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Das Tal der toten Mädchen Irland-Krimi von Spain, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.12.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Tal der toten Mädchen

In einem idyllischen Tal im irischen Wicklow werden die Leichen fünf junger Frauen gefunden. Sie alle verschwanden innerhalb der letzten Jahre spurlos. Inspector Tom Reynolds steht vor dem bislang größten Rätsel seiner Karriere. Während er und sein Team versuchen, eine Verbindung zwischen den Opfern herzustellen, wird ein weiteres Mädchen als vermisst gemeldet. Alles deutet darauf hin, dass auch sie dem Serienmörder in die Hände fiel. Die Hoffnung, sie lebend zu finden, schwindet mit jeder Stunde ... Jo Spain arbeitet als Journalistin und Beraterin des Irischen Parlaments. Ihr Krimidebüt Tu Buße und stirb avancierte in Irland sogleich zum Bestseller und schaffte es auf die Shortlist des renommierten Richard and Judy Bestseller Competition. Auch die beiden Folgebände der Serie mit dem sympathischen Ermittlerteam um Inspector Tom Reynolds schafften den Sprung auf die irische Bestsellerliste. Jo Spain lebt mit ihrem Ehemann und ihren vier gemeinsamen Kindern in Dublin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 414
    Erscheinungsdatum: 31.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572533
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Tom Reynolds 3
    Originaltitel: Sleeping Beauties
    Größe: 1631 kBytes
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Das Tal der toten Mädchen

1

"Er will nicht, dass ich meine Mutter besuche."

"Wie bitte?"

"Sean. Er will nicht ..." Die Stimme von June McGuinness erstarb. "Entschuldige, was habe ich gerade gesagt, Liebes?"

Louise Reynolds runzelte die Stirn. Sie wusste, was sie gehört hatte, war aber unfähig, es zu wiederholen. So bürstete sie weiter mit sanften Strichen Junes Haar mit der altmodischen Bürste mit weichen Naturborsten.

"Das ist doch jetzt nicht so wichtig", sagte sie und hob das Kinn der älteren Frau an, damit sie sich im Spiegel betrachten konnte. "Sieh nur, wie hübsch du aussiehst. Was ist, gehen wir runter und führen es den Männern vor?"

Junes Augen leuchteten auf, als sie ihren ordentlichen Pagenschnitt im Spiegel erblickte. Sie langte nach ihrem Schminktäschchen, das auf dem Frisiertisch lag.

"Aber nicht ohne ein wenig Lippenstift, Liebes."

Sie fanden Tom und Sean im Wintergarten auf der Rückseite des Hauses, wo sie sich leise unterhielten.

"Nun, was sagt ihr?"

June drehte sich vor ihrem Publikum und strich lächelnd über ihre grauen Haare.

Der Mann, mit dem sie seit fast einem halben Jahrhundert verheiratet war, erwiderte das Lächeln, und man merkte ihm kaum an, unter welcher Belastung er stand.

"Du siehst wirklich elegant aus, Liebling", rief er mit seinem starken Kerry-Akzent, seiner Frau zuliebe mit gezwungener Fröhlichkeit. "Also, wie wär's mit etwas zu trinken? Was soll es sein, Jungs und Mädels? Tee oder Kaffee?"

"Ach, du liebe Zeit, Sean. Es ist so ein schöner Sommernachmittag. Warum machen wir nicht eine Flasche Weißwein auf? Ich hole die Gläser."

June entschwebte in Richtung Küche, eine zierliche tickende Zeitbombe, gefolgt von ihrem über eins achtzig großen Bär von einem Mann.

Louise setzte sich zu Tom auf den Rattan-Zweisitzer und legte den Kopf auf seine Schulter. Die hitzeregulierenden Glasscheiben arbeiteten auf Hochtouren, um die Temperatur in der heißen Mittagssonne erträglich zu halten.

Tom nahm die Hand seiner Frau.

"So schwierig?", fragte er beunruhigt.

Louise verzog den Mund.

"Einfach furchtbar. Es scheint in Wellen zu kommen. Einen Moment ist sie völlig klar, und im nächsten Moment erzählt sie mir, Sean würde nicht zulassen, dass sie ihre Mutter besucht. Ist ihre Mutter nicht vor dreißig Jahren gestorben? Ich weiß nicht, wie er das aushält."

Tom seufzte.

Bis vor Kurzem war Sean McGuinness der Chief Superintendent des National Bureau of Criminal Investigation gewesen. Tom Reynolds war Leiter der Mordkommission, ein in Dublin ansässiges Team von Spezialisten, das zur Bundes-Kripo gehörte, und Sean war sein Vorgesetzter gewesen. Zudem waren sie alte Freunde.

Was es umso schwieriger machte, als im vorigen Jahr bei June Alzheimer mit frühem Beginn diagnostiziert worden war.

Ihr Zustand hatte sich schneller verschlechtert als erwartet, und der Chief, ein Mann, der für seine Arbeit lebte, jedoch seine Frau noch mehr liebte, war in Frühpension gegangen, um sie zu pflegen. Keine Sekunde hatte er erwogen, sie in ein Heim zu geben. Schließlich war er sechzig - es war Zeit zu gehen. Obwohl alle bei der Polizei angenommen hatten, der Chief würde irgendwann in einer Kiste aus seinem Büro getragen werden müssen, lange nachdem er sich aus dem Staub hätte machen sollen. Seine Hingabe an seinen Beruf war legendär.

Louise legte die Hände um das Gesicht ihres Mannes und bemerkte den sorgenvollen Blick seiner normalerweise lächelnden grünen Augen. Er hatte sich das Haar in diesem Sommer ganz kurz schneiden lassen, weil so das Grau darin weniger auffiel. Sie fand, dass ihm diese Frisur besser stand, und es störte sie nicht einmal, dass er sich offenbar heimlich den lange gewünschten Bart wachsen ließ. Tatsächlich sah er ausgesprochen gut damit aus.

"Er macht einfach jeden Tag weiter", antwortete Tom ruhig. "Es ist zu seinem neuen Standard geworde

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