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Der Kommissar von Barfleur Ein Kriminalroman aus der Normandie von Dries, Maria (eBook)

  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Kommissar von Barfleur

'Bonjour, Monsieur le Commissaire!' Philippe Lagarde, ein ehemaliger Kommissar, hatte eigentlich vor, sich in seinem malerischen Dorf Barfleur zur Ruhe zu setzen. Allenfalls wollte er seiner Freundin Odette beim Kochen helfen und vielleicht dann und wann aufs Meer hinausfahren. Doch als ein deutscher Student auf mysteriöse Weise verschwindet, ist Lagardes Hilfe gefragt. Er hat nur einen Hinweis: eine Postkarte von Barfleur, die der junge Mann vor seinem Verschwinden abgeschickt hat. Bald findet Lagarde die erste Spur - und eine Leiche ... Auch die malerische Normandie hat ihre gefährlichen Seiten - ein Kriminalroman mit besonderem Flair und Lokalkolorit. Maria Dries wurde in Erlangen geboren und hat Sozialpädagogik und Betriebswirtschaftslehre studiert. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Fränkischen Schweiz. Schon seit vielen Jahren verbringt sie die Sommer in der Normandie. Im Aufbau Taschenbuch sind bisher ihre Krimis "Der Kommissar von Barfleur", "Die schöne Tote von Barfleur", "Der Kommissar und der Orden von Mont-Saint-Michel", "Der Kommissar und der Mörder vom Cap de la Hague", "Der Kommissar und der Tote von Gonneville", "Der Kommissar und die Morde von Verdon", "Der Kommissar und die verschwundenen Frauen von Barneville", "Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse" sowie "Der Kommissar und das Biest von Marcouf" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841208330
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 2389 kBytes
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Der Kommissar von Barfleur

DIE WILDGÄNSE VON PIROU

D ie Straße verlief quer über die Halbinsel und führte sie im Hinterland kerzengerade durch eine hügelige Landschaft. Dichte, dunkle Wälder säumten den Weg, von dem hin und wieder eine Allee zu einem prachtvollen Herrenhaus führte. Früher hatte der Landadel dort gejagt. In Saint-Sauveur-le-Vicomte, im Herzen des Cotentin, passierten sie das imposante Schloss mit den beiden Ringmauern, dem Gefängnisturm und dem rechteckigen Bergfried. Die Festungsstadt hatte im Hundertjährigen Krieg eine bedeutsame Rolle gespielt.

Die Landschaft veränderte sich. Sie wurde flach, und Weideland, durchbrochen von Ackerflächen, aus denen Porreestangen ragten, erstreckte sich so weit das Auge reichte.

In Saint-Germain führten parallel verlaufende Stichstraßen, die Blumennamen trugen, zum Strand. Die breiten Hauptstraßen durchzogen den Ort diagonal und waren nach großen französischen Städten benannt. Sie bogen links in den Boulevard Bordeaux, dann rechts in den Ginsterweg. Das Haus der Familie Arnaud lag in der zweiten Reihe hinter den Dünen. Es herrschte Flut. Die Wellen donnerten gegen den Damm, dessen riesige Steinklötze den Wassermassen trotzten. Neben der Rettungsstation war die rote Flagge gehisst und flatterte im Westwind. Ein einsamer Schwimmer pflügte dennoch durch die brodelnde Gischt.

Silberpappeln, die sich am Ginsterweg aufreihten, bogen sich in den Böen, und die weißfilzige Unterseite ihrer dunkelgrünen Blätter glitzerte silbrig. Ein Möwenschwarm überflog die Häuser und schrie gegen den Wind an.

Sie parkten am Straßenrand und liefen über den Rasen zur Eingangstür. Im Garten standen ein Traktor und ein Boot auf einem Trailer. Wäsche wurde um die Leine gewirbelt, und Kinderfahrräder sowie Spielzeug lagen verstreut in der Auffahrt.

Lagarde klingelte. Eine junge, schwangere Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm öffnete. Hinter ihr versteckte sich ein etwa sechsjähriges Mädchen und klammerte sich an den Schürzensaum seiner Mutter.

Die Frau erkannte den Gendarm wieder und lächelte freundlich. "Sind Sie immer noch auf der Suche nach dem netten jungen Deutschen?"

"Guten Tag, Madame Arnaud. Leider ja. Dürfen wir eintreten?"

"Natürlich, gerne. Ich hatte gehofft, dass David in der Zwischenzeit wieder aufgetaucht ist. Jetzt mache ich mir wirklich Sorgen."

Sie führte ihren Besuch in die Küche und setzte den kleinen Jungen auf eine Decke. Seine Schwester gesellte sich zu ihm und begann aus bunten Bauklötzen einen Turm zu bauen. Mit ernstem Gesichtsausdruck sah er ihr zu.

"Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten?", fragte Madame Arnaud.

"O ja, sehr gerne", erwiderte Lagarde und stellte sich vor.

"Madame Arnaud, David Engelhardt hat fast den ganzen Juni bei Ihnen gewohnt. Warum ausgerechnet hier in diesem Ort? Verstehen Sie mich nicht falsch. Hier ist es wunderschön, aber doch recht ruhig und abgelegen. War ihm das nicht zu langweilig, ohne Disco, ohne Strandpartys?"

"David hat mir erzählt, dass er seine Ruhe haben will und Zeit zum Nachdenken braucht. Er hat sich hier sehr wohl gefühlt."

"Wie war er denn so?"

"Er war ein ganz lieber Kerl. Hilfsbereit, höflich, mit guten Manieren. Und ordentlich. Ich habe einmal in der Woche sein Ferienappartement geputzt und die Handtücher gewechselt. Das Geschirr war immer gespült, der Boden gefegt, und seine Kleidung hing im Schrank. Er sprach sehr gut Französisch. Wir sind prima miteinander ausgekommen."

"Was hat David denn den ganzen Tag gemacht?", wollte Roselin wissen.

"Als er ankam, machte er einen sehr traurigen Eindruck. Er unternahm lange Strandspaziergänge bei jedem Wetter, und er las viel. Er machte sich häufig Notizen in einem kleinen Buch, das er immer bei sich führte. Ich vermute, es war sein Tagebuch. Und er fotografierte viel, Landschaftsaufnahmen.

Einmal, als Sturm herrschte, lag er unter einer Plane auf den Dünen und macht

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