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Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc Philippe Lagarde ermittelt von Dries, Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.12.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc

Bei Sanierungsarbeiten in einer alten Abtei entdecken die Arbeiter hinter einer Mauer vier Frauenskelette. Bei einer der Leichen wird ein Medaillon gefunden - darin ein Foto von Caroline Vernier, deren Enkelin vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Nachdem ein Privatdetektiv, der den Fall bearbeitet, sich das Leben nimmt, soll Philippe Lagarde die Ermittlungen leiten. Ihm wird der Polizist Jacques Bayrou zur Seite gestellt. Doch der zeigt ein ungewöhnliches Interesse an dem Fall, und bald ist Lagarde nicht mehr sicher, ob er ihm trauen kann ...

Maria Dries wurde in Erlangen geboren und hat Sozialpädagogik und Betriebswirtschaftslehre studiert. Heute lebt sie in der Fränkischen Schweiz. Schon seit vielen Jahren verbringt sie die Sommer in Frankreich.  

Im Aufbau Taschenbuch sind bisher erschienen: Der Kommissar von Barfleur, Die schöne Tote von Barfleur, Der Kommissar und der Orden von Mont-Saint-Miche,l Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague, Der Kommissar und der Tote von Gonneville, Der Kommissar und die Morde von Verdon, Der Kommissar und die verschwundenen Frauen von Barneville, Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse, Der Kommissar und das Biest von Marcouf, Der Kommissar und die Toten von der Loire und Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 08.12.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841225498
    Verlag: Aufbau Verlag
    Serie: Philippe Lagarde 12
    Größe: 3281 kBytes
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Der Kommissar und der Teufel von Port Blanc

Erster Tag
Die Abbaye de Beauport

Das Ehepaar Jean-Charles und Laurence Le Gal wohnte in einer Fischerkate am nördlichen Rand von Paimpol in der Nähe der kleinen Straße, die zu der Arcouest-Landzunge führte. Dort legten die Schiffe ab, die die Inselgruppe Bréhat ansteuern wollten. Obwohl man leicht dorthin gelangte, barg das umgebende Meer einige Gefahren.

Das geduckte Reetdachhaus aus grauem Granitstein mit massigen Kaminzügen, die den First überragten, hatte leuchtend grüne Türen und Fenster. Der Vorgarten glich einem Pflanzenparadies, in dem die bretonische Nationalpflanze, die Hortensie, dominierte. Eine alte knorrige Tamariske, deren Rispenzweige vom stürmischen Westwind durchgeschüttelt wurden, erhob sich im Garten.

Jean-Charles war zweiundsechzig Jahre alt und hatte, solange er denken konnte, sein Brot mit der Küstenfischerei verdient. Er war klein, dürr und zäh, sein Gesicht vom Wetter gegerbt, und die grauen Haare begannen sich zu lichten. Vor einem Jahr hatte er sich aufgrund gesundheitlicher Probleme entschieden, in den Ruhestand zu gehen, fuhr jedoch fast jeden Tag mit seinem Boot aufs Meer hinaus, um zu angeln. Er liebte die raue See, den Geruch nach Fisch und Tang, die Weite und die Einsamkeit. Sein Leben verlief im Rhythmus der Gezeiten.

Laurence war früher in der ortsansässigen Fischfabrik beschäftigt gewesen und hatte sich nach dem dritten Kind entschlossen, ausschließlich Hausfrau und Mutter zu sein. In dieser Aufgabe war sie aufgegangen. Inzwischen waren die Kinder aus dem Haus, und sie beschäftigte sich mit Kochen, Backen, der Gartenarbeit und strickte Pullover für ihren Mann und die Enkelkinder. Sie war engagiertes Mitglied im örtlichen Kirchenchor und versäumte nie eine Probe. Im Gegensatz zu ihrem Mann war sie korpulent und mit den Jahren behäbig geworden. Sie hatte ein freundliches Gesicht mit rosigen runden Wangen und trug die Haare zu einem Dutt hochgesteckt.

An diesem nebligen Novembermorgen hatte sie eine Kittelschürze übergezogen, den Holzofen angeschürt und den Hund in den Garten gelassen. Hugo, ein verspielter Riesenschnauzer, hatte sich über das Trockenfutter hergemacht und lag jetzt zufrieden in seinem Korb neben dem Ofen und döste, während Laurence das Frühstück zubereitete.

Sie saß mit Jean-Charles am Küchentisch, aß die dritte Crêpe, dick bestrichen mit gesalzener Karamellcreme, crème de caramel au beurre salé, und sah dabei stirnrunzelnd aus dem Fenster, an dessen Scheibe unablässig Wasserschlieren hinabflossen. Im Garten peitschte der Wind die Regentropfen fast waagrecht vor sich her.

»Willst du bei diesem Wetter wirklich zur Abbaye hinausfahren?«, fragte sie ihren Mann.

»Aber ja«, antwortete er. »Ich bin mit Michel und Paul in der Bar-Tabac am Fischerhafen verabredet.« Er warf einen Blick auf die Küchenuhr. »In einer halben Stunde treffen wir uns. Ich trinke noch einen café au lait, dann muss ich los.«

Vor einigen Monaten hatte sich in Paimpol ein Verein zur Sanierung und Unterhaltung der Abbaye de Beauport gegründet. Federführend war Michel, ein Architekt im Ruhestand, der historische Monumente liebte und sich für ihren Erhalt einsetzte. Inzwischen war es ihm gelungen, eine stattliche Summe an Fördergeldern zu akquirieren, so dass die Restaurierungsarbeiten beginnen konnten. Das denkmalgeschützte Gebäude beherbergte Ausstellungen und war eine faszinierende Naturbühne für Theateraufführungen, Konzerte und artistische Darbietungen. Wenn es in der Adventszeit weihnachtlich geschmückt war, wähnte man sich in einer Märchenkulisse. Michel hatte Jean-Charles für das Projekt begeistern können, ebenso Paul, einen selbstständigen Maurermeister. Die drei Männer waren Gründungsmitglieder des Vereins gewesen, und etliche engagierte Bürger hatten sich ihnen angeschlossen. Die örtliche Presse war ganz auf ihrer Seite und veröffentlichte regelmäßig Zeitungsartikel mit Fotos.

Der Fischer er

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