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Der Butler, Band 03 - Das Mädchen von Cornelius, Curd (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2018
  • Verlag: BLITZ-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Butler, Band 03 - Das Mädchen

Eine junge Dänin fährt mit ihren Eltern zu einem Verwandtenbesuch in die USA. Sie kehrt nicht wieder zurück. Qualvolle zehn Jahre lang wird sie von den amerikanischen Geheimdiensten in einem Hochsicherheitstrakt festgehalten. Dort versucht man ihrem unglaublichen Geheimnis auf die Spur zu kommen. Mylady und ihr Butler greifen ein. Die Printausgabe umfasst 166 Buchseiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 166
    Erscheinungsdatum: 23.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957195111
    Verlag: BLITZ-Verlag
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Der Butler, Band 03 - Das Mädchen

27. März, Blackwater-Feriencamp, Texas

Tahca-Scaberry Hill ...

Sie konnte den Namen des Kaffs, in dessen Nähe das Kinderferiencamp aufgebaut war, nicht einmal richtig aussprechen. Die Kleinstadt lag am Rande einer Schlucht, irgendwo in den niedrigen, wacholderbedeckten Hügeln zwischen Abilene und dem texanischen Colorado City, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt im Bundesstaat Colorado. Hier, auf dem westlichsten Longhorn-Trail, wo es nur Staub und Mesquite-Gestrüpp gab, zogen einst kilometerlange Büffelherden durch die karge Talenge. Tonkawa-Indianer und Komantschen bewohnten das Land, bevor sie von den Weißen bekämpft und vertrieben wurden.

Der Name der Stadt, Tahca-Scaberry Hill, setzte sich aus einem Begriff der Tonkawa-Sprache und Englisch zusammen. Was er allerdings bedeutete, wusste Claire Hendriksen nicht. Zwar sprach sie mit ihren zehn Jahren schon ein recht passables Englisch, aber mit solchen Zungenbrechern hatte sie Probleme. Doch letztendlich war es egal.

Die überwiegende Zeit verbrachte Claire ihre Ferien im Blackwater-Camp oder der näheren Umgebung. Gestern hatte sie mit den anderen Kindern, beaufsichtigt von den Camp-Rangern, einen Ausflug in den sogenannten Rattlesnake Belt, den Klapperschlangengürtel, gemacht. Mitten in der texanischen Prärie waren die Winternester der Klapperschlangen zu finden, die die Reptilien in Felsspalten vor der Witterung schützten. Alljährlich kamen aus dem ganzen Land Schlangenfänger zur Frühjahrsjagd zusammen. Mit Benzindämpfen lockten sie die noch trägen Reptilien unter den Steinen hervor, dann schnappten sie sich die Tiere mit Fanghaken, die am oberen Ende mit einer Zange ausgestattet waren, und steckten sie in sichere Behälter. Anschließend wurden die hochgiftigen Grubenottern an Universitäten und Labors verkauft.

Mit Schaudern dachte Claire an das unheimliche Rasseln, das die bis zu zwei Meter langen Texas-Klapperschlangen mit den Hornklappen an ihrem Schwanzende auslösten; an die braun-schwarz geschuppten Leiber, die trotz ihrer Trägheit blitzschnell nach vorne schossen; an die kalten, senkrecht geschlitzten Augen und an die langen Giftzähne, die im Oberkiefer des flachen Kopfes saßen. Direkt neben ihr war einer der Fänger gebissen worden. Umgehend hatten ihm Notärzte aus der bereitstehenden Ambulanz ein lebensrettendes Serum verabreicht. Nachher hatte der Fänger den Kindern erzählt, dass die Schmerzen sofort nach dem Biss, durch den ihm das Gift eingespritzt worden war, eingesetzt hatten.

Plötzlich spürte Claire etwas an ihrem linken Knöchel, der von ihrer Dreiviertelhose nicht bedeckt war. Vor ihrem geistigen Auge sah sie eine riesige Klapperschlange mit weit geöffnetem Rachen und nadelspitzen Giftzähnen und schrie laut auf, doch das Lachen der anderen Kinder um sie herum holte sie in die Wirklichkeit zurück. Sie hockten zusammen um ein Lagerfeuer im Schatten von Wacholderbäumen, unweit der Holzbaracken des Camps. Wie aus einem Fotokalender spannte sich ein azurblauer, wolkenloser Himmel über das weite, karge Texas.

"Habe ich dich erschreckt?", fragte der Junge, der direkt neben ihr saß, grinsend.

Kevin Parker war ein für sein Alter ungewöhnlich großer Zwölfjähriger mit pechschwarzen Haaren, der Claire anschmachtete, seitdem sie im Camp waren. Die zierliche Claire mit dem fransigen Pony, durch den ihre Augen so blau wie das Meer in der Sommersonne schimmerten, war die einzige Ausländerin unter den Kindern, und Kevin fand das irgendwie herrlich exotisch. Vor allem, dass sie aus Dänemark, aus Good Old Europe , stammte, faszinierte ihn ungemein. Bislang hatte er über das kleine nordeuropäische Land nur aus Büchern gelesen. Die Hauptstadt Kopenhagen, in der Claire lebte, kam ihm vor wie ein verträumter Ort aus Harry Potters Welt.

Claire lächelte dem texanischen Jungen zu. In ihr entwickelt

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