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Der K"nig von Weiden Kriminalroman von Mader, Raimund A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Der K"nig von Weiden

Ein n"chtlicher Anruf verbunden mit einem Auftrag: ¯Schreiben Sie einen Roman ber K.!® ¯K.®, das war Walter Klankermeier, der in Weiden zum ungekr"nten Nachtclubk"nig der sp"ten 70er-Jahre aufgestiegen war. Sein mysteri"ser Tod Anfang der 80er wurde nie gekl"rt. Der Empf"nger dieses Auftrags ist ein erfolgreicher Autor, der sich fortan mit dem Fall Klankermeiers besch"ftigt. Bei seinen Recherchen wird er in die d steren Ereignisse jener Tage hineingezogen, bis sein Leben aus den Fugen ger"t.

Raimund A. Mader, geboren 1952 in Bad T"lz, lebt seit vielen Jahren in der n"rdlichen Oberpfalz. Er studierte Anglistik und Germanistik in M nchen und Seattle/Washington. Heute arbeitet er als Gymnasiallehrer in Weiden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 279
    Erscheinungsdatum: 03.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839249109
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2098 kBytes
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Der K"nig von Weiden

1. Kapitel

Der Anruf kam nachts um halb drei. Eine sanfte Stimme. Niemand, den ich kannte.

"Sie schreiben Kriminalromane?"

Ich verstand sofort, dass es im Grunde keine Frage war und der Mann - es war zweifelsohne eine Männerstimme - keine Antwort erwartete. Es war eher eine Feststellung. Dazu kein Wort der Entschuldigung für den ungewöhnlichen Zeitpunkt des Anrufs. Ob der Störenfried wusste, dass ich Nachtarbeiter war? Dass es kein Zufall war, dass er mich zu solch später Stunde am Schreibtisch antraf.

"Wissen Sie, wie spät es ist?"

Schweigen.

"Hallo?"

"Ich habe Ihre Kriminalromane gelesen ... sehr spannend."

Ich wartete. Hörte, wie er atmete. "Ja?"

Was wollte der Mann? Einer meiner Leser, wie es den Anschein hatte. In dem Fall war es besser, höflich zu bleiben. Ich verdiente gut, aber jeder Leser zählte schließlich. Ich wartete. Blickte aus dem Fenster, den Hörer am Ohr. Von meinem Fenster aus sehe ich auf St. Michael und die Fußgängerzone. Selbst nachts ist es dort immer noch recht hell.

"Sagt Ihnen der Name K. etwas?"

"K.?" Ein Name? Ein Begriff für mich. Durchaus. Ebenso, wie für die meisten der älteren Einwohner der Stadt, die ihn vor 30 Jahren erlebt hatten. K., der Nachtclubkönig, der die Provinzler mit seinen für damalige Verhältnisse ungemein freizügigen Sex-Shows geschockt und das kleine Städtchen und seine biederen Einwohner in Unruhe versetzt hatte. Bis man ihn irgendwann ermordet hatte.

"Natürlich."

"Sie sollten über ihn schreiben. Ein interessanter Fall, der nie aufgeklärt wurde ..."

"Ich schreibe nicht über reale Verbrechen", sagte ich. "Verstehen Sie? Reale Verbrechen zerstören die Fantasie. Ich bin Autor, kein Journalist."

"Schade. Sie schreiben wirklich gut."

Wieder blickte ich aus dem Fenster. In einiger Entfernung, vor einem der Schaufenster, bewegte sich etwas. Ein Schatten, vielleicht jemand, der in sein Handy sprach. Ich war mir nicht sicher. "Hören Sie. Es ist spät ..."

Der Anrufer ging nicht darauf ein, redete weiter, als habe er meinen zögerlichen Einwand nicht wahrgenommen.

"Ich habe Informationen. Die könnten Sie interessieren."

"Ich weiß nicht ..."

"Kommen Sie am Sonntag zum Bahnhof. Steigen Sie in den Zug nach Regensburg. Abfahrt 12.43 Uhr."

Er wiederholte den letzten Teil noch einmal. Als käme es ihm darauf besonders an. "Abfahrt 12.43 Uhr."

Ich wollte etwas sagen, ihm deutlich machen, dass ich nichts dergleichen tun würde. Doch ehe ich antworten konnte, hatte er aufgelegt. Einen Augenblick lang war ich verwirrt. Als ich noch einmal auf den Oberen Markt zu meinen Füßen blickte, war nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Niemand, der sich in einen der Hauseingänge drückte. Kein Schatten. Niemand. Der Platz war leer und verlassen. Ich beschloss, zu Bett zu gehen.

In dieser Nacht schlief ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder tief und fest. Keiner der üblichen Träume quälte mich. Als ich am nächsten Morgen, einem Samstag, erwachte, war es bereits 9 Uhr und meine Frau und die Kinder saßen in der Küche und frühstückten. Ein Bild perfekter Harmonie, dachte ich, während ich hineintrat. Ich fühlte mich hervorragend. Dennoch konnte ich ein Gefühl der Fremdheit ihnen gegenüber nicht leugnen. Als ich sie so sitzen sah, im warmen Kreis des Deckenlichts, ihre freudig unschuldigen Blicke wahrnahm, die sich plötzlich auf mich richteten, empfand ich mit einem Mal die Ausgeschlossenheit, die mit meinem Beruf einherging. Ich bin kein sozialer Mensch und dazu kommt, dass das Leben zwischen Traumwelt und Realität, das ich zu führen gezwungen bin, mich ihrer Gesellschaft weitgehend beraubt hat.

Ich setzte mich zu ihnen, langte zu, trank Kaffee. Wir sprachen über die Schule der Kinder, die täglichen Pflichten meiner Frau, Dinge, die ich wie aus weiter Ferne registrierte.

"Du s

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