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Der Komponist Ein Lincoln-Rhyme-Thriller von Deaver, Jeffery (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.11.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Komponist

Er komponiert den Todeswalzer - zum Klang deiner letzten Atemzüge. Am helllichten Tag wird auf einer Straße in der New Yorker Upper East Side ein Mann überwältigt und entführt. Als einzige Spur bleibt am Tatort ein Galgenstrick in Miniaturgröße zurück. Kurz darauf sorgt ein Video im Internet für Aufsehen: Man sieht live dabei zu, wie dem aufgehängten Opfer langsam die Luft abgeschnürt wird. Seine verzweifelten Atemzüge bilden den Hintergrund zu einem düsteren Musikstück. Als in Neapel eine ähnliche Entführung stattfindet, reisen der Forensikexperte Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs nach Italien und nehmen die Verfolgung auf. Denn solange der Täter nicht gefasst ist, wird die Musik des Grauens nicht verklingen ... Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die kongeniale Verfilmung seines Romans Die Assistentin unter dem Titel Der Knochenjäger (mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen) war weltweit ein sensationeller Kinoerfolg und hat dem faszinierenden Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs eine riesige Fangemeinde erobert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 26.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222338
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Lincoln Rhyme .13
    Originaltitel: The Burial Hour (Lincoln Rhyme 13)
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Der Komponist

2

"Grönland."

Lincoln Rhyme starrte aus dem Salonfenster seines Stadthauses am Central Park West. In seinem unmittelbaren Blickfeld gab es zwei Objekte: einen komplizierten Gaschromatographen von Hewlett-Packard und, draußen vor dem großen Fenster aus dem neunzehnten Jahrhundert, einen Wanderfalken. Diese Raubvögel waren in der Stadt keine Seltenheit, denn es gab hier für sie reichlich Beute zu holen. Doch es war außergewöhnlich, dass sie so weit unten nisteten. Rhyme, so unsentimental, wie ein Wissenschaftler nur sein konnte - vor allem ein Kriminalforensiker wie er -, empfand die Anwesenheit der Tiere gleichwohl auf kuriose Weise als tröstlich. Im Laufe der Jahre hatte er sein Zuhause mit mehreren Generationen von Wanderfalken geteilt. Im Augenblick war Mom hier, ein prachtvolles Exemplar mit herrlichem braungrauen Federkleid, dessen Schnabel und Fänge wie Geschützbronze glänzten.

Eine ruhige, belustigte Männerstimme meldete sich zu Wort. "Nein. Du kannst mit Amelia nicht nach Grönland fahren."

"Warum nicht?", fragte Rhyme herausfordernd Thom Reston. Der schlanke, aber kräftige Mann war ungefähr genauso lange sein Betreuer, wie außen an dem alten Gebäude die Falken nisteten. Als Querschnittsgelähmter hatte Rhyme von den Schultern abwärts so gut wie keine Kontrolle über seinen Körper, und Thom ersetzte ihm nicht nur Arme und Beine, sondern war sehr viel mehr für ihn. Rhyme hatte ihn schon häufig gefeuert, Thom genauso oft von selbst gekündigt, und doch war er noch da und würde, das wussten beide tief im Innern, auch weiterhin bleiben.

"Weil ihr euch einen romantischen Ort aussuchen müsst. Florida, Kalifornien."

"Klischee, Klischee, Klischee. Da können wir ja gleich zu den Niagarafällen fahren." Rhymes Stirn legte sich in Falten.

"Was stimmt nicht mit denen?"

"Das würdige ich nicht mal einer Antwort."

"Und was sagt Amelia dazu?"

"Sie hat es mir überlassen. Was ziemlich ärgerlich war. Weiß sie denn nicht, dass ich mir über wichtigere Dinge den Kopf zerbrechen muss?"

"Du hast doch neulich die Bahamas erwähnt. Du wolltest noch mal dorthin, hast du gesagt."

"Zu dem Zeitpunkt war das auch so. Jetzt ist es das nicht mehr. Kann man denn nicht mal seine Meinung ändern? Das ist doch wohl kein Verbrechen."

"Was ist der wahre Grund für Grönland?"

Rhymes Gesicht - mit der vorstehenden Nase und Augen wie Pistolenmündungen - hatte selbst etwas Raubtierhaftes, ähnlich wie die Vögel. "Was soll das denn heißen?"

"Könnte es sein, dass es einen praktischen Anlass für deinen Wunsch gibt, nach Grönland zu reisen? Einen beruflichen Anlass? Einen zweckdienlichen Anlass?"

Rhyme schaute zu der Flasche Single Malt Scotch, die knapp außerhalb seiner Reichweite stand. Er war zum größten Teil gelähmt, ja. Doch dank operativer Eingriffe und täglichen Trainings konnte er seinen rechten Arm und die Hand wieder eingeschränkt bewegen. Auch das Schicksal hatte geholfen. Der Balken, der ihm vor vielen Jahren an einem Tatort ins Genick gefallen war und dabei diverse Nervenstränge durchtrennt und gequetscht hatte, hatte einige am Rande liegende Nervenverbindungen intakt gelassen, wenngleich verletzt und beeinträchtigt. Rhyme konnte daher Gegenstände greifen - wie eine Flasche Single Malt Scotch, um ein beliebiges Beispiel zu wählen -, aber er konnte nicht aus seinem komplizierten Rollstuhl aufstehen und sie sich holen, falls Thom mal wieder Kindermädchen spielte und sie außerhalb seiner Reichweite hinstellte.

"Es ist noch keine Cocktailstunde", verkündete der Betreuer, dem der Blick seines Chefs auffiel. "Also, Grönland? Raus damit."

"Es wird unterschätzt. Heißt 'grünes Land', obwohl es weitgehend unfruchtbar ist. Überhaupt nicht grün. Und im Vergleich dazu Island, das 'Eisland'? Ziemlich grün. Die Ironie gefällt mir."

"Das ist keine Antwort."

Rhyme seufzte. Es gefiel ihm n

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