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Das Wasserschloss am Tchou-An-See Neue Ermittlungen des Richters Di, Band 1 von Lenormand, Frédéric (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2016
  • Verlag: Kuebler Verlag
eBook (PDF)
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Das Wasserschloss am Tchou-An-See

Richter Di und sein Wachtmeister Hong Liang sind wegen einer Überschwemmung gezwungen, in einer Provinzherberge Zuflucht zu nehmen. Am Tag darauf wird einer der Gäste ermordet aufgefunden. Als sich die Lage zuspitzt, nimmt der Richter in dem luxuriösen, aber geheimnisvollen Wasserschloss am Tchou-An-See Quartier, in dem es in der Folgezeit zu weiteren merkwürdigen Todesfällen kommt. Im Zuge seiner Ermittlungen stellt der Richter fest, dass sich die Bewohner höchst seltsam verhalten und offenbar ein düsteres Geheimnis verbergen wollen. Frédéric Lenormand wurde als Sohn eines Mathematikprofessors und der Direktorin des Dokumentationszentrums für Familienplanung am 5. September 1964 in Paris geboren. Er spricht neben seiner Muttersprache Französisch auch Russisch, Englisch und Italienisch und ist ein überaus aktiver Romanschriftsteller. Weil sein Großvater ein bekannter Sammler japanischer Kunstwerke ist, fühlte er sich bereits seit seiner Kindheit und Jugend zur Kultur, Literatur und den Mythen fernöstlicher Länder hingezogen. Nach einem Sprachenstipendium im Jahr 1982 setzte er seine Ausbildung am Institut für Politische Studien und später an der Sorbonne fort. In Madrid schrieb er 1988 seine ersten fünf Romane, von denen ihm gleich der erste (Le songe d'Ursule - Ursulas Traum) den Del Duca-Preis für junge Romanschriftsteller einbrachte. 1989 ging er nach New York, und in den 1990er Jahren wurden seine Werke mit weiteren Preisen ausgezeichnet, darunter war auch der François-Mauriac-Preis der Académie française. Schwerpunkt seines literarischen Schaffens wurden historische Romane, vor allem Les nouvelles enquêtes du juge Ti (Neue Ermittlungen des Richters Di), die in Frankreich sehr populär sind. Er lebt und arbeitet in Paris.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 248
    Erscheinungsdatum: 30.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863462918
    Verlag: Kuebler Verlag
    Originaltitel: Le Château du lac Tchou-An
    Größe: 1401 kBytes
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Das Wasserschloss am Tchou-An-See

I

Während er den Fluss hinabfährt, wirft sich Richter Di seinen Leichtsinn vor; in einer Herberge hört er interessante regionale Sagen.

Im Angesicht des Flusses, der auf beiden Seiten seiner Dschunke immer mehr anschwoll, sagte sich Richter Di, dass er verrückt gewesen war, trotz der Warnungen der Schiffer an Bord zu gehen. Leider duldeten die kaiserlichen Befehle keinen Aufschub; daher hatte er den Gehorsam gegenüber seinem Kaiser über seine eigene Sicherheit und sogar die Vernunft oder die grundlegendsten Vorsichtsmaßnahmen gestellt.

Es war schwer genug gewesen, die Seeleute zu überreden, auszulaufen. Aber ein paar Silbermünzen, das Amtssiegel und die energische Überzeugungskraft seines Wachtmeisters hatten dieses kleine Wunder bewirkt, das sie in ihr Verderben führen würde: Sie fuhren - wie lange schon? - auf diesem immer schrecklicher werdenden Fluss, auf dem der Tod mit jedem Augenblick näherkam.

Während das Ende seiner Amtszeit in Hanyuan, das nicht weit von der Hauptstadt entfernt lag, herannahte, hatte Richter Di die Ankündigung seiner Versetzung nach Puyang erhalten, eine weitaus abgelegenere Stadt, deren Bezirksrichter gestorben war. Peking legte offenbar großen Wert auf seinen Amtsantritt, dessen Dringlichkeit mit Nachdruck betonte wurde: Die Bewohner Puyangs klagten bereits seit fünf Monaten darüber, dass der Posten des Bezirksrichters nicht besetzt, die Justiz nicht gewährleistet und die gesellschaftliche Ordnung gestört seien.

Zum Ruhme des Kaisers war es daher wichtig, dass dessen Diener Di Jen-dsiä sich schnellstmöglich dorthin begab. Vielleicht hatte Richter Di unrecht gehabt, als er das am Briefende stehende "schnellstmöglich" wörtlich interpretiert hatte. Was würde es dem Sohn des Himmels denn nützen, wenn er ertrank? Wie sollte ein blau angelaufener Bezirksrichter, der zur Hälfte von Fischen gefressen worden war, seinen Auftrag erfüllen? Sein schlechtes Gewissen nagte an ihm, und er ärgerte sich über seine verhängnisvolle Bereitschaft, während er besorgt die Äste und Trümmer in der Wasserflut betrachtete, die ihn in kürzester Zeit verschlingen würde.

Seit fünf Tagen regnete es unaufhörlich. "Ich habe gut daran getan", dachte Richter Di, "dass ich meine Ehefrauen in Hanyuan gelassen habe. Die schlammigen Wege hätten ihnen nur ein beschwerliches Vorwärtskommen erlaubt, selbst in den Sänften." Das Schlingern wurde stärker. Er klammerte sich an die Reling und sann darüber nach, dass ihn zumindest seine Nachkommen überleben würden, da er nicht den Fehler begangen hatte, Frauen und Kinder zu diesem selbstmörderischen Abenteuer mitzunehmen.

Für den Augenblick seine konfuzianische Schule vergessend, die ihn pragmatisches Denken gelehrt hatte, schickte er im Geiste besorgt ein Gebet an die Flussgottheit, in dem er sich für seine Überheblichkeit entschuldigte, die ihn veranlasst hatte, die derzeit entfesselten Naturkräfte so herauszufordern.

Große graue Wellen stiegen hoch und zerschellten am Rumpf des Schiffes, als versuchten die Hände von Riesen, es zu zerstören. Der Regen verdoppelte seine Heftigkeit. Wachtmeister Hong eilte mit Ölzeug in der Hand zu seinem Herrn.

"Herr Di, Sie sollten nicht so nahe am Rand stehen, da werden Sie ja völlig durchnässt! Ich bitte Sie, sich wieder unter das Schutzdach zu stellen."

Hong Liang bedeckte den Kopf seines Herrn. Di ließ sich in die Richtung einer kleinen Kabine schieben, die sehr nützlich war, um sich an schönen Tagen vor der Sonne zu schützen, jedoch völlig ungeeignet, um die Passagiere zur Zeit des Monsuns vor Feuchtigkeit zu bewahren.

"Wenn wir wenigstens ein anständiges Schiff gefunden hätten", fuhr Hong Liang fort, während er versuchte, das Fe

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