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Das tote Mädchen vom Strand Jennifer Dorey 1 - Ein Guernsey-Krimi von Dearman, Lara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
9,99 €
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Das tote Mädchen vom Strand

Ein Mordfall vor dramatischer Kulisse, in den die Sagen der Insel Guernsey verwoben sind.
Fürchte nicht die Dunkelheit. Fürchte das, was sie verbirgt.
Um London zu entfliehen, kehrt die Journalistin Jennifer in ihre Heimat zurück: das pittoreske Guernsey. Doch schon ihre erste Reportage führt sie ins dunkle Herz der Insel. Als Jennifer über ein ertrunkenes Mädchen berichtet, kommt sie einer Serie von Todesfällen auf die Spur. Im Laufe von Jahrzehnten haben immer wieder auffällig attraktive junge blonde Frauen scheinbar durch Unfall oder Selbstmord ihr Leben im Meer verloren. Sie alle trugen dieselben Zeichen auf ihrer Haut. Offenbar gibt es auf der Kanalinsel einen Killer, der seit fünfzig Jahren mordet. Und der in der Welt der Mythen und Legenden von Guernsey zu Hause ist ...

Lara Dearman ist auf der Insel Guernsey geboren und aufgewachsen. Bereits in ihrem Debüt, "Das tote Mädchen vom Strand", kombinierte sie ihre Liebe zu Guernsey mit seinen Mythen und seiner Historie mit ihrem Faible für Krimis. Das Buch war der erste Band einer Serie um die Journalistin Jennifer Dorey. Lara Dearman lebt mit ihrer Familie in Westchester, New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211967
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Devil's Claw
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Das tote Mädchen vom Strand

1. Kapitel

Jenny

Donnerstag, 6. November

Es war dasselbe Motorrad. Sie wusste es, noch bevor sie es sah. Das Motorengeräusch hatte etwas Blechernes, so ein hohes Jaulen in dem üblichen Grollen und Dröhnen. Sie schaute in den Rückspiegel, als es um die Ecke bog und in Sicht kam. Eine neonorangefarbene Maschine, der Fahrer ganz in Schwarz, dunkler Helm, das verspiegelte Visier heruntergeklappt. Definitiv derselbe. Er folgte ihr, bis sie La Grande Rue erreichte. So wie er es diese Woche jeden Morgen gemacht hatte. Als sie vor der gelben Linie hielt und rechts blinkte, um in Richtung Stadt abzubiegen, überholte er sie und bog nach links ab, auf L'Ancresse zu.

So war das eben auf Guernsey. Ständig begegnete man denselben Leuten. Es gab einen Witz darüber, irgendetwas von wegen sechzigtausend Menschen, die sich an einen Felsen klammerten. Mit gut achtunddreißig Quadratkilometern war die Insel nicht direkt ein Felsen, aber viel fehlte dazu auch nicht. Doch dieses Motorrad hatte etwas Beunruhigendes. Etwas Bedrohliches. Sie folgte ihm.

Sie hielt Abstand, bis sie die Kreuzung bei L'Ancresse erreichten. Nach links führte die Straße breit und schnurgerade nach St. Sampson. Geradeaus ging es auf einem schmalen Weg zur Müllkippe am Mont Cuet. Rechts lag Gemeindeland und dann das Meer. Der Fahrer schaute über die Schulter, als sie hinter ihm vor der gelben Linie hielt, und obwohl sie lediglich das Spiegelbild ihres Wagens in seinem Visier sehen konnte, war Jenny sich sicher, dass er sie anlächelte. Sie verhöhnte. Er ließ den Motor seiner Maschine aufheulen. Eine Abgaswolke quoll aus dem Auspuff. Dann wandte er sich wieder der Straße zu und ließ die Bremse los, schlingerte gefährlich, als er mit quietschenden Reifen aufs Meer zufuhr; ein letzter Blick in ihre Richtung, bevor er verschwand.

Jenny umklammerte das Lenkrad so fest, dass ihr die Finger wehtaten und ihre Hände schwitzten. Sie benahm sich albern. Wahrscheinlich war das nur irgendein Halbwüchsiger, der angeben wollte. Es gab keinen Grund, warum ihr jemand folgen sollte. Nicht hier. Sie wischte sich die Hände an ihren Jeans ab. Öffnete das Fenster, um einen Schwall kühle Luft hereinzulassen. Wendete und fuhr zur Arbeit.

Die Fahrt in die Stadt führte sie nach Süden an der Küste entlang. Die Strände auf dieser Seite der Insel waren steinig, glatte, schwarze Kiesel anstelle von Sand; gelegentlich ragte ein größerer Felsen daraus hervor, oben grün und weiß von Seetang und angetrocknetem Vogeldreck. Bojen, mit denen Krebs- und Hummerreusen markiert waren, sprenkelten das Meer; jahrelanges Sonnenlicht hatte ihre leuchtend rote Oberfläche zu Blassrosa ausbleichen lassen. Dichter am Ufer schaukelten kleine Fischerboote, klapperten und knarrten an ihren Vertäuungen. The Lady Katherine, Margot's Dream, große Namen, die nicht recht zum bescheidenen Äußeren der verwitterten Kähne passten und von deren rostfleckigen Rümpfen die Farbe abblätterte. Über dem Kanal war der Himmel wolkenlos. Schwache Herbstsonnenstrahlen verhießen einen schönen Tag. Eine frische Brise fegte über die Wasseroberfläche, wehte feine Gischt über die Ufermauer und auf die Windschutzscheibe ihres Autos.

Als sie sich St. Sampson näherte, wurde der Verkehr dichter; die Landstraßen des Vale-Bezirks, ihrer Heimatgemeinde, wichen den verstopften mehrspurigen Straßen der Stadt. Mit einem Auge auf der Uhr, fuhr sie im stockenden Verkehr in Richtung Bulwer Avenue und St. Peter Port, vorbei an einer Reihe zusammengewürfelter Bürogebäude und Wohnblocks. Brandneue Bausünden standen neben den verblassten Überresten prächtiger Hotels, die jetzt leer standen und darauf warteten, in weitere Büros oder Wohnblocks umgewandelt zu werden, oder, wie das Schild einer Baufirma herausposaunte, in

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