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Der 13. Jünger Ein Fall für Bjørn Beltø - Thriller von Egeland, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der 13. Jünger

Der Archäologe Bjørn Beltø bekommt einen geheimnisvollen Schlüssel und einen Brief von seiner Kollegin Victoria. Sie fordert ihn auf, ein Rätsel zu lösen, das ihr Leben bestimmt hat. Kurz darauf stirbt sie. Beltø findet heraus, dass Victoria in den Siebzigerjahren an einer Ausgrabung in Israel teilgenommen hat, die von den Behörden gestoppt wurde. Niemand weiß, was man damals gefunden hat, und der archäologische Leiter, Moshe Mendelssohn, ist seither spurlos verschwunden. Seine Tochter Rebecca glaubt, dass er etwas entdeckt hatte, das, wenn es ans Licht käme, die Grundfesten der Bibel erschüttern würde ...

Tom Egeland, geboren 1959, gilt als einer der meistgelesenen Thriller-Autoren Norwegens. Sein Bestseller "Frevel" wurde in 18 Sprachen übersetzt. Von 1992 bis 2006 arbeitete Tom Egeland als Nachrichtenchef bei dem norwegischen Fernsehsender TV2 in Oslo, seit 2006 widmet er sich ganz dem Schreiben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 21.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201395
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Den 13. disippel
    Größe: 1484kBytes
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Der 13. Jünger

Das Geheimnis

I

Ein Schlüssel ohne Schloss. Ein Brief ohne Sinn. Ich weiß nicht, wo ich anfangen oder wonach ich suchen soll.

Jakob sitzt auf der Bettkante und hält Victorias Hand, als ich die Tür zum Krankenzimmer öffne.

Er weint. Sie ist tot, schießt mir durch den Kopf. Aber dann sehe ich, dass ihr Arm sich bewegt. Jakob wischt die Tränen ab, schluchzt ein paar Mal und sieht mich verlegen an. Unten auf der Straße startet ein Lastwagen. Ich ziehe einen Stuhl an das Bett, der Gummipfropfen des einen Beines quietscht laut über den Linoleumboden. Victoria zuckt zusammen. Ich ergreife ihre freie Hand und streichele sie. In der Stille lauschen wir dem gleichmäßigen Piepsen des Sauerstoffgerätes. Die Zeit vergeht langsam. Victoria liegt, klein wie ein Spatz, zwischen uns. Ihre Augenlider zucken, sie stößt röchelnde Laute aus, ihr Kopf kippt in meine Richtung. Eine Sekunde lang begegnen sich unsere Blicke, und tief, ganz tief darin erahne ich sie. Gleich darauf ist sie wieder verschwunden.

"... oshe ...", stöhnt sie.

Ich wundere mich, dass Ragnvald nicht da ist, will aber nicht fragen. Ein Arzt schaut herein. Mit seinen zerzausten Haaren sieht er aus, als käme er direkt von einem Stelldichein mit einer Krankenschwester in der Besenkammer. Als wäre Victoria nicht anwesend, fasst er die letzten Untersuchungsergebnisse zusammen (nicht so gut), die Messwerte (nicht so gut) und die Prognosen (nicht so gut).

Der Arzt geht wieder. Die Stunden vergehen. Wo bleibt Ragnvald? Jakob und ich sitzen links und rechts an Victorias Bett und hoffen, dass sie noch einmal zu Bewusstsein kommt. Wenigstens einen kurzen Augenblick. Sie atmet tief durch die Nase. Jeder Atemzug klingt wie der letzte.

Jakob und ich gehen nacheinander runter in die Cafeteria, um etwas zu essen. Gegen vier Uhr kommt Ragnvald, und ich verabschiede mich. Jakob bleibt mit seinem Vater sitzen.

II

In den letzten Jahren hatten Victoria und ich jeweils die Schlüssel zum Büro des anderen, hauptsächlich aus praktischen Gesichtspunkten. Zum Beispiel, wenn man auf einer Konferenz irgendwo auf der Welt ist und unbedingt den Titel einer Doktorarbeit braucht, die in einem Stapel auf dem Schreibtisch liegt. Oder wenn man zu Hause arbeitet und eine wichtige Visitenkarte in der Schreibtischschublade vergessen hat. Auf diese Weise haben wir uns einige Male gegenseitig aus der Klemme helfen können.

Victorias Büro ist wesentlich aufgeräumter und besser organisiert als meins. Die Bücher in den Regalen sind thematisch und alphabetisch sortiert, die Aktenordner chronologisch. Mir fällt auf, dass es für 1978 zwei Ordner gibt. Der eine ist wie alle anderen nur mit der Jahreszahl beschriftet. Auf dem anderen steht ISRAEL 1978. Israel. Ich ziehe ihn heraus. Ein Pass fällt zu Boden, rot und verblichen, fleckig. Ich blättere ihn durch. Das Interessanteste darin sind die Einreisestempel nach Israel von 1977 und 1978. Im Ordner finde ich ein paar zusammengeheftete Blätter von einem Notizblock, auf denen Victoria stichwortartige Notizen zu einer archäologischen Ausgrabung gemacht hat. Dahinter fünf Briefe eines Archäologen aus Jerusalem, der nur mit M~ signiert ist und mehrfach auf eine zukünftige Ausgrabung verweist, auf die er sehr gespannt ist. Auf einem dünnen blauen Blatt mit einem Äskulapstab als Logo meine ich eine handschriftliche Rechnung auf Hebräisch zu erkennen. , . Eine auf Englisch verfasste Erklärung der Universität Oslo bestätigt, dass Victoria dort als Archäologin angestellt ist. Ich finde ein paar Bilder mit einer jungen Victoria inmitten einer Gruppe von Frauen und Männern, vermutlich Archäologen an einer Ausgrabungsstätte. In der Zeit eingefrorene Augenblicke. Der Mittelteil des Ortsnamens auf einem der Fotos ist beim Abziehen des Klebestreifens mit der oberen Schicht des Fotopapiers verschwunden, übrig sind nur noch das K am Anfang und ein M am Ende. Offenbar hat Victoria

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