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Der Alphabetmörder Thriller von Schütz, Lars (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.06.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Der Alphabetmörder

Er quält. Er mordet. Buchstabe für Buchstabe. Jan Grall und Rabea Wyler, Profiler beim LKA, übernehmen einen ganz besonders grausamen Fall: In einem Wildpark wurde ein Mann mit zersplitterter Schädeldecke gefunden. Wenig später stoßen die Ermittler auf zwei weitere Leichen, beide aufs Brutalste verstümmelt. Allen Opfern wurden Buchstaben unter die Haut tätowiert: ein A, ein B, ein C. Und das ist erst der Anfang ... Mit der Post erhalten Grall und Wyler eine perfide Botschaft: einen blutverkrusteten Hautfetzen mit einem weiteren Buchstaben. Ist das Opfer noch am Leben? Als Gralls Hotelzimmer mit einem Z markiert wird, beginnt endgültig der Wettlauf gegen die Zeit. Lars Schütz wurde 1992 geboren. Er arbeitet als Texter für eine große Düsseldorfer Werbeagentur und schreibt nebenbei die Thriller-Reihe rund um Profiler Jan Grall und Rabea Wyler.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 08.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843717311
    Verlag: Ullstein
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Der Alphabetmörder

5

Wenn Jan Grall sagen müsste, was er am Westerwald am meisten vermisste, wäre das die Weite. Mainz bot dem Auge zwar viel, aber nicht diese kilometerweite Sicht auf nebelverhangene Hügelketten.

Rabea riss ihn aus der Betrachtung des Tals. "Kannst du mal aufhören, immer aus dem Seitenfenster zu starren, während du am Steuer sitzt!?"

"Keine Sorge, ich bin hier schon tausend Mal lang gefahren", sagte Jan. Er leistete ihrer Aufforderung aber Folge und richtete seinen Blick wieder auf die Landstraße Richtung Marienberg.

"Auch schon bei dieser Eisesglätte?" Rabea Wyler war stets darauf bedacht, ihren berndeutschen Akzent zu unterdrücken. Wenn sie jedoch so aufgeregt wie in diesem Moment war, konnte Jan ihn deutlich heraushören.

"Gerade bei dieser Eisesglätte", entgegnete er und setzte ein Grinsen auf. "Das hat immer den meisten Spaß gemacht... Aber lass uns doch noch mal kurz sammeln, was wir bisher wissen. Vielleicht ergibt das Ganze mehr Sinn, wenn wir drüber sprechen."

Dabei war das nicht der eigentliche Grund. Er musste sich nur ablenken.

"Das sind nur die wenigen Informationen vom K11 in Koblenz, die ich sowieso schon im Zug durchgewälzt habe."

"Egal." Er schaltete das Radio aus. Lief ohnehin nur irgendein Plastik-Pop von Lady Gaga.

Rabea nahm ihre Umhängetasche vom Rücksitz, kramte darin herum und zog ihr iPad hervor. "Das 'A'", sagte sie. "Es scheint eintätowiert zu sein. Bisher ist noch nicht klar, ob das post mortem passiert ist. Und jetzt gibt es auch noch einen Toten mit einem 'B'. Ein Serientäter?"

"Es kann sich auch um einen Doppelmord mit zwei verschiedenen Ablageplätzen handeln", wandte Jan ein.

Trotzdem hatte er sich genau dieselbe Frage gestellt. Zusammen mit vielen anderen: Warum musste das hier geschehen? Warum ausgerechnet in seiner Heimat, in die er nie wieder hatte zurückkehren wollen?

Während er nachdachte, fand er sich blindlings zurecht. Obwohl er seit Jahren nicht mehr hier gewesen war, kannte er noch jede Abzweigung und jedes Schlagloch.

Rabea fuhr sich durch ihr blondes, kurz geschnittenes Haar und nahm einen großen Schluck Kaffee. Zufrieden registrierte Jan ihr genüssliches Lächeln. Zwei Stück Zucker und viel zu viel Milch; die Dosierung beherrschte er perfekt.

"Der Leichenfundort ist ungewöhnlich. Ein Wildtiergehege. Warum dieser Aufwand und dieses Risiko? Dann der Buchstabe", sagte Jan. "Aber schauen wir uns erst mal den Fundort an. Du weißt ja, für uns ist nicht das interessant, was der Täter tun musste..."

"...sondern das, was er nicht hätte tun müssen", vollendete sie eine seiner Fallanalyse-Weisheiten.

"Bist du nicht froh, endlich mal wieder in der Heimat zu sein?", brachte Rabea das Gespräch wieder auf ihr neues Lieblingsthema.

Jan brummte. Er kniff die Augen zusammen, damit es so aussah, als würde er sich voll und ganz auf die Fahrt durch Bad Marienberg konzentrieren.

"Willst immer noch nicht drüber reden, was?"

"Stell dir vor."

Rabea zuckte mit den Schultern und warf sich einen Energie-Riegel ein, die seit einiger Zeit ihre einzige Nahrungsquelle zu sein schienen. Im Gegensatz zu ihr hatte Jan nie besonders auf seine Ernährung achten müssen. Seit er noch dazu Veganer geworden war, sah er fast schon magersüchtig aus.

Über die Langenbacher Straße fuhren sie in das Städtchen. Rechts von ihnen erstreckte sich der Bad Marienberger Friedhof an den Hängen des Schorrbergs. Die Gräber thronten über dem Tal, als wären sie nur dafür geschaffen worden, damit die Toten von dort aus das Tun der Lebenden überblicken konnten.

Jans Hände schlossen sich krampfhaft um das Lenkrad. Er kannte einige der Namen, die dort oben in Grabsteine graviert waren. Namen, die er seit Jahren zu vergessen versuchte.

Über schmale Seitenstraßen fuhren sie aus der Talsenke empor. Je höher sie kamen, desto mehr legte sich der Nebel. Einfamilienhäuser mit ge

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