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Das verborgene Cottage Roman von Peters, Pauline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das verborgene Cottage

Irland, Herbst 1908: Victoria und Jeremy freuen sich auf eine romantische Hochzeitsreise. Doch kaum auf der Grünen Insel angekommen, verirrt sich Victoria im Moor. Ein junger Mann namens Joseph rettet sie. Am nächsten Tag wird eine Frau tot im Moor gefunden, und Joseph steht unter Mordverdacht. Victoria aber glaubt an die Unschuld ihres Retters und hilft ihm. Sie gerät in den Strudel eines Verbrechens um einen Menschenhändlerring, der junge Mädchen aus den Dubliner Armenhäusern verkauft ... Pauline Peters, geboren 1966, ist Journalistin. Ihre Leidenschaft gilt der britischen Lebensart. Sie liebt Landhäuser und Parks sowie den Afternoon Tea. In ihren mitreißenden Schmökern entführt sie die Leser in eine Welt voll englischen Flairs. Das verborgene Cottage spielt außerdem zu großen Teilen in Irland. Pauline Peters lebt in Deutschland. Sie arbeitet zurzeit an ihrem nächsten großen Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 462
    Erscheinungsdatum: 31.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572526
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 704 kBytes
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Das verborgene Cottage

ERSTES KAPITEL

England in den Cotswolds, 1908

Die Zeiger der Standuhr standen auf zwanzig Minuten vor vier. Victoria Bredon-Ryder war nun doch aufgeregt. Nur noch kurze Zeit, dann würde das Fest beginnen. Sie und Jeremy hatten im Sommer in Indien geheiratet. Nach einigen aufwühlenden und verstörenden Erlebnissen, die Jeremy fast das Leben gekostet hätten, hatten sie die Hochzeit nicht bis zu ihrer Rückkehr nach England aufschieben wollen. Doch es war ihnen wichtig, ihren Bund mit den Menschen zu feiern, die sie liebten. Deshalb hatten sie ihre Verwandten und Freunde in den alten Gasthof in den Cotswolds eingeladen.

Glücklicherweise war das Wetter auf ihrer Seite. Für Mitte Oktober war es sehr warm. Der Himmel präsentierte sich in strahlendem Blau, sodass die Tische im Garten hatten aufgestellt werden können. Nur das bunt verfärbte Laub an den Bäumen deutete auf den Herbst hin. Victoria wandte sich vom Fenster ab, als sich die Tür öffnete und ihre Freundin Lady Constance Hogarth in das Zimmer mit den dunklen Eichenbalken an der Decke schlüpfte. Auch wenn es keine richtige Hochzeitsfeier war, würde Victoria Jeremy erst unten in der Halle treffen.

"Ich bin so aufgeregt. Dabei sind Jeremy und ich ja schon seit ein paar Wochen verheiratet." Victoria seufzte, nur um die Freundin gleich darauf strahlend anzulächeln. "Aber irgendwie kommt es mir plötzlich so vor, als ob Jeremy und ich erst nach dieser Feier wirklich ein Paar würden."

"Das kann ich verstehen. Jedenfalls siehst du sehr hübsch aus."

Constance drückte ihre Hand. Sie war etwas älter als Victoria und sehr apart. Wegen ihrer amerikanischen Herkunft sprach sie mit einem starken Akzent.

Victoria betrachtete sich prüfend in dem frei stehenden Spiegel. Das Oberteil ihres zartgrünen Kleides war mit einer Vielzahl an kleinen Glasperlen bestickt. Die Ärmel reichten bis über die Ellbogen, unterhalb der Brust war es in Falten gelegt. Die Farbe des Seidenstoffes hob das Grün ihrer Augen hervor und brachte ihr rotes Haar zum Leuchten. Victoria hatte sich bewusst für ein Kleid ohne Spitze und aufwendige Stickereien entschieden. Denn wie auch an ihrem eigentlichen Hochzeitstag schmückte das dreireihige Perlencollier mit dem Saphir ihren Hals, das Jeremy ihr geschenkt hatte. So kam es am besten zur Geltung. Sie fand es wunderschön. Immer noch nervös ließ sie sich neben der Freundin auf dem Samtsofa nieder.

"Sieht man mir eigentlich an, dass ich schon ziemlich lange schwanger bin?"

"Nein", Constance schüttelte den Kopf, "du bist noch sehr schlank, und der siebte Monat beginnt ja auch gerade erst. Weshalb fragst du?"

"Ach, Großtante Hermione hat es sich ja leider nicht nehmen lassen zu kommen ..."

"Ich habe Lady Glenmorag bereits in der Halle getroffen. Sie hat sich sehr indigniert umgesehen. Man könnte auch sagen, sie hat ihre aristokratische Nase gerümpft." Constance lachte.

"Sie wollte doch unbedingt, dass Jeremy und ich einen Empfang im Ritz oder im Savoy geben. 'Erstklassige Häuser wie diese, meine Liebe'", Victoria ahmte die Stimme ihrer Großtante nach, "'sind nun einmal die einer Enkelin des achten Duke of St. Aldwyn angemessenen Orte für Feierlichkeiten.'"

Sie verdrehte die Augen. Ihr verstorbener Vater, Lord Bernard Bredon, war ein berühmter Gerichtsmediziner und das schwarze Schaf der hochadligen Familie gewesen. Sie hatte ihn sehr geliebt, aber seine Verwandten waren ein steter Stachel in Victorias Leben.

"Nun ja, spätestens bei der Geburt des Kindes dürfte klar werden, dass die Dauer der Schwangerschaft sehr kurz war." Auf Constance' Wangen bildeten sich Grübchen, als sie lächelte.

"Großtante Hermione wird dann von einer 'bedauerlichen Frühgeburt' sprechen. Aber ich möchte mir heute keine spitzen Bemerkungen von ihr anhören. Ich will mich einfach nur freuen und glücklich sein."

Victoria strich über ihren Leib, und ihr Gesicht hellte

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