text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Deichbrückenmord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi von Uliczka, Rolf (eBook)

  • Verlag: Klarant
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Deichbrückenmord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi

Der Schock für zwei ostfriesische Nachtschwärmer ist groß, als sie auf der Deichbrücke in Bensersiel statt eines romantischen Sonnenaufgangs ein toter Jogger erwartet. Schnell wird klar: Der aus Bensersiel stammende Jano Wilts, der gemeinsam mit seiner Frau den Urlaub auf dem hiesigen Campingplatz verbrachte, wurde ermordet. Die Kommissare Nina Jürgens und Bert Linnig von der Kripo Wittmund stoßen auf eine ganze Reihe an Verdächtigen, denn nach dem Tod seines Vaters hatte Jano als Erbe den Verkauf des elterlichen Hofes blockiert. Sollte durch Beseitigung des Erben der Verkauf eines der größten Höfe der Gegend forciert werden? Ist der Täter in Janos eigener Familie zu suchen? Eine Windparkbetreibergesellschaft hatte bereits ein großzügiges Angebot unterbreitet, und die Verdachtsmomente verdichten sich, als die Ermittler eine pikante Droh-SMS auf dem Handy des Mordopfers finden: »Windpark oder Probleme ohne Ende! Du hast die Wahl!«

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783965862869
    Verlag: Klarant
    Größe: 309 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Deichbrückenmord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi

1. Kapitel

 

Jano Wilts war in Bensersiel an diesem sonnig herbstlichen Montagmorgen auf dem Rückweg von seiner Joggingrunde. Das letzte Stück lief er immer über die westliche Deichbrücke beim Kutter- und Yachthafen des beliebten ostfriesischen Nordseeheilbades. Die Deichbrücken links und rechts vom Sielwerk waren inzwischen zu einem Wahrzeichen seines Heimatortes Bensersiel geworden. Von dort ging es dann noch ein Stück auf dem Deich entlang, dann runter zu dem kleinen Kreisel vor dem Parkplatz am Strandportal und links zum Fünf-Sterne-Campingplatz, auf dem seine Frau Marika in ihrem Wohnmobil mit dem Frühstück auf ihn wartete. Die Brötchen dazu hatte er unterwegs beim Bäcker eingekauft.

Wie üblich machte er auf der Deichbrücke über der Hafeneinfahrt noch seine Dehnungsübungen, bei denen ihm die Verstrebungen des Brückengeländers sehr hilfreich waren. Normalerweise genoss er dabei den Blick über die Kaianlage und den Yachthafen bis hin zur Nordseeinsel Langeoog. Im Innenhafen schaukelten noch ein paar Motorboote in der Dünung und lugten jetzt bei Hochwasser über die Hafenkante. Nach dem offiziellen Absegeln vor drei Wochen war im Außenhafen am letzten Wochenende mit dem Abbau der Steganlage für den Winter begonnen worden.

Heute war Jano aber innerlich zu angespannt, um das sonnige Wetter und den Blick aufs Meer hinaus wie sonst genießen zu können. Nach seiner Rückkehr zum Wohnmobil entging auch Marika seine Anspannung nicht. Als er von der Dusche zurückkam und sich an den gedeckten Kaffeetisch setzte, wollte sie daher wissen, was los war.

»Nichts, mein Schatz«, versuchte er abzuwiegeln. »Ich habe nur beim Bäcker einen alten Schulfreund getroffen und wir haben eine Weile über alte Zeiten gequatscht. Dabei hat mich wahrscheinlich seine Frage, was denn nun mit den Ländereien meines Vaters wird, etwas aufgeregt. Auf jeden Fall wollen wir heute Abend mal wieder einen gemeinsamen Halbmarathon starten. Das wird mir den Kopf freiblasen. Wir treffen uns um neunzehn Uhr oben an den Deichbrücken zu einem Lauf in den Sonnenuntergang. Du weißt ja, dann an Dornumersiel und Holtgast vorbei und über Esens zurück. Anschließend werden wir noch bei ihm zu Abend essen. Wäsche zum Wechseln und Duschzeug packe ich in meinen kleinen Rucksack. Es könnte also spät werden.«

Diese Antwort überraschte seine Frau nicht. Einerseits mussten nach dem kürzlichen Tod seines Vaters in der Erbschaftsangelegenheit des großen Milchwirtschaftsbetriebes einige wichtige Entscheidungen getroffen werden. Andererseits war sie gewöhnt, dass Jano auch zu Hause in den Abendstunden, zumeist einmal im Monat, eine Halbmarathonstrecke lief. Seine Fünf-bis-zehn-Kilometer-Läufe, mindestens zwei- bis dreimal die Woche, waren bei ihm ohnehin Standard. Zu Hause im Saterland hatte er da auch für jede Entfernung seine festen Strecken. Wobei sie seine Fünf-Kilometer-Strecke einmal die Woche selbst mitlief.

Sport hatte in der Familie Wilts einen sehr hohen Stellenwert. Die Söhne spielten seit ihrer Kindheit im Sportverein Blau-Weiß Ramsloh Fußball, und Jano war dort Jugendtrainer im Verein. Insofern hatte Marika in Bezug auf die beabsichtigte Joggingplanung ihres Mannes auch keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln. So konnte sie auch nicht ahnen, dass er ihr diesmal nicht ganz die Wahrheit gesagt hatte.

Im Gegensatz zu den früheren Aufenthalten am Strand und Hafen von Bensersiel waren die vergangenen Abende für Marika und Jano diesmal seit ihrer Ankunft am vergangenen Wochenende alles andere als entspannt und angenehm gewesen. Es hatte nur ein Diskussionsthema gegeben: Was wird mit dem Hof? Insofern war Marika sogar irgendwie froh, wenigstens mal wieder einen Abend ohne Diskussion in Ruhe vor dem Fernseher verbringen zu können.

 

Es war bereits nach Mitternacht, als Jano auf dem Heimweg war. Es hatte mächtig abgekühlt und leichter Ostwind trieb Wolkenfetzen über den nur von einer kl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen