text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Deine letzte Spur Kriminalroman von Barr, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Deine letzte Spur

Als Sam seine Frau am Bahnhof abholen will, ist Lara spurlos verschwunden. Statt ihrer steht plötzlich die Polizei vor seiner Tür. Im Zug wurde die Leiche eines Mannes gefunden und Lara ist der einzige Fahrgast, dessen Spur sich verliert... In seiner Verzweiflung vertraut Sam sich Laras Freundin Iris an. Ebenso wie Sam befürchtet auch sie, dass Lara etwas zugestoßen ist. Auf der Suche nach Antworten beginnt sie, die letzten Monate im Leben ihrer Freundin zu rekonstruieren und stößt dabei auf Ungeheuerliches ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 462
    Erscheinungsdatum: 12.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838759296
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Sleeper
    Größe: 838 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Deine letzte Spur

K APITEL ZWEI

Ich habe mich im Bad eingeschlossen und übe, es ihm zu sagen.

"Ich habe einen Job", teile ich meinem Spiegelbild mit. Es gefällt mir, diese Worte in den Mund zu nehmen. Ich kann mir nicht richtig vorstellen, welches Potential sie enthalten. Mir graut vor Sams Reaktion.

Ich muss es ihm sofort sagen. Er weiß, dass ich wegen irgendwas aufgeregt bin. Er wusste es von dem Augenblick an, als ich mein Gespräch mit Leon beendete, zum Tisch zurückkehrte und meinen Prosecco auf einen Zug herunterstürzte.

"Was ist los, Lara?", fragt er ständig, und ich antworte "nichts", begleitet von einem breiten, strahlenden Lächeln.

"Ich habe einen Job", sage ich noch einmal zu meinem Spiegelbild. Die Frau im Spiegel sieht ernst aus, als sie das sagt, aber ihre Augen leuchten: Eine ganz neue Welt hat sich vor ihr aufgetan. Ich lasse sie einüben, es ordentlich zu sagen. Es ist eine gute Sache, einen Job bekommen zu haben. Ich zwinge mich, den entscheidenden Punkt hinzuzufügen: "Ich habe einen Job in London."

"Lara?"

Ich ziehe die Spülung, zur Tarnung, und befestige ein paar Haarsträhnen, die sich gelöst haben. Iris ist nach Hause gegangen. Sie brach plötzlich auf, nachdem ich ihr ins Ohr geflüstert hatte, dass ich Sam etwas sagen müsse. Wahrscheinlich denkt sie, dass ich schwanger bin. Das werde ich später klären.

"Ich komme!", rufe ich.

Ich habe einen Job in London. Das ist die erstaunliche Realität.

Ich bin Londonerin, und ich sehne mich nach London. Ich bin dort geboren, und ich bin dort aufgewachsen. Sam und ich haben uns in London kennengelernt, und wir haben dort drei Jahre zusammengewohnt, bevor wir urplötzlich zu dem Schluss kamen, dass ich nicht schwanger wurde, weil wir jeden Tag stundenlang in der U-Bahn saßen. Es lag am Umfeld, so erklärten wir es, nicht an uns. Es lag an den Massen anderer Leute, die schoben und drängelten und uns eilen ließen. Es lag am Lippenstift, am Shopping und der Luftverschmutzung, an den Bussen, die an unserem Schlafzimmer in Battersea vorbeidröhnten - die Leute im Oberdeck konnten uns in die Fenster schauen -, daran, dass wir auf dem Nachhauseweg kurz noch in den Supermarkt sprangen, um schnell was zum Abendessen zu besorgen, dass ein Spaziergang im Park zwar ganz schön war, aber kein Ersatz dafür, mal aus der Stadt herauszukommen.

Und da war natürlich das alte Klischee: Als Londoner gingen wir selten ins Theater, ins Museum oder in Galerien.

Jetzt, wo wir in Cornwall leben, wäre eine Kurzreise in die Hauptstadt ein Geschenk: Wir sind seit anderthalb Jahren nicht mehr dort gewesen. London ist berauschend, voller Möglichkeiten. Es gäbe dort jetzt so viele Möglichkeiten für mich. Ich verzehre mich danach.

Der Umzug war natürlich seine Idee. Eines Sonntagmorgens kam er die Treppe herunter, in Pyjamahosen und einem seiner vielen weißen T-Shirts, und fand mich über der Arbeit brütend.

"Wann bist du denn aufgestanden?", fragte er und stolperte verschlafen zur Kaffeemaschine.

"Ich weiß nicht." Ich erinnere mich, dass ich mich bemühte, mich auf ihn zu konzentrieren, ihn anzulächeln. "Gegen fünf, glaube ich. Ich habe schon eine Menge geschafft. Ich bin so gut wie fertig."

"Oh, Lara."

Ich drehte mich um und schaute ihn an. Er hatte mir den Rücken zugekehrt und schenkte sich eine Tasse lauwarmen Kaffee ein. Ich liebe es, frühmorgens zu arbeiten. Er hat das nie verstanden. Ich sagte es ihm immer wieder, aber er sah mich immer nur wissend an und ging davon aus, dass ich tapfer gute Miene zum bösen Spiel machte.

"Was ist?" Ich bemühte mich, schob meine Arbeit zur Seite. Er setzte sich zu mir an den Tisch. Ich griff nach meinem Kaffee, obwohl er längst kalt war, und legte trostsuchend die Hände um den Becher.

"Lara", sagte er noch einmal. Sein Gesicht war zerknittert vom Schlaf. "Das ist doch nicht gut. Weißt du? Wenn wir eine Fa

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen