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Der Kommissar und der Tote von Gonneville Ein Kriminalroman aus der Normandie von Dries, Maria (eBook)

  • Verlag: Aufbau Verlag
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Der Kommissar und der Tote von Gonneville

Commissaire Lagarde in Gefahr. Mit seiner Freundin Odette verbringt der ehemalige Elitekommissar Philippe Lagarde unbeschwerte Sommertage am Meer und genießt seinen Ruhestand. Doch plötzlich holt ihn sein Beruf wieder ein: Im Wald von Gonneville geschieht ein brutaler Mord. Ein Großindustrieller und seine Verlobte werden auf einem Hochsitz getötet. Sein ehemaliger Kollege bittet ihn um Hilfe. Offenbar hatte der Tote viele Feinde - alte Geschäftsfreunde und zahlreiche Exfrauen. Und wer ist das Mädchen, das plötzlich im Wald auftaucht? Dann gibt es einen weiteren Toten... Ein atmosphärischer Krimi mit französischem Flair.

Maria Dries wurde in Erlangen geboren und hat Sozialpädagogik und Betriebswirtschaftslehre studiert. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Fränkischen Schweiz. Schon seit vielen Jahren verbringt sie die Sommer in der Normandie.Im Aufbau Taschenbuch sind bisher ihre Krimis "Der Kommissar von Barfleur", "Die schöne Tote von Barfleur", "Der Kommissar und der Orden von Mont-Saint-Michel", "Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague" und zuletzt "Der Kommissar und der Tote von Gonneville" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841211439
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 3498 kBytes
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Der Kommissar und der Tote von Gonneville

Der Wald von Gonneville

F reitag, 31. Mai

Der Blutmond stand riesig über dem Horizont. Fast berührte er ihn. Die Dunkelheit im Jagdforst war von seinem glutroten Schein geprägt. Der Wald lag in der Nähe von Valognes in der nördlichen Normandie, eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft. Zwischen den imponierenden alten Baumbeständen aus Eichen, Buchen und Eschen stieg Nebel auf und verfing sich in den Zweigen. Durch das Hirschtal, das inmitten der weitläufigen Parzelle lag, wand sich ein Bach über glattgeschliffene Steine und eine grüne Moosdecke. Leises Plätschern war zu vernehmen. Auf einem Hang erhob sich düster ein Hochsitz. Ein farbenprächtig gefiederter Fasan ruhte auf seinem Schlafbaum. Er wurde von einem plötzlichen Rascheln geweckt. Hinter einem Mehlbeerstrauch trat eine Person hervor. Langsam und zielstrebig bewegte sie sich durch das Unterholz. Sie trug lodengrüne Kleidung und hatte einen Hut auf, dessen Zierfeder bei jedem Schritt wippte. An ihrem Gürtel, die Füße verschnürt, baumelten kopfüber zwei braunweiß gesprenkelte Rebhühner.

Aimée saß auf dem Beifahrersitz des großen schwarzen Geländewagens und starrte gelangweilt auf die Landschaft, die an ihr vorbeizog. Unter einem hohen, azurblauen, wolkenlosen Himmel erstreckten sich von Hecken umgrenzte Weiden, Gemüseäcker und Marschland. Ab und zu tauchte in der Ferne eine granitsteinerne Ansiedlung mit einem Kirchturm auf. Seit ihrer Abreise in Paris waren bereits mehr als vier Stunden vergangen. Charles hatte nur einmal an einer Autobahnraststätte kurz vor Caen eine Pause eingelegt, um zu tanken und rasch zwei Kaffee aus dem Automaten zu holen. Als sich bei Bayeux der Verkehr wegen eines Unfalls staute, hatte er gereizt reagiert. Er wollte am späten Nachmittag in seiner Jagdhütte eintreffen. Sie lag irgendwo in der Nähe von Valognes mitten im Wald. Aimée hatte bei seiner begeisterten Schilderung des einsam gelegenen Hauses, des ausgedehnten Jagdreviers und der stillen Friedlichkeit nicht richtig zugehört. Es interessierte sie nicht. Nur ihm zuliebe war sie mitgekommen. Sie würde an diesem Wochenende einen glamourösen Sektempfang, eine wilde Party auf einem Hausboot auf der Seine und eine Vernissage in einer angesagten Galerie im Künstlerviertel Belleville verpassen. Stattdessen würde sie in der Pampa festsitzen. Sie unterdrückte einen tiefen Seufzer. Ihr war heiß. Genervt schlüpfte sie aus den hochhackigen goldenen Sandalen und stemmte die bloßen Füße gegen das Armaturenbrett.

Charles, der den Wagen lässig mit einer Hand steuerte, drehte kurz den Kopf und blickte voller Besitzerstolz auf seine jüngste Eroberung. Seit drei Wochen waren sie verlobt. Seine Anwälte regelten die Scheidung von seiner dritten Ehefrau Caroline, die aufgrund beiderseitigen Einvernehmens in einigen Monaten rechtskräftig werden würde. Die fünfundzwanzigjährige Aimée war eine Schönheit, die vollkommen seinem Beuteschema entsprach. Sie hatte glatte rötliche Haare, die im Licht golden schimmerten. Auf seinen Wunsch hin trug sie die volle Mähne jetzt kinnlang geschnitten. Ihre Nase war fein, gerade und ein wenig breit. Die Augen groß und bernsteinfarben. Die vollen Lippen verlockend. An ihrem Finger funkelte der Ring, den er ihr zur Verlobung geschenkt hatte. Er war aus Platin gefertigt, mit fünf Diamanten besetzt und hatte ein kleines Vermögen gekostet. Aimée trug ein kurzes salbeigrünes Sommerkleid, dessen Ausschnitt ihre großen Brüste betonte. Die schlanken langen Beine schienen kein Ende zu nehmen.

"Wir sind bald da, mein Liebling", sagte er. "Du wirst staunen, wie schön es an der Nordküste der Halbinsel Cotentin ist. Freust du dich auf unser Wochenende?"

Seine Verlobte strahlte ihn an. "Ja, sehr, Charles. Es wird bestimmt wunderschön."

"Das glaube ich auch. Die Woche war anstrengend. Ich hatte viel Stress in der Firma. Wir machen es uns richtig gemütlich und entspannen uns."

"Das machen wir, Chéri."

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