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Der Diakon Limburg-Roman von Bracht, Horst Ch. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: Societäts-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Diakon

Limburg anno 1680. Durch seinen einflussreichen Ziehvater bekommt der ehelos geborene Waise Carl am Kaiserhof in Wien einen Einblick in das ausschweifende Leben der Adligen und des Klerus. Geblendet von der Prunksucht, findet er sich nicht mit seiner tristen Situation ab, sondern träumt von Reichtum und Anerkennung. Unverhofft findet er einen großzügigen Förderer, der ihm ein Theologiestudium finanziert. Die üppigen Pfründe der Kirche vor Augen, schafft er es mit großem Eifer zum Diakon und wartet auf die letzte, entscheidende Weihe. Als sein Gönner jedoch stirbt, ist Carl gemeinen Intrigen, einer verleumderischen Anklage, kleinkariertem Standesdünkel und vor allem dem starrsinnigen, engstirnigen Erzbischof von Trier ausgeliefert: Vom Kuhstall auf die Kanzel - nicht in seinem Bistum. Carl hadert mit Gott und der Kirche. In tiefer Verzweiflung sucht er Trost bei der Witwe seines besten Freundes, seiner heimlichen Jugendliebe...

Horst Christian Bracht, Jahrgang 1943, studierte an der Technischen Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig Maschinenbau und übernahm verschiedene Managementaufgaben in der Industrie. Erst im Ruhestand hat er die Muße für seine wahre Leidenschaft, die Schriftstellerei, gefunden. Horst Christian Bracht lebt seit langem mit seiner Frau in einem alten Fachwerkhaus in der Limburger Altstadt, deren spannende Historie ihn für seinen Debütroman 'Die Schwedenfratze' inspirierte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955422295
    Verlag: Societäts-Verlag
    Größe: 502kBytes
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Der Diakon

Vorwort - Hotzel-Carl

E s gibt einige, äußerst seltene Momente der Selbsterkenntnis im Verlaufe eines Lebens, die einen Menschen entweder in tiefe Verzweiflung stürzen oder der Zukunft eine Vision, ein zu erstrebendes Ziel und neue Zuversicht geben können. Ausgerechnet bei einem feierlichen Requiem für eine hochehrwürdige Adelswitwe anno 1678 wurde ihm bewusst, sein Leben werde einst so enden, wie es begonnen hatte: als ehrloser, krüppeliger Bastard, geächtet von Kirche und Gemeinde, vielleicht sogar auf dem Acker der Verstoßenen verscharrt, ohne christlichen Segen. Mit der unehelichen Geburt war sein Leben vorbestimmt. Knecht blieb Knecht, Adel und Klerus standen jedoch die Welt offen dank der ihnen - und nur ihnen - verliehenen Macht, sei es weltliche oder geistliche oder weltliche und zugleich geistliche. Verliehen von wem? Von Gottes Gnaden? Wen Gott liebt, so sagte man, dem schenkt er adliges Geblüt, Macht, Ehre, Weisheit und Wohlstand. Die weltlichen und kirchlichen Würdenträger schwelgten im Pomp und Überfluss, davon konnte er nur träumen. Der brave, gemeine Bürger hatte den Mächtigen zu dienen, vor ihnen untertänigst im Staub zu kriechen. Der vierzehnjährige Carl war zu dieser Trauerfeier eigentlich nicht zugelassen, das Volk war ausgesperrt, hatte vor der Klosterkirche zu warten. Sein Ziehvater, Ratsherr der Stadt, hatte ihn eingeschleust: Carl müsse dieser für Lympurg einmaligen Ansammlung von höchsten Würdenträgern beiwohnen, dieses Ereignis dürfe er nicht versäumen. Seine rastlosen, aufgerissenen Augen schweiften immer wieder über die Hochwürden und Hochwohlgeborenen, als sie den breiten Gang zum Traueraltar hinunterschritten. Es schien, als blicke er durch eine unsichtbare Mauer auf Menschen, die der Schöpfer mit besonderen Privilegien ausgestattet hatte, die wahrlich Gottes Lieblinge sein mussten. Immer wieder schaute er zum Gekreuzigten in der Klosterkirche Sankt Sebastian auf. Zunächst noch zögerlich fragend, dann mit einem deutlichen Ausdruck des Unmutes. Warum? Warum hatte der Allmächtige ihn nicht als Adligen in die Welt gesetzt? Warum hat er ihn mit körperlichem Makel gestraft? Warum musste sein Leben mit dem Tod seiner Mutter beginnen? Seine Mutter Anna hatte sich einst als Küchenmagd beim Freiherrn von Walderdorff bedingt. Zwei Jahre bevor die Arbeiten für den Um- und Neubau des kompakten, feudalen Gebäudekomplexes mitten in der Stadt, hinter den Brotschirnen, begannen. Sie musste vor allem die Handwerker - vorwiegend italienische - bekochen. Anna war die jüngste von drei Schwestern, von denen zwei bereits unter der Haube waren. Ihre Eltern hatten sie bereits lange verloren. Die Töchter mussten zusehen, wo sie blieben. Lisbeth war mit dem Hofbeständer Johann Pauli von Blumroth verheiratet. Keine besonders erstrebenswerte Partie, aber sie war versorgt. Die andere, hübschere Schwester Maria hatte sich den reichen Lympurger Ratsherrn und Tuchhändler Hans Birkenbühl geangelt, sie wollte nicht wie ihre anderen Schwestern als Magd enden. Anna dagegen war stolz, am neuen, herrschaftlichen Hof der Freiherrn arbeiten zu dürfen, war es doch neben der Residenz des Churfürstlichen Oberamtmanns oben auf dem Felsen das zweitgrößte und bedeutendste profane Bauwerk der Stadt, das die Lympurger auch als "Stadtschloss" bezeichneten. Zu ihrer größten Freude hatte sie eine eigene kleine Kammer am Hof beziehen dürfen. Die Küchenmägde hatten Anna ob ihrer freundlichen, lebensfrohen Art ins Herz geschlossen. Aber das Schicksal war ihr nicht hold. Nach einer kurzen, ungestümen Liebesaffäre wurde sie schwanger. Bald strengte sie die Küchenarbeit zu sehr an, und als sie zudem großes Unwohlsein plagte, bat sie ihre Schwester Lisbeth, auf dem abgelegenen Hof Blumroth niederzukommen. Sie verließ den Walderdorffer Hof nicht unbedingt freiwillig, denn der rigorose Küchenmeister drängte sie mit Nachdruck, in ihrem Zustand vom herrschaftlichen Anwesen z

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