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Der Gesang des Todes von Gold, Anne (eBook)

  • Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
eBook (ePUB)
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Der Gesang des Todes

Kommissär Francesco Ferrari langweilt sich unsäglich an einer Benefizveranstaltung im Theater Basel, dösend lässt er die Wagner-Oper über sich ergehen. Beim anschliessenden Galadinner in der Kunsthalle läuft er hingegen rasch zur Hochform auf - zum Leidwesen seiner Partnerin Monika sowie seiner Kollegin Nadine Kupfer. Der feuchtfröhliche Abend nimmt eine abrupte Wendung, als die weltberühmte Sopranistin, die nach langer Zeit erstmals wieder in ihrer Heimatstadt Basel aufgetreten ist, tot in ihrer Garderobe aufgefunden wird. Wer bringt eine Operndiva um, die nur für ihre Tochter und ihre Musik lebt? Handelt es sich um ein Beziehungsdelikt? Oder geht es einmal mehr um Geld und Macht? Ferrari und Nadine tauchen in eine unbekannte, geheimnisvolle Welt ab. Werden sie auch ihren 13. Fall in bewährter Manier lösen oder steht dieser Fall unter einem schlechten Stern?

Anne Gold ist das Pseudonym von zwei Basler Autoren

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 296
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783724523086
    Verlag: Friedrich Reinhardt Verlag
    Größe: 273 kBytes
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Der Gesang des Todes

1. Kapitel

Von Weitem drangen Stimmen ans Ohr von Kommissär Francesco Ferrari. War das nicht der Schrei einer Frau? Doch ganz bestimmt. Eine tiefe Männerstimme schmetterte ihr entgegen. Sie wird bedrängt, sie ist in Not! Ich muss ihr helfen.

«Wach sofort auf!», Monika schlug ihrem Lebenspartner den Ellbogen in die Rippen. «Du bist so was von peinlich. Fehlt nur noch, dass du schnarchst.»

«Au! Was ... wie? Ich ... ich habe gar nicht geschlafen.»

Die Zuschauer applaudierten, Ferrari klatschte höflich mit. Warum schleppt sie mich auch immer wieder an irgendwelche langweiligen Anlässe? Und erst noch zu einer Wagner-Marathonaufführung, das ist eine reine Qual. Puh! Ja, Olivia Vischer, die Erbin des milliardenschweren Pharmakonzerns, hat die Elite von Basel eingeladen. Aber jetzt mal ehrlich, die Leute kommen einzig und allein an diese Benefizveranstaltungen, um mit Olivia gesehen und fotografiert zu werden und mit etwas Glück an ihrer Seite in den sozialen Medien zu erscheinen. Ah, was sehe ich da?! Mein verehrter Schulfreund Yvo Liechti, seines Zeichens Stararchitekt und Lover meiner Kollegin Nadine Kupfer, versucht das Gähnen zu unterdrücken. Er ist bestimmt auch eingeschlafen. Die Zuschauer erhoben sich zu Standing Ovations. Auch das noch.

«Na, was ist, Schlafmütze? Aufstehen! Diese Inszenierung war wirklich sensationell.»

Mürrisch erhob sich der Kommissär und versuchte, in den Klatschrhythmus der frenetisch applaudierenden Zuschauer einzustimmen.

«Bravo! Bravo!»

So, das reicht jetzt langsam. Draussen im Foyer gibts bestimmt Champagner, vielleicht sogar noch einige Häppchen. Ferrari schaute sich ungeduldig um, doch das Publikum war nicht mehr zu bremsen. Die Zuschauer trampelten wild mit den Füssen auf den Boden. Jetzt übertreiben sie es aber endgültig, meine sind eingeschlafen und mein Hinterteil auch.

«Wag es nicht, dich hinzusetzen!», zischte Monika.

«Schon gut. Ich klatsche ja wie verrückt.»

Ferrari schielte zu Yvo, der vor Begeisterung raste.

«Heuchler!», flüsterte er ihm zu.

Yvo Liechti lächelte verschmitzt, konnte aber nur mit Mühe das Gähnen unterdrücken. Langsam brachen die Bravo-Rufe ab und die ersten Zuschauer drängten nach draussen. Geschafft! Endlich ist der Mist vorbei. Ferrari streckte sich ausgiebig, was ihm diesmal einen Handkantenschlag von Nadine eintrug.

«Spinnst du?!»

Nicht genug, dass ich mir dieses Gekrächze anhören muss, jetzt werde ich auch noch von allen Seiten malträtiert. Hoffentlich ist wenigstens der Champagner gut. He, was ist denn das? Keine Häppchen? Kein Champagner?

«Hier!», Monika drückte ihm die Garderobennummer in die Hand. «Wenn du mich schon während der Oper zur Lachnummer machst, dann spiel wenigstens jetzt den Kavalier und hol mir meinen Mantel, Schatz!»

«Lass das. Ich mag es nicht, wenn du mich ins Ohr kneifst.»

«Und ich hasse es, wenn du mich im Theater vor allen blossstellst», fauchte sie.

Schon gut. Es wird wohl besser sein, wenn ich mich in die Reihe mit all diesen aufgeblasenen Typen stelle, die hochtrabend über die Aufführung diskutierten. Sensationell. Grossartig. Einmalig. Ein Meilenstein in der Operngeschichte. Eine sehr moderne Wagner-Inszenierung. Klassik und Moderne miteinander vereint. Und erst die Hauptdarsteller, diese Stimmen. Sie gehen einem durch Mark und Bein. Dass ich nicht lache. Mürrisch nahm Ferrari den Mantel in Empfang.

«Und, wie hat es dir gefallen, Francesco?», erkundigte sich Olivia beim Verlassen des Theaters.

«Na ja, es war etwas lang.»

«Das sind Wagner-Opern immer.»

«Viel hast du ja nicht mitbekommen.»

«Ich muss schon bitten, Nadine. Wenn jemand für eine Sekunde die Augen schliesst, heisst es noch lange nicht, dass er eingeschlafen ist. Was gibts denn da zu lachen, Yvo? Du siehst auch etwas müde aus.»

«Nice try, aber es gelingt dir nicht

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