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Der Bestattungsvirtuose Kriminalroman von Schöttle, Rupert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Bestattungsvirtuose

Marius Volkhammer besitzt ein echtes Stradivari-Cello. Auf Bestattungen verdient er sich sein Geld, bis sein Instrument aus seiner Wohnung gestohlen wird. Die Ermittlungen führen die Inspektoren Kajetan Vogel und Alfons Walz nicht nur in die schönsten Gassen Wiens, sondern auch in die Welt der Instrumentenmafia. Hauptverdächtiger ist ein bekannter Instrumentenhändler, der Volkhammer einige Wochen zuvor ein äußerst lukratives Angebot für das Cello unterbreitet hatte. Als ein grausamer Mord geschieht, stoßen die beiden Inspektoren auf eine neue Fährte.

Rupert Schöttle wurde in Mannheim geboren. Nach seinem Studienbeginn am Mozarteum in Salzburg wechselte er nach Wien, in die "Welthauptstadt der Musik" - und wurde dort sofort heimisch. Nach seinem Diplom im Konzertfach Violoncello studierte er Musiksoziologie. Dieses Studium erwies sich als schicksalhaft, denn seine Diplomarbeit geriet in die Hände des Verlegers Hubertus Czernin, der Schöttle dazu aufforderte, ein Buch daraus zu machen. So wurde aus dem Musiker unversehens ein Schriftsteller. Im Gmeiner-Verlag veröffentlichte er 2011 seinen ersten Kriminalroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783734993602
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1098kBytes
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Der Bestattungsvirtuose

2. Kapitel (Samstag)

Kajetan Vogel war bester Laune.

Nicht eigentlich aus beruflichen Gründen, obwohl er dazu allen Grund gehabt hätte, hatte er doch gerade wesentlich dazu beigetragen, den Chef eines österreichweit agierenden Rings von serbischen Drogenkurieren dingfest zu machen, wodurch immerhin nach fast einem halben Jahr mühsamer Ermittlungen ein lästiger Fall endlich zum Abschluss gebracht worden war.

Nein, der Bezirksinspektor hatte gestern Abend etwas begonnen, was man in Wien gemeinhin als "Pantscherl" bezeichnet.

Hinter diesem eher harmlosen Begriff verbirgt sich das, was im protestantisch-strengen Norddeutschland üblicherweise ein "Verhältnis" genannt wird, in dessen schierem Klang, mit verächtlichem Umlaut in der Mitte, sich schon die ganze Tragweite solch unmoralischen Tuns widerspiegelt. Im sorgloseren Österreich hingegen rückt die weitaus gefälligere Bezeichnung in ihrer Verniedlichung die angenehme Seite in den Vordergrund.

Und angenehm war es tatsächlich gewesen, mit Miriam Rossi, einer italienischstämmigen Journalistin aus Vorarlberg, auf die Vogel schon seit längerer Zeit sein begehrliches Auge geworfen hatte. Doch leider hatte sich bis gestern keine passende Gelegenheit gefunden, den Blicken auch Taten folgen zu lassen. Bis auf ein paar beruflich motivierte Treffen - sie hatte über die Wiener Drogenszene recherchiert -, in deren Verlauf der Tonfall allerdings immer privater wurde, hatte sich nichts Nachhaltiges ergeben können. Da gab es ja schließlich auch noch Vogels Gattin Martina.

Doch glücklicherweise hatte diese, mit der er seit knapp sechs Jahren verheiratet war und es des Kindes wegen auch bleiben wollte, kurzerhand beschlossen, vor dem langen Winter mit ihrem fünfjährigen Töchterchen Laura noch einmal in den Süden zu fahren. In diesem Vorhaben hatte Vogel sie natürlich bestärkt, obwohl er, wie er sagte, "leider nicht mitkommen" könne, der Pharisäer. Denn kaum hatte er die beiden zum Bahnhof gebracht - sie flogen von Graz aus, wo Martina bei einer Freundin übernachten wollte -, steuerte er seinen Rover schon in Richtung Hermanngasse im siebten Wiener Gemeindebezirk, wo er im rustikalen Gasthaus "Grünauer" eine exzellente Kalbsleber zu verspeisen gedachte. Als ausgesprochener Feinschmecker wusste Vogel nur zu gut, dass es geradezu ein Frevel wäre, einen solchen Genuss für sich alleine in Anspruch zu nehmen. Weshalb er die schwarz gelockte Miriam zur Teilhabe gebeten hatte, die sich dort auch schon bald nach seiner Ankunft einfand. Die geröstete Kalbsleber mundete auch ihr in besonderem Maße und wieder einmal erwies sich die Erkenntnis als zutreffend, dass ein gemeinsam eingenommenes Abendessen einfach das beste Entree zu einer gemeinsam verbrachten Nacht darstellt.

Vogels Frau wollte nur eine Woche auf Samos bleiben, rasches Handeln war also angesagt. So hatte er die kostbaren sieben Tage (zu mehr Urlaub hatte er Martina leider nicht überreden können) schon jetzt mit Verabredungen verplant, die zu einem guten Teil von der gestrengen Gattin nicht goutiert worden wären. Dazu gehörte, aus verständlichen Gründen, auch das Abendessen mit Miriam ...

Allerdings hatte ihm die letzte Nacht so gut gefallen, dass er in seiner ursprünglichen Terminplanung wieder einiges abändern musste. So entflieht man freudig der einen Abhängigkeit und begibt sich unversehens in die nächste.

Den heutigen Abendtermin wollte er jedoch unbedingt einhalten, wobei die taktischen Gründe gegenüber Miriam nur eine untergeordnete Rolle spielten. Endlich einmal wollte er seinen Bridgepartner, mit dem er seit etwa einem halben Jahr im virtuellen Club einen überaus freundschaftlichen und regelmäßigen Umgang pflegte, persönlich treffen. Wie sich bald gezeigt hatte, spielte man nicht nur gut zusammen, sondern besaß auch den gleichen Sinn für Humor - was bekanntermaßen die beste Grundlage für eine tiefergehende Freundschaft darste

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