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Der Aufbruch Roman (Niceville-Trilogie, Band 3) von Stroud, Carsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.10.2015
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Der Aufbruch

"Genial, das Beste hat er sich bis zum Schluss aufgehoben." STEPHEN KING Niceville, im Süden der USA: An einem Wochenende kommt es zu mehreren brutalen Morden - verübt von unbescholtenen Bürgern. Die Täter berichten von einer mysteriösen Stimme, die sie angestachelt habe. Ermittler Nick Kavanaugh ist aufs Äußerste gefordert. Und zu allem Übel scheint sein Adoptivsohn Rainey in die Ereignisse verstrickt. Aber was ist der eigentliche Grund dafür, dass sich in Niceville immer mehr Menschen in eiskalte Killer verwandeln? Der Schlüssel zu allem liegt in der mit pechschwarzem Wasser gefüllten Senke am Rande der Stadt. Und während Nick und seine Helfer versuchen, das Böse zurückzudrängen, hat es sich längst in den Köpfen der Menschen eingenistet. Ist es überhaupt noch aufzuhalten? Der Aufbruch Niceville Die Rückkehr

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 760
    Erscheinungsdatum: 29.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832188764
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Serie: Niceville Bd.3
    Originaltitel: The Reckoning
    Größe: 3473 kBytes
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Der Aufbruch

Steig niemals aus dem Wagen aus

0:55 Uhr in derselben Nacht.

Unten in Tin Town fuhr der Streifenwagen eines Staff Sergeants mit dreißig Dienstjahren - sein Name war Frank Barbetta - die Miracle Mile entlang, Tin Towns Hauptstraße.

Tin Town war für Niceville das, was Compton für Los Angeles oder die South Side für Chicago darstellte. Die Miracle Mile wurde so genannt, weil es, sollte man je versuchen, nach Mitternacht an ihr entlangzuspazieren, an ein Wunder grenzte, wenn man eine Meile weit kam. Die Einwohner Tin Towns nannten sie nur The Mile.

Frank Barbetta war ein liebenswerter, aber zäher Cop, der auf der Mile den Ruf als fairer und sympathischer Polizist genoss, der nicht leicht zu reizen war, niemals seine Waffe ziehen musste, in dreißig Jahren niemanden erschossen hatte und lediglich sein Gehirn, Muskeln und gelegentlich einen in der Nähe stehenden Stuhl einsetzte, um Konfliktsituationen unter Kontrolle zu bringen. Kurzum, ein traditioneller Revierbulle, der niemandem die Seele aus dem Leib prügeln würde, der nicht zuvor inständig darum gebettelt hatte.

In Tin Town betrachtete man ihn als eine Art Wyatt Earp. Er war jemand, der genau wusste, dass die Nutten, Junkies, Biker, Idioten und Gauner alle zum Stadtbild gehörten und demnach zu den Bürgern zählten, die es zu beschützen und zu versorgen galt. Im Grunde entsprach dies der Wahrheit.

Kurz gesagt kam sich Frank Barbetta in jener verregneten Freitagnacht wie ein gütiger Gott in seinem persönlichen Himmelsreich vor, der mit der Welt im Reinen war. Eine Einstellung, von der das Schicksal magisch angezogen wird und über die es sich allzu gern köstlich amüsiert.

Tin Town war in gewisser Weise durch den Tulip entstanden. Breit und tief entsprang der Fluss aus der Belfair Range 90 Meilen im Norden und wurde auf seinem Weg durch die weiten Grastäler immer stärker, bis er um die hohe Kalksteinwand, die den Nordosten der Stadt überragte, einen Bogen schlug und durch Nicevilles Zentrum knallte wie ein Interstate Highway.

Der Fluss musste allerdings eine scharfe Kurve um eine steinige Untiefe südlich der Armory Bridge machen. Hier strudelte und brauste das Wasser eine schlammige Ebene entlang, auf der ein Haufen Fischerhütten mit Wellblechdächern auf Pechkieferpfählen stand, die man ins Kiesbett gerammt hatte.

Rohrkolbengewächse und Sauergrashalme hingen über angespülten Müllbergen, Bierdosen und allerlei toten Dingen. Mindestens einmal wöchentlich verfing sich eine herrenlose Leiche in den Gräsern, ein aufgedunsener Körper mit blauer Haut, dessen Augen, Lippen und Ohren von den Karpfen im Fluss abgebissen worden waren. Aus den zylinderförmigen Kaminrohren auf den Dächern stieg Rauch auf und durch Fensterläden schien gelbliches Licht, das sich auf der Wasseroberfläche widerspiegelte. So wie die tin roofs , die Wellblechdächer, Tin Town seinen Namen verliehen, so verliehen die warmen Tage und frostigen Nächte der Stadt im Herbst ihre Nebel und Schleier.

Die Miracle Mile, die sich im regenüberströmten Fenster von Barbettas Streifenwagen spiegelte, war zu beiden Seiten von mit Maschendraht umzäunten, neonbeleuchteten Bikerbars, Tattoo-Studios und Billig-Discountern gesäumt. Es gab sechs verschiedene Läden mit vergitterten, kugelsicheren Fenstern, in denen man sich einen Kurzzeitkredit zu dreißig Prozent fälligen Zinsen pro Tag leihen oder einen fremden Ehering gegen Bares verpfänden konnte, vorausgesetzt, es steckte kein Finger mehr darin.

Ungefähr auf halber Strecke der Mile, zwischen einem Lebensmittelladen und einem Waschsalon mit Selbstbedienung, stand ein zehngeschossiges Sandsteinhotel mit aufgesprühten Gang-Graffitis an allen Außenwänden. Über dem Eingang hing ein Schild, auf dem in fetten schwarzen Buchstaben stand:

NUR BARGELD, KEINE KREDITKARTEN!!!

KEINE ERMÄSSI

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