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Der Kreis Kriminalroman von Naber, Sabina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.01.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Der Kreis

Wiens Nationalheiligtum, der Wienerwald, steht in Flammen. Dilettantisch wurde der unbescholtene Bauunternehmer Gottlieb Hartleben nach seiner Ermordung angezündet. Kommissarin Maria Kouba stochert erst im Dunkeln, da niemand etwas gegen das Opfer gehabt zu haben scheint. Erst als sie Ihre eigene dunkle Seite entdeckt und von ihrem neuen Liebhaber in die SM-Szene eingeführt wird, kommt sie einem tiefschwarzen Geheimnis auf die Spur.

Sabina Naber absolvierte ihr Studium in Wien und blieb seitdem der Donaumetropole treu. Nach Stationen als Regisseurin, Journalistin und Drehbuchautorin veröffentlichte sie 2002 ihren ersten Roman. Eine ihrer zahlreichen Kurzgeschichten, 'Peter in St. Paul' (Milena-Verlag), wurde 2007 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Ihr Krimi 'Marathonduell' war für den nominiert für den Leo-Perutz-Preis 2013 nominiert. Sie fungiert auch als Herausgeberin von Anthologien und arbeitet seit Kurzem als Trainerin (www.giblautwerdedu.at); Details siehe www.sabinanaber.at.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 373
    Erscheinungsdatum: 07.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783734992247
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 1879kBytes
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Der Kreis

Zwei

Das Erste, was Maria registrierte, war der angenehme Geruch nach feuchter Erde. Dann der unangenehme Geruch nach zu viel Zigaretten und Alkohol aus ihrem eigenen Mund. Schlagartig waren die Bilder des Vorabends wieder da. Doch Maria suchte vergebens nach etwas, das ihr wohliges Gefühl gestört hätte. Sie fühlte sich ausgeschlafen, überraschend kopfschmerzfrei und sehr lebendig. Nastrowje. Oliver hatte Recht. Für guten Sex war Liebe nicht notwendig. Aber für einen entspannten Tag ein ausgeglichener Hormonhaushalt. Ein Blick auf den Wecker zeigte Maria, dass sie vor der Zeit wach geworden war. Umso besser, so musste sie nicht ins Präsidium hetzen, konnte in Ruhe frühstücken und davor ausgiebig duschen. Ein neuer Tag. Die Anspannung war weg, jetzt konnte sie konzentriert nach diesem Dilettanten von der Himmelwiese suchen. Das würde ohnehin kein leichtes Unterfangen sein. Die Feuerwehrmänner gestern, die hatten gemauert, das war klar. Maria kletterte vom Hochbett herunter und betrachtete zufrieden den massiven Regen vor ihrem Fenster. Die Katastrophe war vorbei, die Gemüter würden sich beruhigen, der Großteil des Waldes war gerettet. Jack trabte zufrieden neben ihr her in die Küche - eine Nacht bei Frauchen im Bett, und er war der entspannteste Kater der Welt. Nein, mein Freund, so nicht. Maria nahm lieber wieder das tägliche Terror-Gemaunze in Kauf als Milliarden von Katzenhaaren im Bett. Sie musste sich dringend um die Reparatur des Fensters kümmern. Läuten. Um diese Uhrzeit? Sicher nur ein Zettelverteiler. Wieder Läuten. Elsa an der Gegensprechanlage.

"Mary-Maus, tut uns Leid, komm, lass uns rauf."

Maria drückte die Taste. Wer war wir? Hatte Elsa die Nacht durchgemacht und es lustig gefunden, jetzt Maria mit einem Frühstücksbesuch zu nerven? Maria schlüpfte schnell in ihre Jeans, die gemeinsam mit den anderen Kleidungsstücken noch genauso am Küchenboden lag, wie sie von ihnen in der Nacht fallen gelassen worden war. Hastig schmiss sie das restliche Zeug ins Kabinett. Ein Blick in den Spiegel - annehmbar. Mund ausspülen. Die Glocke an der Wohnungstür. Maria wuschelte noch geschwind die Haare zu einem Knoten zusammen. In Elsas Frühstückspaket musste als Entschädigung zumindest Lachs enthalten sein. Sie öffnete und sah eine angespannte und forsche Elsa, hinter ihr ein Häufchen Elend.

"Du musst ihn aufnehmen, Mary. Bitte."

"Was ist? Was ist los?"

"Michael. Du musst ihn aufnehmen. Bei mir wird ihn der Alex suchen. Bitte. Ein paar Tage nur. Bitte, bitte, bitte, Mary-Maus. Dann finden wir schon eine Wohnung."

Maria besah sich das Häufchen Elend. Michael. Irgendwie kam ihr das Gesicht bekannt vor. Bei Elsas riesigem Bekanntenkreis war es allerdings nicht so leicht, sich jeden Menschen zu merken. Michael war eigentlich ganz hübsch, wenn da nicht das blaue Auge wäre. Und die aufgeplatzte Lippe. Um die linke Hand hatte er einen Verband, der nach Hausapotheke aussah. Elsa verfolgte Marias Blick.

"Ja, es ist das, wonach es aussieht. Komm, lass uns rein."

"Ja - klar - bitte."

Elsa schob Michael in die Wohnung, dann holte sie seine Tasche herein. Er stand einfach nur da.

"Es tut mir Leid, dass wir - ich dir - solche Umstände - mache. Ich weiß nur nicht - nur nicht - wohin - wohin ..."

Seine Stimme brach. Elsa nahm ihn beschützend in den Arm und strich ihm so beruhigend über den Kopf, wie sie es gestern noch bei Maria getan hatte. Michael schüttelte es vor Weinen. Doch plötzlich entwand er sich aus Elsas Armen, zog den Rotz in di

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