text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Verrätertor von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Verrätertor

Der steinreiche Fürst von Kishlastan weilt in London, aber er ist kein normaler Tourist. Er will die Kronjuwelen mit zurück nach Indien nehmen - und auch sein Verlangen nach hübschen Frauen soll mit der Entführung der jungen Hope Joyner gestillt werden. Verbrecher wollen ihm das Begehrte besorgen und niemand scheint sie aufhalten zu können, da spitzt sich die Situation im Londoner Hafen dramatisch zu ...

Richard Horatio Edgar Wallace (1875-1932) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Er gehört heute noch zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 11.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958704220
    Verlag: Nexx
    Größe: 365kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Verrätertor

1

"Gewehr ab!"

Einunddreißig Gewehre bewegten sich mit einem Schlag - einunddreißig weiße Hände flogen wie ein Blitz an einunddreißig Hosennähte, als ob sie gleichmäßig von einer unsichtbaren Maschine bewegt würden. Wie aus Erz gegossen stand die Linie feuerroter Uniformen, die großen Tschakos aus Bärenfell waren tadellos ausgerichtet. Die Marschmusik brach dröhnend und donnernd ab, als die letzten vier Mann der alten Wache um die Ecke des Weißen Turmes schwenkten und verschwanden.

"Wegtreten!"

Bobby Longfellow steckte die blanke Säbelklinge in die Scheide, klemmte das Monokel fester und schaute auf die kleine Kirche St. Peter ad Vincula, die im lichten Schein eines Sommermorgens vor ihm lag. Er bemerkte eine kleine, dicke Dame, die mit einem Führer in der Hand auf ihn zukam. Sein Sergeant, der in straffer Haltung neben ihm stand, beobachtete den Vorgang. Ein leises Lächeln huschte unbemerkt über sein dunkelbraunes Gesicht.

"Entschuldigen Sie, Sir!"

Bobby maß mehr als 1,83 Meter. Die Stimme drang von unten zu ihm herauf, und er blickte hinab. Die füllige Dame trug einen kleinen, altmodischen Hut und einen mit Perlen verzierten Umhang. An ihrem Ausschnitt prangte eine große Kameen-Brosche. Ihr Gesicht war von der Hitze gerötet. Sie hatte intelligente Züge. Bobby betrachtete ihr dreifaches Kinn und die große, männliche Nase.

"Es tut mir leid - hm ..."

"Könnten Sie mir vielleicht sagen, wo das Grab der Lady Jane Grey liegt?"

Sie sprach mit tiefer Bassstimme. Er blinzelte sie an, als ob er plötzlich aus dem Dunkeln in helles Licht gekommen wäre.

"Lady ...?"

"Lady Jane Grey, Sir."

Er schaute hilflos nach seinem Sergeanten hinüber, und seine weißbehandschuhten Hände spielten nervös mit dem kleinen Schnurrbart.

"Haben Sie sich schon auf dem Kirchhof umgeschaut?" fragte er und hoffte, sie damit loszuwerden.

"Auf welchem Kirchhof, Sir?"

Bobby sandte wieder einen Blick zu seinem Sergeanten, aber der blieb stumm.

"Nun - hm - auf irgendeinem Kirchhof! Kennen Sie diese tote Lady, Sergeant?"

"Ich habe sie bis jetzt noch nicht gesehen."

Bobby räusperte sich, um den Irrtum des Sergeanten zu korrigieren.

"Lady - wie hieß doch der Name gleich? Grey?"

Die starke Dame kam ihm zu Hilfe.

"Ihr Grab liegt in der Nähe des Tower", sagte sie leise.

Bobby zeigte mit der Rechten auf die Gebäude.

"Dies alles ist Tower - das stimmt doch, Sergeant?" fragte er etwas verärgert.

Der Sergeant bejahte.

"Sie fragen besser einen Beefeater, einen Aufseher, Madam."

Er wollte sich gegen die Beleidigung verwahren, dass man einen Gardeoffizier in voller Galauniform mit einem Fremdenführer verwechselte. Das war ihm bisher noch nicht vorgekommen. Er war zum ersten Mal wachhabender Offizier im Tower, und das war gar nicht so sehr nach seinem Geschmack. Er verfluchte die Gluthitze des heutigen Tages und war keineswegs mit dem enganliegenden feuerroten Waffenrock und dem hohen Bärenfelltschako, unter dem man so schwitzte, einverstanden. Ganz offen gesagt, hätte Leutnant Robert Longfellow im Augenblick alles andere lieber sein mögen als ein Subaltern-Offizier von Seiner Majestät Berwick-Garde.

Die starke Dame zog wieder ihren Führer zu Rate. "Wo werden die Kronjuwelen aufbewahrt?"

"Im Geldschrank, Madam!" sagte Bobby prompt.

Glücklicherweise kam gerade ein berufsmäßiger Fremdenführer dazu und brachte die Besucherin zu seiner großen Erleichterung zu dem Wakefield T

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen