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Der Bluthund Ein Jack-Reacher-Roman von Child, Lee (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2020
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Bluthund

Platz 2 der Krimibestenliste im August 2020 - »Jack Reacher [...] ist nun mal einer der auffälligsten und interessantesten Krimihelden der letzten Jahrzehnte« Frankfurter Allgemeine
Der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher entdeckt zufällig bei einem Pfandleiher einen Abschlussring der Militärakademie West Point. Warum trennt sich jemand von einer so hart errungenen Trophäe? Einem Impuls folgend beschließt er, die ursprüngliche Besitzerin aufzuspüren und ihr diese Auszeichnung zurückzubringen. Doch der Ring ging bereits durch viele Hände, und plötzlich befindet sich Reacher im Netz einer kriminellen Organisation mit Verbindungen in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Ein Preis wird auf seinen Kopf ausgesetzt, Killer heften sich an seine Fersen. Es gibt eben Leute, mit denen man sich nicht anlegen sollte - zum Beispiel mit Jack Reacher!


Lee Child wurde in den englischen Midlands geboren, studierte Jura und arbeitete dann zwanzig Jahre lang beim Fernsehen. 1995 kehrte er der TV-Welt und England den Rücken, zog in die USA und landete bereits mit seinem ersten Jack-Reacher-Thriller einen internationalen Bestseller. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Anthony Award, dem renommiertesten Preis für Spannungsliteratur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 27.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641255244
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Jack Reacher 22
    Originaltitel: The Midnight Line (22 Reacher)
    Größe: 2020 kBytes
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Der Bluthund

3

Die Stadt war verhältnismäßig klein. Jenseits ihrer traurigen Seite lag eine, die vielleicht in fünf Jahren traurig sein würde. Vielleicht später. Vielleicht in zehn Jahren. Noch gab es Hoffnung. Hier waren einige, aber nicht allzu viele Geschäfte mit Brettern verschalt. Die meisten Läden machten noch Geschäfte - in behaglich ländlicher Geruhsamkeit. Auf den Straßen waren große Pick-ups langsam unterwegs. Es gab eine Billardhalle. Die Straßenbeleuchtung war spärlich, was bei einsetzender Dunkelheit auffiel. Irgendwie ließ die Architektur erkennen, dass hier Milchwirtschaft vorherrschte. Manche Geschäftshäuser hätten Scheunen sein können. In allen steckte dieselbe DNA.

In einem mit Schindeln verkleideten Holzhaus gab es eine Bar mit einem unbefestigten Parkplatz voller Unkraut, auf dem ordentlich aufgereiht sieben Harley-Davidsons standen. Vermutlich keine Hell's Angels, sondern irgendeine der zahlreichen Parallelorganisationen. Die Biker waren so gespalten wie Baptisten: alle gleich, aber unterschiedlich. Speziell diese Typen hatten offenbar eine Vorliebe für Chrom und schwarze Lederfransen. Sie fuhren fast liegend zurückgelehnt - mit gespreizten Beinen und weit nach vorn gestreckten Füßen. Vielleicht war das kühler. Vermutlich brauchten sie etwas Kühlung. Sie trugen schwere Lederwesten, lange Hosen und Stiefel. Alles aus schwarzem Leder. Auch im Spätsommer verdammt heiß.

Die Bikes waren in dunklen Farbtönen glänzend lackiert: vier mit orangeroten Flammen, drei mit silbern umrahmten Runen. Die Bar sah ziemlich heruntergekommen aus; an ihrer Fassade fehlte eine Menge Schindeln. In einem der Fenster stand ein Klimagerät, das auf Hochtouren arbeitete und Kondenswasser auf den Gehsteig tropfen ließ. Ein Streifenwagen rollte mit auf dem Asphalt zischenden Reifen langsam vorbei. County Police. Vermutlich hatte der Uniformierte im ersten Teil seiner Wache mit einer Radarpistole auf dem Highway etwas für den Stadtsäckel getan. Jetzt zeigte er Flagge auf den Nebenstraßen der Kleinstädte, für die er zuständig war, und achtete auf Problemzonen. Der Cop am Steuer schaute zu Reacher. Der Kerl hatte keine Ähnlichkeit mit dem Pfandleiher. Er wirkte hellwach. Sein Gesicht war schmal, sein Blick aufgeweckt. Er saß steif aufgerichtet am Steuer und hatte sich erst kürzlich beim Friseur einen »Whitewall«, zugelegt, einen an den Seiten sehr kurzen Bürstenhaarschnitt. Vielleicht erst einen Tag alt. Höchstens zwei.

Reacher blieb stehen und verfolgte, wie das Cop Car davonfuhr. In der Ferne war ein Motorrad zu hören, das näher kam, lauter und lauter wurde. Dann bog eine achte Harley um die Ecke, so langsam, wie es die Schwerkraft zuließ, eine große schwere Maschine, brabbelnd und patschend, ihr Fahrer mit weit vorgestreckten Füßen fast auf dem Rücken liegend. Er legte sich in die Kurve, wurde auf dem Kies langsamer. Über seinem schwarzen T-Shirt trug er eine schwarze Lederweste. Er parkte als Letzter in der Reihe. Im Leerlauf klang sein Bike wie ein Schmiedehammer auf einem Amboss. Dann stellte er den Motor ab und kippte die Maschine auf den Seitenständer. Nun herrschte wieder Ruhe.

Reacher sagte: »Ich suche Jimmy Rat.«

Der Blick des Kerls richtete sich auf eine der geparkten Harleys. Eine unwillkürliche Reaktion. Aber er sagte: »Kenn ich nicht«, und marschierte, steif und o-beinig, zum Eingang der Bar. Er war birnenförmig, ungefähr vierzig. Knapp einen Meter achtzig groß und füllig. Sein blasser Teint glänzte, als hätte er ihn mit Motoröl eingerieben. Er zog die Tür auf und verschwand in der Bar.

Reacher blieb, wo er war. Bei dem Bike, das der Neuankömmling angeschaut hatte, handelte es sich um eines der drei mit silbern umrandeten Runen. Es war so riesig wie die anderen, aber Lenker und Fußstützen lagen etwas näher an der Fahrerposition als bei den Übrigen. Ungefähr eine Handbreit näher als die des Neuankömmlings. Also war Jimmy Rat vermutlich kaum einen Meter fünf

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