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Der Himmel auf Erden Der fünfte Fall für Erik Winter von Edwardson, Åke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2012
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Der Himmel auf Erden

Mysteriöse Kindesentführungen, ein falscher "Onkel" mit einem grünen Stoffpapagei am Rückspiegel seines Autos und ein Verrückter, der im nächtlichen Göteborg hinterrücks junge Männer überfällt: Erneut wird Kommissar Erik Winter mit den finsteren Seiten moderner Verbrechen konfrontiert ... Ein spannender Fall, gut recherchiert, geschickt angelegt und voll von der psychologischen Abgründigkeit, die aus Åke Edwardsons Büchern viel mehr als reine Krimis macht.

Åke Edwardson, geboren 1953, lebt mit seiner Frau in Göteborg. Einige Monate im Jahr verbringt das Ehepaar im Süden Spaniens, in Marbella. Bevor Edwardson einer der weltweit erfolgreichsten Krimiautoren wurde, arbeitete er als Journalist u. a. im Auftrag der UNO im Nahen Osten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 16.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843705738
    Verlag: Ullstein
    Originaltitel: Himlen är en plats pa jorden
    Größe: 2085 kBytes
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Der Himmel auf Erden

1

E ins der Kinder sprang vom Klettergerüst in die Sandkiste, und er lachte auf, plötzlich und kurz. Es sah so lustig aus. Er hätte auch so springen mögen, doch dann hätte er aus dem Auto steigen, um den Zaun herum durch die Pforte zum Klettergerüst gehen müssen, das rot und gelb war.

Sein Autoradio lief, aber er hörte nicht hin. Ein Regentropfen fiel auf die Scheibe und noch einer. Er schaute auf, der Himmel war jetzt dunkler als vorher. Er blickte wieder zum Spielplatz und den Bäumen dahinter. Die Äste hatten kein Laub mehr, die Bäume waren nackt. Was man im Sommer nicht sehen konnte, war jetzt sichtbar. Die Stadt war nackt. Das hatte er gedacht, als er über nasse Straßen hierher gefahren war. Diese Stadt war wieder nackt. Das gefiel ihm nicht. Es wurde fast noch schlimmer als vorher.

Jetzt sprang wieder ein Kind. Das Kind lachte, als es im Sand landete, er konnte es hören, obwohl sein Radio lief. Er hörte nicht hin. Er lauschte dem Lachen des Kindes. Jetzt lachte er selber. Er war nicht froh, aber er lachte, weil das Lachen des Kindes schön klang und weil es schön war, ein Kind zu sein und zu springen und wieder aufzustehen und wieder zu springen.

Es hörte auf zu regnen, bevor es richtig angefangen hatte. Er drehte die Autoscheibe ein wenig herunter. Draußen roch es nach Spätherbst. Nichts anderes roch so. Auf der Erde lag schwarz gewordenes Laub. Leute gingen im Park spazieren. Manche schoben Kinderwagen vor sich her. Einige standen auf dem Spielplatz, auch ein paar Erwachsene, viele Kinder liefen dort herum, sie lachten.

Er hatte auch gelacht, damals, als er noch ein Kind gewesen war. Er konnte sich erinnern, wie er einmal gelacht hatte, als seine Mama ihn aufgehoben und so hoch gehalten hatte, dass sein Kopf die Deckenlampe berührte. Da oben war ein Licht gewesen, das war verschwunden, als sie ihn wieder absetzte.

Im Radio sagte jemand etwas. Er hörte nicht hin, er befand sich in einem Land, in dem er klein gewesen und wieder von der Decke heruntergekommen war, und seine Mama hatte etwas gesagt, an das er sich nicht mehr erinnern konnte, an nichts erinnerte er sich mehr, und später hatte er oft darüber nachgegrübelt, was sie gesagt hatte. Es wäre wichtig für ihn gewesen, das Letzte, was sie zu ihm gesagt hatte, ehe sie zur Tür hinausging und nie wiederkam.

Nie, nie ist sie zurückgekommen.

Er spürte, dass seine Wangen nass waren, so nass wie die Autoscheiben hätten sein können, wenn es weiter geregnet hätte. Er hörte, dass er etwas sagte, wusste aber nicht, was.

Er sah wieder zu den Kindern.

Und er sah wieder das Zimmer, später, aber er war immer noch klein, er schaute aus dem Fenster, die Scheiben waren nass von Regen, und er hatte etwas mit dem Finger aufs beschlagene Glas gemalt, die Bäume da draußen, die ohne Laub waren. Seine Mama stand neben diesen Bäumen. Wenn er ein Auto gemalt hätte, hätte sie im Auto gesessen. Ein Pferd, und sie wäre darauf geritten. Ein Kind, und sie würde das Kind an der Hand halten. Sie gingen über eine Wiese, auf der rote und gelbe Blumen blühten.

Er malte das Feld. Er malte ein Meer auf der anderen Seite des Feldes.

Abends machte er das Bett für seine Mama. In seinem Zimmer stand ein kleines Sofa, und dort baute er ihr ein Bett mit einer Decke und einem Kissen. Falls sie kommen sollte, könnte sie dort schlafen, könnte sich sofort hinlegen, alles würde bereit sein.

Jetzt drehte er die Scheibe ganz herunter und atmete schwer. Dann drehte er sie wieder hoch, startete das Auto, fuhr um den Spielplatz herum und parkte direkt vorm Eingang. Er öffnete die Autotür. Rundherum waren noch andere Autos geparkt. Er konnte die Stimme

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