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Das verborgene Netz Ein Fall für Louise Bonì von Bottini, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2017
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Das verborgene Netz

Berlin: Ein Mann wird zusammengeschlagen, der Täter entkommt unerkannt. Kripo-Hauptkommissarin Louise Bonì ermittelt, denn eine Spur führt nach Freiburg. Ein beunruhigender Fall: Der Täter scheint ein Profi zu sein, das Opfer ein Geheimdienstspitzel, die einzige Zeugin weiß mehr, als sie sagt, und im Hintergrund agiert der Verfassungsschutz, verweigert aber die Kooperation. Ein ums andere Mal wird Louise Bonì ausgebremst - doch wann hätte sie sich davon je beeindrucken lassen? Sie spürt, dass sich das Netz immer enger zusammenzieht. Doch bis sie die Wahrheit entdeckt, ist es für einen der Beteiligten bereits zu spät ... Oliver Bottini erzeugt in Kommissarin Louise Bonìs fünftem Fall eine faszinierend-bedrohliche Atmosphäre der Spannung, der sich keiner entziehen kann. Oliver Bottini wurde 1965 geboren. Für seine Romane erhielt er zahlreiche Preise, unter anderem den Krimipreis von Radio Bremen, den Berliner Krimifuchs Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens Der kalte Traum Ein paar Tage Licht

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 22.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832189846
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Serie: Louise Bonì .5
    Größe: 2828 kBytes
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Das verborgene Netz

PROLOG

DIE LETZTEN KILOMETER in der Dunkelheit, bevor am Ende der Autobahn der Funkturm auftauchen würde, eine Stahlnadel aus mattgelbem Licht. Mike Reuter liebte diesen Anblick, und selbst wenn er gefahrlos hätte fliegen können, wäre er immer mit dem Auto gefahren, diesmal aus dem Südwesten quer durch das ganze Land. Die wenigen Minuten im lichtlosen Grunewald, an dessen Ausläufern der illuminierte Turm wartete, waren reine Magie. Vorfreude und eine unbestimmte Sehnsucht erfüllten ihn, wie immer, wenn er nach Berlin kam. Als könnte auf dieser beinahe schnurgeraden Straße alles anders werden, ein neues Leben beginnen.

Dann beschrieb die Autobahn kaum merklich eine Kurve, und der Funkturm erschien, ein Anfang, vielleicht auch ein Ende, auf jeden Fall eine Verheißung, und für ein paar Momente war Mike beinahe glücklich.

An der Ausfahrt Konstanzer Straße verließ er die Autobahn. Er hatte sich ans Fahren ohne Navigationssystem gewöhnt, prägte sich die Strecken auf Parkplätzen und in Raststätten ein. Den Hohenzollerndamm überqueren, die Konstanzer bis zur Brandenburgischen Straße, links abbiegen, das Hotel gleich rechts. Langsam fuhr er daran vorbei. Ein breiter Gehsteig mit weißen Plastiktischen, an denen eine Gruppe älterer Touristen saß. Auf der anderen Straßenseite das Café, in dem Gretzki auf ihn wartete. Ein Tisch an der Außenwand, ein rötlich glimmender Punkt, der für einen Augenblick einen Kreis beschrieb - Gretzki hatte ihn gesehen.

Zwei Querstraßen weiter stellte Mike den Wagen ab, auf Umwegen kehrte er zu dem Café zurück.

Drei junge Männer, türkisch- oder arabischstämmig, in eine lautstarke Unterhaltung verstrickt, zwei ältere Frauen, ein krummer alter Mann mit langen Haaren und einem kleinen Hund; und im Dunkel an der Wand reglos Gretzki.

Er setzte sich zu ihm und sagte: "Ich hoffe, du hast nicht vor, dir das Rauchen abzugewöhnen."

"Keine Sorge." Schmunzelnd schob Gretzki ihm die Schachtel hin, und er zündete sich eine Zigarette an. Das Gelächter der Touristen drang zu ihnen herüber. Die Anspannung wuchs, wie immer in der Dunkelheit. Zu viele blinde Flecken, zu viele Möglichkeiten. Mikes Blick irrte von Gesicht zu Gesicht, Bewegung zu Bewegung, von dunklen Fenstern zu erleuchteten, bis er sich zwang, damit aufzuhören.

"Entspann dich", sagte Gretzki freundlich.

Sie warteten, bis die Bedienung den Espresso gebracht hatte.

Während Mike Zucker hineinrührte, begann Gretzki mit leiser Stimme zu berichten. Die Maschine war pünktlich gelandet. Er hatte zur Sicherheit zwei seiner Männer mitgenommen, sie hatten ja nur Fotos der Zielperson gehabt. Außer ihnen hatte niemand am Flughafen gewartet. Gretzki hob die Zigarette an die Lippen, die Glut färbte seine verknitterte Haut rötlich. Die Zielperson war mit dem Taxi zum Hotel gefahren, fügte er hinzu, von Tegel nach Wilmersdorf, auch nicht gerade die billigste Variante. Seit ihrer Ankunft vor einer Stunde war sie nicht mehr aufgetaucht. Keine Kontakte, keine Telefonate bislang, auch nicht während der Fahrt.

Sie saßen dicht nebeneinander, und Mike atmete den Rauch ein, den Gretzki beim Sprechen aus dem Mund entweichen ließ.

"Sonst irgendwas?"

Gretzki schüttelte den Kopf.

Ohne den Hoteleingang aus dem Blick zu lassen, hob Mike die Tasse an die Lippen. Die Touristen standen auf, traten an den Straßenrand, wo ein Großraumtaxi gehalten hatte. Speckige Männer in Poloshirts und Bundfaltenhosen, mittlere Managementebene bedeutungsloser Firmen, die Frauen ähnlich massig und ähnlich gekleidet, falsches Gold blitzte herüber, Ruhrpott oder eine Kleinstadt abseits der Autobahnen. Lärmend quetschten sie sich in das Taxi, Zeit für die Berliner Nacht.

"Du siehst müde aus", sagte Gretzki.

"Viel zu tun."

"In Freiburg ?" Ein sanftes Lachen, Scherze à la Gretzki.

Er mochte Gretzki nicht. Ein kleiner, schmaler Mann Mitte fünfzig mit

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