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Der bengalische Tiger von Rank, Heiner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2015
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Der bengalische Tiger

Fürwahr, es ist pietätlos, ein Hochzeitsfest in eine Trauerfeier umzuwandeln. Doch was soll die couragierte Christina machen, wenn Gäste aus nah und fern geladen sind und der künftige Bräutigam mir nichts, dir nichts erschlagen wird, noch dazu auf einer Müllhalde. Ein ungewöhnlicher Tod, den sich der prominente Schauspieler Manfred Löffler gewiss nicht hat träumen lassen. Hätten sich die Dinge nach seinem Willen entwickelt, gäbe es nicht nur eine neue Frau in seinem bewegten Privatleben, sondern auch ein neues Testament ... Hauptmann Heym und Unterleutnant Kabel haben es nicht leicht, aus dem Kreis der Verdächtigen den Täter herauszufinden. LESEPROBE: Zwei Minuten später polterte Karl Fröhlich ins Zimmer. Er hatte rote Flecke im Gesicht, und seine Hände kneteten eine Stoffwurst, die kaum noch Ähnlichkeit besaß mit der Schottenmütze, die ihm kürzlich seine Frau zum Geburtstag geschenkt hatte. 'Meinen guten Namen wollen sie mir versauen, die Lumpen!', krächzte er. 'In Mordverdacht bringen wollen sie mich! Aber bei mir nicht. Ich mache eine Anzeige, jawoll, egal was passiert. Ich lasse mir nicht an die Wimpern klimpern, ich nicht!' 'Nehmen Sie erst einmal Platz, Herr Fröhlich', sagte Heym beruhigend. 'Und dann erzählen Sie bitte schön der Reihe nach.' 'Entschuldigung, aber ich brauche Auslauf, sonst platze ich vor Wut. Im Bus bin ich auch immer hin und her gerannt.' 'Also worum geht's denn?' 'Mein Fahrradanhänger! Stellen Sie sich vor, mein Fahrradanhänger ist weg! Gestern war er noch da. Sie wissen ja, ich habe die Woche Spätschicht. Als ich um halb zwei weggefahren bin, stand er noch im Schuppen, und heute Morgen ist er einfach weg. Verschwunden, geklaut! Und deswegen mache ich eine Anzeige. So! Damit mir keiner an den Wagen kann.' 'Schon in Ordnung, Herr Fröhlich. Gewiss ist es ärgerlich, wenn einem der Fahrradanhänger gestohlen wird, aber Sie hätten sich deshalb nicht den weiten Weg zur Bezirksbehörde machen müssen. Für die Anzeige ist Ihr ABV zuständig.' 'Sehen Sie, sehen Sie! Genauso hat der Schweinehund auch gedacht. Aber was ist, wenn der ABV keinen Dienst hat? Oder er ist krank oder nicht zu Hause? Dann wird die Anzeige verschoben, nicht wahr? Ist ja man bloß ein Fahrradanhänger. Aber auf den Leim lässt sich Fröhlich nicht locken, der nicht. Überlegen Sie mal: Der Fahrradhänger ist doch nicht zufällig weg. Wenn einer einen Hänger braucht, warum klaut er den ausgerechnet bei mir, so ganz ohne Sinn?

1931 in Nowawes, dem heutigen Babelsberg geboren. Absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung als Industriekaufmann, arbeitete als Film-Geschaftsführerassistent sowie als Regie- und Dramaturgie-Assistent. Seit 1956 freiberuflicher Schriftsteller. Pseudonyme: A. G. Petermann (gemeinsam mit H. A Pederzani und Gerhard Neumann) sowie Heiner Heindorf. Er schrieb zwischen 1957 und 1959 gemeinsam mit H. A. Pederzani und Gerhard Neumann eine Reihe von Kriminalromanen, von denen er später auch einige Stoffe für den Rundfunk und das Fernsehen adaptierte. Übersetzungen seiner Romane und Erzählungen erschienen u. a. in Ungarn, Polen, der ?SSR und der UdSSR. Außer Krimis schrieb er auch Science-Fiction-Bücher und arbeitete für Hörfunk, Fernsehen und Film.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 270
    Erscheinungsdatum: 01.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956553684
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 355kBytes
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Der bengalische Tiger

Zwei Minuten später polterte Karl Fröhlich ins Zimmer. Er hatte rote Flecke im Gesicht, und seine Hände kneteten eine Stoffwurst, die kaum noch Ähnlichkeit besaß mit der Schottenmütze, die ihm kürzlich seine Frau zum Geburtstag geschenkt hatte. 'Meinen guten Namen wollen sie mir versauen, die Lumpen!', krächzte er. 'In Mordverdacht bringen wollen sie mich! Aber bei mir nicht. Ich mache eine Anzeige, jawoll, egal was passiert. Ich lasse mir nicht an die Wimpern klimpern, ich nicht!''Nehmen Sie erst einmal Platz, Herr Fröhlich', sagte Heym beruhigend. 'Und dann erzählen Sie bitte schön der Reihe nach.''Entschuldigung, aber ich brauche Auslauf, sonst platze ich vor Wut. Im Bus bin ich auch immer hin und her gerannt.''Also worum geht's denn?''Mein Fahrradanhänger! Stellen Sie sich vor, mein Fahrradanhänger ist weg! Gestern war er noch da. Sie wissen ja, ich habe die Woche Spätschicht. Als ich um halb zwei weggefahren bin, stand er noch im Schuppen, und heute Morgen ist er einfach weg. Verschwunden, geklaut! Und deswegen mache ich eine Anzeige. So! Damit mir keiner an den Wagen kann.''Schon in Ordnung, Herr Fröhlich. Gewiss ist es ärgerlich, wenn einem der Fahrradanhänger gestohlen wird, aber Sie hätten sich deshalb nicht den weiten Weg zur Bezirksbehörde machen müssen. Für die Anzeige ist Ihr ABV zuständig.''Sehen Sie, sehen Sie! Genauso hat der Schweinehund auch gedacht. Aber was ist, wenn der ABV keinen Dienst hat? Oder er ist krank oder nicht zu Hause? Dann wird die Anzeige verschoben, nicht wahr? Ist ja man bloß ein Fahrradanhänger. Aber auf den Leim lässt sich Fröhlich nicht locken, der nicht. Überlegen Sie mal: Der Fahrradhänger ist doch nicht zufällig weg. Wenn einer einen Hänger braucht, warum klaut er den ausgerechnet bei mir, so ganz ohne Sinn? Nee, da steckt was anderes dahinter, da besteht ein Zusammenhang. Seit zwei Tagen sucht die Kripo bei uns in der Siedlung, wo ein Hänger fehlt. Und heute kommen sie vielleicht zu mir und fragen, bitte schön, Herr Fröhlich, wo ist denn Ihr Hänger? Und was dann?' Karl Fröhlich hieb wütend seine Schottenmütze durch die Luft und fuhr fort: 'Ich war auf dem Müllplatz. Ich habe den toten Herrn Löffler gefunden, und ein Fahrradanhänger stand auch daneben. Den hat die Polizei zur Untersuchung. Und meiner ist plötzlich verschwunden, und nichts ist gemeldet. Na, da wird doch der Dümmste stutzig, und die Polizei muss sich fragen, was ist denn das für einer, dieser Fröhlich Karl? Schon werden Nachforschungen angestellt. Und was kommt 'raus? Ich sage es Ihnen jetzt freiwillig, und ohne dass Sie mich zwingen müssen. Ich habe mit dem Toten Streit gehabt, und zwar, als er noch lebendig war. Habe mir gedacht, wirst nicht weiter drüber reden, ist nicht so wichtig, aber jetzt, wo mein Hänger verschwunden ist, da sieht die Sache anders aus.

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