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Der Junge aus dem Wald Thriller von Coben, Harlan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.08.2020
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Junge aus dem Wald

Als kleiner Junge wurde er im Wald gefunden, allein und ohne Erinnerungen. Niemand weiß, wer er ist oder wie er dort hinkam. Dreißig Jahre später ist Wilde immer noch ein Außenseiter, lebt zurückgezogen als brillanter Privatdetektiv mit außergewöhnlichen Methoden und Erfolgen. Bis die junge Naomi Pine verschwindet und Staranwältin Hester Crimstein ihn um Hilfe bittet. Was zunächst wie ein Highschooldrama aussieht, zieht bald immer weitere Kreise - in eine Welt, die Wilde meidet. Die Welt der Mächtigen und Unantastbaren, die nicht nur Naomis Schicksal in den Händen zu halten scheinen ...

Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bisher in über 40 Sprachen übersetzt und erobern regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten. Harlan Coben, der als erster Autor mit den drei bedeutendsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet wurde - dem Edgar Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award -, gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Familie in New Jersey.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 24.08.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641258368
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The boy from the woods
    Größe: 1794 kBytes
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Der Junge aus dem Wald

ZWEI

Der Experte im Hipster-Outfit sagte: »Den Typen sollte man einfach in den Knast stecken.«

Hester Crimstein war live auf Sendung und wollte gerade zum verbalen Gegenschlag ansetzen, als ihr am Rand ihres Blickfelds jemand ins Auge fiel, der wie ihr Enkel aussah. Gegen das Studio-Scheinwerferlicht war die Person nur schwer auszumachen, aber sie sah aus wie Matthew.

»Das sind aber starke Worte«, sagte der Moderator, ein ehemals charmanter Schönling, dessen Diskussionstechnik in erster Linie darin bestand, einen verblüfften Gesichtsausdruck aufzusetzen und beizubehalten, als wären seine Gäste Idioten, ganz egal, ob ihre Argumente Sinn ergaben oder nicht. »Was sagen Sie dazu, Hester?«

Matthews Erscheinen - er musste es sein - hatte sie aus dem Konzept gebracht.

»Hester?«

Kein guter Zeitpunkt, die Gedanken schweifen zu lassen, ermahnte sie sich. Konzentrier dich.

»Sie sind abscheulich«, sagte Hester.

»Wie bitte?«

»Sie haben mich schon verstanden.« Sie richtete ihren berüchtigten, vernichtenden Blick auf den Hipster-Experten. »Abscheulich.«

Was will Matthew hier?

Ihr Enkel hatte sie noch nie ohne Vorankündigung während der Arbeit besucht - weder im Büro noch in einem Gerichtssaal oder im Studio.

»Würden Sie das bitte erklären?«, fragte der Moderatoren-Schönling.

»Aber klar doch«, sagte Hester und sah den Hipster-Experten weiter mit einem feurigen Blick an. »Sie hassen Amerika.«

»Wie bitte?«

»Mal ehrlich«, fuhr Hester fort und warf ihre Hände in die Luft, »wozu haben wir überhaupt ein Gerichtswesen? Wer braucht denn so etwas? Schließlich haben wir doch die öffentliche Meinung, oder? Kein Prozess, keine Jury, kein Richter - lassen wir doch einfach die Twitter-Meute entscheiden.«

Der Hipster-Experte setzte sich etwas aufrechter hin. »Das habe ich nicht gesagt.«

»Doch, genau das haben Sie gesagt.«

»Es gibt Beweise, Hester. Ein sehr eindeutiges Video.«

»Oho, ein Video.« Sie wackelte mit den Fingern, als sprächen sie über einen Geist. »Also noch einmal: Da braucht es keinen Richter und keine Jury. Das erledigen Sie schon, als gütiger Anführer der Twitter-Meute ...«

»Ich bin nicht ...«

»Pst! Jetzt rede ich. Oh, Entschuldigung, ich glaube, ich habe Ihren Namen vergessen. Insgeheim nenne ich Sie den Hipster-Experten, aber ich kann Sie ja auch einfach Chad nennen?« Er öffnete den Mund, aber Hester ließ sich nicht bremsen. »Wunderbar. Sagen Sie, Chad, welche Strafe würden Sie als angemessen für meinen Mandanten erachten? Wo Sie doch schon darüber entschieden haben, ob er schuldig oder unschuldig ist, warum sprechen Sie dann nicht auch gleich das Urteil?«

»Ich heiße Rick.« Er schob seine Hipster-Brille hoch. »Und wir alle hier haben das Video gesehen. Ihr Mandant hat einem Mann ins Gesicht geschlagen.«

»Herzlichen Dank für die Analyse. Wissen Sie, was wirklich hilfreich wäre, Chad?«

»Mein Name ist Rick.«

»Rick, Chad, wo ist da der Unterschied? Es wäre wirklich hilfreich, ja geradezu wahnsinnig hilfreich, wenn Sie und Ihre Meute einfach alle Entscheidungen für uns treffen. Überlegen Sie nur, wie viel Zeit wir so sparen könnten. Wir posten einfach ein Video in den sozialen Medien und entscheiden anhand der Reaktionen über Schuld oder Unschuld. Daumen hoch oder Daumen runter. Wir bräuchten weder Zeugen noch Aussagen oder Beweise. Nur unseren Richter Rick Chad hier.«

Das Gesicht des Hipster-Experten lief rot an. »Wir haben alle gesehen, was Ihr reicher Mandant dem armen Mann angetan hat.«

Der Moderatoren-Schönling ging dazwischen: »Bevor wir fortfahren, zeigen wir das Video noch einmal, damit alle, die gerade erst zugeschaltet haben, wissen, worüber wir sprechen.«

Hester hätte am liebsten widersprochen, aber sie hatten das Video schon unzählige Male gezeigt und würden es noch unzählige Male zeigen. Ih

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