weit verzweigten Höhlensystem versteckten, das unterhalb des Hupa Mountain am Schnittpunkt zweier Forststraßen lag, auf denen die gefällten Baumriesen abtransportiert wurden. Heute war der Tag, an dem Pacific Lumber drei weitere Rodungsmaschinen anlieferte. So jedenfalls lautete die Information, die der Kommandozentrale von 'Earth First!' vom Shasta Lake zugespielt worden war, wo die Maschinen bisher gewütet hatten. Die 'Killa Godzillas', wie sie von den Umweltschützern genannt wurden, befanden sich kurz hinter Willow Creek. Wie Ed Denson über Mobilfunk erfuhr, bewegten sie sich im Schutze eines Panzers direkt auf sie zu. In zwei Stunden würde es an dieser Stelle zum Showdown kommen ...

Die Anspannung unter den Ökokriegern wuchs. Gesprochen wurde kaum. Noch waren die selbst gebastelten Bomben mit den Fernzündern auf der Piste nicht installiert, noch zogen die mit Baumstämmen beladenen Trucks im Minutentakt vorbei. Aber irgendwann würden die Verantwortlichen die Schotterstraße sperren. Es galt, das Zeitfenster von der Straßensperrung bis zum Eintreffen der 'Godzillas' zu nutzen. Die Aktion war mit einem hohen Risiko verbunden. Die Kontrollflüge der Helikopter würden eher noch verstärkt werden, und die Piste war von oben gut einsehbar.

Cording lauschte dem gespenstischen Geräuschpotpourri, das wie ein akustischer Nebel aus dem Wald stieg. Über allen Wipfeln ist Ruh ... Von wegen. Allein das hysterische Geschrei der Vögel hätte ausgereicht, ihm den letzten Nerv zu rauben. Aber die tierische Verzweiflung verschaffte sich nur bedingt Gehör. Am Himmel die schmatzenden Schläge der Rotorblätter, am Boden das schrille Gebrüll der Kreissägen, gewürzt mit den dumpfen Vibrationen, die vom Aufprall der niedergemetzelten Redwoods rührten. Und als ob die Untergangssinfonie noch eines burlesken Tupfers bedurft hätte, schleuderte ein Ambulanzwagen den zum Tode verurteilten Bäumen seinen Sirenengesang um die Stämme.

Cording blickte zu Ed hinüber, der kreidebleich auf sein Handy starrte.

"Sie machen ernst ...", stammelte er.

"Was meinst du?", fragte Cording.

Ed antwortete nicht.

"Was ist los, Mann?", rief jemand.

"Sie haben Richard erwischt", erwiderte Ed wie in Trance. "Bill und Tommy auch. Die anderen sind abgestiegen und verhaftet worden."

Cording konnte sich keinen Reim darauf machen. Schließlich erfuhr er, dass die Waldarbeiter wohl Anweisung erhalten hatten, auch jene Bäume zu fällen, in deren hohen Kronen 'Earth First!'- Aktivisten ihr Leben verpfändeten. Ein Quantensprung der Gewalt. Für Eds Leute bedeutete die Nachricht, dass sie ihren Anschlag auf die 'Killa Godzillas' unbedingt erfolgreich gestalten mussten. Eine einzige dieser Maschinen kostete über zwei Millionen Dollar und legte pro Tag bis zu tausend Bäume um. Wer ein solches Monstrum ausschaltete, erregte Aufmerksamkeit. Und nichts brauchten die Ökokrieger zurzeit dringender, als einen symbolträchtigen und medienwirksamen Erfolg.

Seit fünf Minuten hatte sich auf der Forststraße nichts mehr bewegt. Die beiden Helikopter, die flach über den Bäumen ihre Kreise gezogen hatten, stoben mit tief hängender Stirn in östlicher Richtung davon. Für einen kurzen Moment wurde es still, als hätte jemand dem sterbenden Wald das Leichentuch übergeworfen. Doch die Stille währte nicht lang

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