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Das Ultimatum Thriller von Kernick, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Ultimatum

Fürchte jede Sekunde ... London, ein ganz gewöhnlicher Tag. Geschäftiges Treiben, Touristen flanieren durch die Straßen. Plötzlich zerreißen Detonationen die Luft. Mehrere Bomben explodieren, Panik bricht aus. Doch dies ist erst der Anfang. Eine Bande Schwerbewaffneter stürmt das Luxushotel Stanhope. Sie stellen der Regierung ein Ultimatum: Fünf Stunden, um ihre Forderungen zu erfüllen - dann wird die erste Geisel sterben. Sonderkommissarin Arley Dale übernimmt die Einsatzleitung. Sie weiß: Auch ihre Kinder befinden sich in der Gewalt der Verbrecher. Für Dale beginnt ein Albtraum - und der Countdown läuft ... Simon Kernick, 1966 geboren, lebt in der Nähe von London und hat zwei Kinder. Die Authentizität seiner Romane ist seiner intensiven Recherche zu verdanken. Im Laufe der Jahre hat er eine außergewöhnlich lange Liste von Kontakten zur Polizei aufgebaut. Sie umfasst erfahrene Beamte der Special Branch, der National Crime Squad (heute SOCA) und der Anti-Terror-Abteilung. Mit Gnadenlos (Relentless) gelang ihm international der Durchbruch, mittlerweile zählt er in Großbritannien zu den erfolgreichsten Thrillerautoren und wurde für mehrere Awards nominiert. Seine Bücher sind in dreizehn Sprachen erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 08.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641090142
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Siege
    Größe: 778 kBytes
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Das Ultimatum

1

07:45

Sie töteten sie sofort, als sie die Haustür öffnete.

Es lief alles glatt. Bull trug eine marineblaue Mütze der Königlichen Post sowie einen Pullover und ein Hemd in der gleichen Farbe. Damit glich er einem gewöhnlichen Postboten, und da er zudem einen mittelgroßen, leeren Karton mit dem Amazon-Logo in den Händen hielt, schöpfte das Mädchen keinen Verdacht.

Fox hielt sich bis dahin außer Sichtweite. Er war ähnlich gekleidet wie Bull und trug einen Rucksack. Außerdem war er mit einer halbautomatischen Pistole mit Schalldämpfer bewaffnet, die er gegen seinen Oberschenkel presste, damit niemand, der zufällig an der Tür vorbeiging, sie sehen konnte. Nicht dass man viel hätte sehen können, denn die hohe Lorbeerhecke versperrte fast vollständig die Sicht. Als das Mädchen aus der Tür trat, hob er die Pistole, und ehe sie von ihm Notiz nehmen konnte, schoss er ihr aus nächster Nähe in die Schläfe. Der Rückschlag war beträchtlich, doch dank des Schalldämpfers gab es nur ein sattes Plopp. Das Mädchen prallte gegen den Türrahmen, von der Schläfe strömte Blut über ihre Wange. Bull ließ den Karton fallen, griff ihr unter die Arme und fing sie auf, als ihre Beine einknickten.

Fox schob sich an ihm vorbei, streifte sich eine schwarze Motorradhaube über den Kopf und rückte, die rauchende Pistole schussbereit, in die mit Krimskrams übersäte Diele vor. Er schlich in den hinteren Teil des Hauses, von wo die typischen Geräusche einer frühstückenden Familie zu ihm drangen. Hinter ihm zerrte Bull das tote Mädchen in die Diele und schloss die Tür.

"Wer ist es, Magda?", rief eine männliche Stimme aus der Küche.

"Niemand bewegt sich", sagte Fox und betrat die Wohnküche, als gehörte sie ihm, was in diesem Augenblick wohl auch zutraf.

Ein stattlicher mittelalter Mann saß in Hemd und Krawatte am Tisch und hielt eine Tasse Tee. Ihm gegenüber saßen ein Mädchen und ein Junge in unterschiedlichen Schuluniformen. Die beiden waren Zwillinge, obwohl sie sich nicht besonders ähnlich sahen. Für seine wohl fünfzehn Jahre war der Junge hoch aufgeschossen und besaß schon die breiten Schultern seines Vaters. Sein glänzender Blondschopf machte ihn vollends zum Kandidaten für die nächste Boygroup. Das Mädchen dagegen war klein und mollig und wirkte um einiges jünger. Alle drei schauten schockiert auf Fox.

"Ich fürchte, Magda ist tot", sagte der und richtete die Waffe auf den Vater. Seine Hand war absolut ruhig. "Und jetzt erwarten wir eure Kooperation, sonst seid ihr ebenfalls tot. Und das heißt, ihr werdet euch mucksmäuschenstill verhalten."

Niemand bewegte auch nur einen Muskel.

Bull kam nun ebenfalls mit einer Motorradhaube maskiert in die Küche, blieb am Türrahmen stehen und wartete auf Anweisungen. Wie der Name suggerierte, war Bull ein gewaltiger Kerl. Andererseits war er nicht der Hellste und tat, was man ihm sagte, ohne Fragen zu stellen. Zudem schien er weder Mitgefühl noch sonst irgendwelche Gefühle zu hegen. Deshalb hatte man ihn für diesen Job ausgesucht. Fox warf ihm einen Blick zu und bemerkte den dunklen Fleck auf seinem Hemdkragen, wo er etwas von Magdas Blut abbekommen hatte.

"Bitte", sagte der Vater und suchte Fox' Blick. Um seiner Kinder willen versuchte er leise und beherrscht zu klingen. "Nehmen Sie, was Sie wollen, und gehen Sie. Viel haben wir nicht."

Fox funkelte ihn an. Der Vater war siebzehn Jahre lang Sergeant bei der Polizei gewesen, ehe man ihn, nachdem er vor drei Jahren im Dienst niedergestochen worden war, in den Ruhestand versetzt hatte. Dennoch hatte er die Fähigkeit, Situationen unter Kontrolle zu bringen, nicht verloren, was ihn zu einem potenziellen Risiko machte. Fox' Finger krümmte sich um den Abzug.

"Noch ein Wort, und ich jage dir eine Kugel in den Bauch. Verstanden? Wenn ja, dann nick mit dem Kopf."

Der Vater nickte, stellte vorsichtig seine Tasse auf den Tisch und sah seine Kinder beruhigend an.

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