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Der Babylon-Kult von Knox, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2015
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Der Babylon-Kult

Wer dachte, schon alles über die Templer zu wissen, wird hier eines Besseren belehrt. Mysteriöse Selbstmorde stellen die Londoner Polizei vor ein Rätsel. Haben sich die Menschen im Rausch selbst verstümmelt? Wurden sie dazu gezwungen? Journalist Adam Blackwood recherchiert zeitgleich zum Tod des berühmten Templer-Forschers Archibald McLintock. Gemeinsam mit dessen Tochter Nina reist Blackwood auf den Spuren des Historikers zu sämtlichen Templerhochburgen und entdeckt dabei ein brutales Ritual: den Babylon-Kult. Ähnelt er nur zufällig dem Ritus einer prekolumbianischen Zivilisation in Lateinamerika?

Tom Knox (eigentlich Sean Thomas) wurde 1963 in England geboren. Als Journalist für die Times , den Guardian sowie die Daily Mail hat er die ganze Welt bereist. 2007 wurde er von der Sunday Times zum Reisejournalisten des Jahres gewählt. 2009 veröffentlichte er seinen ersten Thriller, Genesis Secret, und landete damit einen großen internationalen Erfolg. Darauf folgte Cagot und Bibel der Toten. Wenn Tom Knox nicht auf Reisen ist, lebt er in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 13.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455170412
    Verlag: Atlantik Verlag
    Größe: 1037 kBytes
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Der Babylon-Kult

1

Trujillo, Peru

Es war ein höchst seltsamer Ort für ein Museum: unter einer Texaco-Tankstelle, in einer Brache aus Betonlagerhäusern und schmuddligen Cantinas, wo die trostlosen Vorstädte Trujillos auf die kalte und neblige Wüste Nordperus trafen. Doch dieser verborgene ungewöhnliche Standort verstärkte den Reiz des Museo Cassinelli noch: als ob es wirklich ein geheimes Museum wäre.

Jessica kam gern hierher, wenn sie von Zaña nach Trujillo herunterfuhr. Und diesmal hatte sie auch daran gedacht, eine Kamera mitzunehmen, um wichtige Beweise zu dokumentieren.

Sie öffnete die Tür auf der Rückseite der Tankstelle und lächelte den alten Kurator an, der sich, höflich wie eh und je, von seinem Platz erhob und verneigte. "Ah, Señorita Silverton! Wieder einmal bei uns? Die, äh ... unanständige Keramik hat es Ihnen wohl angetan?" Ihr Achselzucken war ein wenig verlegen, sein Lächeln milde spöttisch. "Die Schlüssel sind leider im anderen Schreibtisch ... Un minuto? "

"Selbstverständlich."

Pablo verschwand in ein Zimmer im hinteren Teil. Während er weg war, schaute Jessica, zum fünften Mal an diesem Tag, auf ihr Handy. Sie wartete auf einen wichtigen Anruf von Steve Venturis, dem besten forensischen Anthropologen, den sie kannte.

Als sie vor einer Woche ihre Forschungen an den Pyramiden von Zaña unterbrochen hatte und nach Trujillo gefahren war, hatte sie eine Schachtel mit eintausendfünfhundert Jahre alten Moche-Knochen mitgenommen. Und dieses Paket hatte sie Steve Venturi, ihrem ehemaligen Tutor an der UCLA , nach Kalifornien geschickt.

Jetzt rechnete sie täglich mit Venturis Antwort. Lag sie richtig mit ihrer Einschätzung zu den Halswirbeln? War ihre gewagte Hypothese zutreffend? Das gespannte Warten auf sein Urteil wurde immer schwerer zu ertragen. Jess kam sich vor wie eine Schülerin, die auf ihre Prüfungsergebnisse wartete.

Sie blickte von ihrem stummen Handy auf. Pablo war mit zwei Schlüsseln, einem großen und einem kleinen, zurückgekommen. Er hielt sie ihr zwinkernd hin. "La sala privada?"

Jessicas Spanisch ließ noch einiges zu wünschen übrig, weshalb sie sich mit dem netten Kurator normalerweise auf Englisch verständigte. Aber diese Wendung verstand sie nur zu gut. Das Privatzimmer.

"Sí!"

Sie nahm beide Schlüssel an sich und sah, dass Pablo das leichte Zittern ihrer Hand bemerkte. "Mir fehlt nichts. Ich brauche nur ein Coke."

Pablo runzelte die Stirn. "La diabetes?"

"Nein, nein, alles okay. Mir fehlt nichts."

Das Stirnrunzeln verflüchtigte sich zu einem Lächeln. "Dann bis später."

Jess stieg die Treppe zum Kellermuseum hinab. Im Dunkeln nach dem Schlüssel fummelnd, schloss sie die Tür auf.

Als sie das Licht einschaltete, überflutete es den Raum mit seinem ermutigenden Schein und enthüllte einen ebenso ausgefallenen wie einzigartigen Schatz aus alten peruanischen Keramiken, Textilien und anderen Artefakten - Relikte der rätselhaften Kulturen des präkolumbischen Peru: Moche, Chan Chan, Wari, Chimú.

Auch auf einen getrockneten Affenfötus, der in einem Glasgefäß vor sich hin griente, fiel das Licht.

Sie versuchte, ihn nicht anzusehen. Vor diesem komischen Ding graute ihr noch immer. Vielleicht war es nicht einmal ein Affe, sondern ein getrocknetes Faultier oder eine menschliche Mutation, die José Cassinelli als grausige Kuriosität aufbewahrt hatte, um ihr trauriges kleines Gesicht der Welt für immer zu präsentieren.

Sie ging zügig an dem Glasgefäß vorbei und blieb vor den gläsernen Vitrinen mit den Keramiken und sonstigen Artefakten stehen. Hier waren die Steinstößel der Chavín und hier, in verblichenem Violett und Purpur, die prächtigen Bestattungsgewänder der Nazca; auf der linken Seite war eine kurze, prägnante Zeile in Quingnam-Schrift, der verschollenen Sprache der Chimú.

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