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Das vergessene Haus Ein Gotland-Krimi von Cedervall, Marianne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
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Das vergessene Haus

Auf Gotland sind endlich die ersten Frühlingsboten angekommen. Anki Karlsson lernt bei einem mehrtägigen Ausflug die Journalistin Ninni Weström kennen, die für einen Artikel die Geschichte eines alten Frauenhauses recherchiert. Schnell wird klar, dass mit diesem Haus viele gemischte Gefühle und ein dunkles Geheimnis verbunden sind. Und plötzlich verschwindet Ninni spurlos! Anki verbeißt sich in den Fall und bittet ihren Nachbarn, Ex-Kommissar Tryggve, um Unterstützung bei den Ermittlungen. Überrascht stellen die beiden fest, dass Ninnis Mutter für einige Zeit im Frauenhaus gelebt hat. Offenbar ist Ninnis Verschwinden kein Zufall und war erst der Anfang ... Marianne Cedervall wurde 1949 auf Gotland geboren. Heute lebt sie in Västerås, im Südosten Schwedens, arbeitet als Rechtsberaterin und schreibt Romane und Krimis. "Mord auf der Insel" ist der erste Fall für Anki Karlsson und hat die schwedischen Bestsellerlisten im Sturm erobert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 04.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492993296
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Anki Karlsson 3
    Originaltitel: Dit solen aldrig når
    Größe: 5825 kBytes
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Das vergessene Haus

1

Dienstag, 3. Mai

Wo zur Hölle hatte er seinen Koffer nur hingestellt? Tryggve Fridman, Mullvalds ureigenster Kriminalkommissar a. D., wühlte in einer seiner großzügigen Abstellkammern im Obergeschoss. Es war nicht gerade gestern, nicht mal vergangenes Jahr, dass er sich zuletzt auf Reisen begeben hatte, deshalb ließ sich der Verwahrungsort nicht im Handumdrehen rekonstruieren. Und in der Zwischenzeit war nicht gerade wenig Gerümpel dazugekommen. Er zog einen Karton mit Weihnachtsdekoration aus dem Weg und schob mit dem Fuß einen zusammengerollten Teppich beiseite. Der Teppich steckte noch in der Plastikfolie von der Reinigung, obwohl es sicher bereits mehrere Jahre her war, dass er ihn abgeholt hatte. Tryggve hockte sich hin und schaute prüfend in den gerade freigelegten Bereich. Und genau dort stand sein Koffer. Tryggve zog ihn hervor.

Als er gerade Weihnachtsschmuck und Teppichrolle wieder zurückschieben wollte, fiel sein Blick auf etwas ganz anderes. Eine viereckige Schachtel, etwas größer als ein Schuhkarton. Ordentlich mit einer Schnur versehen, oben sorgfältig mit einem Kreuzknoten verschlossen. Er hob den Karton hoch und trug ihn hinaus. Blies eine Staubschicht vom Deckel, um das Etikett lesen zu können, obwohl er eigentlich wusste, was sich im Karton befand. Smissarve - ungelöst , er hatte es selbst beschriftet. Ein alter Fall, den er beiseitegelegt und fast vergessen hatte, obwohl das anders gedacht gewesen war. Mit der Hand wischte er weiteren Staub vom Etikett. Erinnerte sich an die Frau, die bei ihm gesessen und ihm von einem nächtlichen Besucher erzählt hatte. Von unwillkommenen Händen, die unter die Decke und das Nachthemd gewandert waren. Und von dem kleinen Mädchen, was ihr am schwersten fiel.

Er klemmte sich den Karton unter den Arm, nahm den Koffer in die Hand und ging hinunter in die Küche. Putte, sein Rottweiler und treuer Begleiter, erhob sich langsam aus seinem Korb. Er schlenderte zum Koffer und beschnüffelte ihn flüchtig, um dann wieder an seinen Liegeplatz zurückzukehren.

Tryggve schob die Zeitung vom Tisch, machte Platz für seinen Fund, löste die Schnur und hob den Deckel an. Obenauf lag ein kleines schwarzes Notizbuch, darunter ein Stapel verblichener Kopien. Er öffnete das Notizbuch und las ein paar Namen. Was all diese Menschen wohl mittlerweile machten? Manche lebten vermutlich nicht einmal mehr.

Das Tor quietschte, und schon waren Schritte auf dem Kiesweg vorm Haus zu hören. Er musste wirklich dringend die Scharniere ölen, wie sonderbar, dass ihm das immer wieder entfiel. Jedes Mal, wenn er selbst hindurchtrat, dachte er daran, aber kaum machte er einen Schritt ins Haus, hatte er es wieder vergessen, es war wie verhext. Schnell verschloss er den Karton mit dem Deckel und schob ihn hastig unter den Küchentisch. Wer auch immer sich da näherte, musste die vierzig Jahre alten Dokumente nicht gerade zu Gesicht bekommen.

Anki Karlsson, seine nicht mehr ganz neue Nachbarin und gute Freundin, trommelte gegen die Tür und wurde umgehend hereingebeten. Mittlerweile bekam er meist sehr gute Laune, wenn er sie sah, aber so war es nicht immer gewesen. Ganz am Anfang hatte es ihn erzürnt, um nicht zu sagen rasend gemacht, dass Anki sich in die polizeilichen Ermittlungen eingemischt hatte. Allerdings musste er sich schnell eingestehen, dass sie mehr half als schadete. Oft begriff sie bloß nicht, in welch große Gefahr sie sich begab, wenn sie völlig ahnungslos, aber voller Eifer auf eigene Faust nach Lösungen suchte. Manchmal steigerte sich ihre Durchtriebenheit zu wahrer Dummdreistigkeit, was der eigentliche Anlass dafür gewesen war, dass er aufgehört hatte, gegen sie zu arbeiten. Er war zu dem Schluss gekommen, dass es besser war, wenn sie auf derselben Seite standen. Außerdem wollte er nicht, dass Anki sich selbst in Schwierigkeiten brachte, und letzten Endes war es immer noch er, der sich mit schweren Verbrechen au

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