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Deichfürst von Hoorn, Heike van (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.01.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Deichfürst

Ein glücklich verheirateter Kommissar und eine bullige Lokalreporterin, die sich an seine Fersen heftet, sind das neue Dreamteam des Küstenkrimis! Der reiche Bauer Tadeus de Vries wird ermordet aufgefunden. Und fast jeder könnte der Täter sein, denn der alte de Vries hat sein Leben lang die Menschen um sich herum gedemütigt und misshandelt. Kein einfacher Fall für Stephan Möllenkamp, den neuen Hauptkommissar der Kripo Leer. Doch er hat nicht nur seine patente Frau Maike an seiner Seite, sondern auch die resolute Lokalreporterin Gertrud Boekhoff ... eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 436
    Erscheinungsdatum: 30.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732544714
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1545 kBytes
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Deichfürst

Freitag, 29. Oktober 1999

145, 150, 155. Schon fing das verdammte Ding wieder an zu piepsen. Keuchend drückte Stephan Möllenkamp auf die Knöpfe seiner Pulsuhr. Er hasste es, wenn sich die Spaziergänger mit ihren Hunden nach ihm umdrehten. Er drosselte das Tempo und trabte langsam über den Deich bei Bingum. Es reichte schon, dass die alten Männer mit den Schirmmützen, die ihre Fahrräder neben sich herschoben, ihm durch Blicke zu verstehen gaben, was sie vom Laufsport hielten.

Kaum hatte sein Puls sich etwas beruhigt, packte Möllenkamp die Lust, einfach bis Nendorp weiterzulaufen, einen Blick auf die Baustelle des Emssperrwerks zu werfen und lässig wieder zurückzujoggen. Hin und zurück ergab das eine gute Halbmarathon-Strecke, genau das Ziel, das er sich fürs Frühjahr vorgenommen hatte. Die riesige Baustelle faszinierte ihn. Nachdem dort fast ein Jahr lang nichts vorangegangen war, wurde seit vorgestern wieder gearbeitet. Er zog das Tempo wieder an und stellte sich vor, wie die kleine Speckrolle, die sich um seine Taille gelegt hatte, Gramm für Gramm schmolz und sich seine Beine in stahlharte Muskelpakete verwandelten.

Eine heftige Böe wehte ihm ins Gesicht. Er merkte, wie seine Beine klamm wurden. Obwohl es für die Jahreszeit zu warm war, überlief ihn ein Frösteln. Bis Nendorp und zurück würde er es nicht mehr im Hellen schaffen, also beschloss er, umzukehren.

Als er nach Leerort einbog, erblickte er seine Frau schon von weitem. Ihre rotblonden, kurzen Haare leuchteten ihm entgegen. Meike stand in Jeans und einem alten Troyer, den sie ihm abgeluchst hatte, im Vorgarten, den Rechen wie eine Hellebarde in der Hand. Sie hatte ihn noch nicht gesehen. Ganz plötzlich drehte sie sich um und verschwand im Haus.

Einen Augenblick später wusste Möllenkamp, warum. Hinter einer Säuleneibe, die den Eingang des Nachbarhauses beschützte, trat ein alter Mann hervor. Das wenige Resthaar fiel ihm strähnig in den Nacken, ein Holzfällerhemd hing lottrig über seine schwarze Trainingshose. In Schlappen schlurfte er den Gehweg entlang, drehte dann nach rechts und steuerte auf Möllenkamps Haustür zu. Dabei versuchte er, durch das Küchenfenster zu sehen. Möllenkamp drosselte sein Tempo und beobachtete, was der Nachbar als nächstes tun würde. Im Geiste sah er seine Frau mit einem Fleischermesser in der Hand hinter der Haustür lauern. Sobald der Nachbar das Küchenfenster erreichte und mit dem Finger dagegen klopfte, wie es seine Gewohnheit war, würde sie die Tür aufreißen, sich auf ihn stürzen und ihn niedermetzeln. Doch der alte Mann kam nicht bis zum Küchenfenster. Auf halbem Wege drehte er um, schlurfte zurück zu seinem Haus, schüttete den Abfall aus einer Plastiktüte in die Mülltonne und faltete sie dann zusammen. Es half nichts, Möllenkamp musste sich auf eine Begegnung mit Herrn Müller vorbereiten, wenn er nicht ewig auf der Stelle treten wollte.

"Moin, Herr Möllenkamp, na wo kommen Sie denn her?", fragte ihn der alte Herr in unterwürfigem Tonfall. Vor Müller hatte man die Möllenkamps bereits gewarnt, als sie vor einem Vierteljahr von Hannover hierher gezogen waren. Meike hatte zum Schuljahresbeginn eine Stelle als Studienrätin für die Fächer Deutsch und Latein am Teletta-Groß-Gymnasium angetreten, und er hatte die Leitung des Fachkommissariats 1 für Kapitaldelikte bei der Polizeiinspektion Leer übernommen. Ein glücklicher Zufall, den Meike als Fügung auslegte, um ihm damit den Umzug aus der Großstadt in dieses Provinznest schmackhaft zu machen. Nun, immerhin hatte es für ihn einen Karrieresprung bedeutet und da konnte man Zugeständnisse an den Wohnsitz machen.

Die gepflegte Siedlung und das schmucke Reihenhäuschen hatten ihnen gefallen, und mit Müller würden sie schon fertig werden.

Dachte er.

"Ich habe ja früher auch viel Sport getrieben, aber heute geht es nicht mehr wegen der Beine", redete Müller immer weiter. "Ach, da hab ich ja letzte Nacht wieder s

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