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Der Läufer Schweden Krimi Neuerscheinung 2019 von Ullberg Westin, Gabriella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2019
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
11,99 €
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Der Läufer

Ein Mordfall, der erstaunliche Prallelen aufweist zu einem Vermisstenfall von 20 Jahren - damals verschwand die große Liebe des Ermittlers Johan Rokka spurlos Eine junge Frau wird am Abend ihrer Abiturfeier mit aufgeschlitzter Kehle auf dem Köpmanberg gefunden. Kriminalinspektor Johan Rokka ist geschockt, denn auch seine erste große Liebe Fanny verschwand vor zwanzig Jahren am Abend ihrer Abiturfeier. Sie wurde zuletzt auf dem Köpmanberg gesehen. Zufall? Oder hängen die beiden Verbrechen zusammen? Rokka ermittelt, doch er merkt bald, dass sein Tun überwacht wird. Hat jemand bei der Polizei ein Interesse, ihn an seiner Arbeit zu hindern? Und dann wird er offen bedroht. Ist ihm die Aufklärung des Falls sein Leben wert? "Ein spannender Roman, der kriminalistische Elemente sehr gut mit psychologisch, menschlichen Aspekten verbindet." IN Kiel Gabriella Ullberg Westin stammt aus der nordschwedischen Stadt Hudiksvall, wo auch ihre Protagonisten leben. Sie studierte Modedesign und Kommunikation und arbeitete für eine der größten Telefongesellschaften Schwedens, bevor sie sich vollzeit dem Schreiben widmete. Sie lebt heute in Stockholm, ist verheiratet mit einem Polizisten und Mutter von zwei Kindern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 01.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959677820
    Verlag: HarperCollins
    Serie: Johann Rokka 2
    Originaltitel: Springpojken
    Größe: 2479 kBytes
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Der Läufer

1

Tindra Edvinsson schloss die Tür hinter sich und warf ihre weiße Abiturientenmütze aufs Bett. Den ganzen Tag lang war Hudiksvall vom Regen verschont geblieben, aber nun fielen dicke Tropfen gegen die Fensterscheibe. Eine Weile stand Tindra still da und lauschte dem Geprassel. Der Lärm ihrer eigenen Abiturfeier verblasste dabei zu einem gedämpften Gemurmel im Hintergrund.

Sie schmunzelte. Keiner hatte etwas einzuwenden gehabt, als sie erklärt hatte, sie wolle sich für den Ball am Abend noch zurechtmachen. Ihre Mutter war mit den Gästen vollauf beschäftigt gewesen, und ihr Vater hatte sich wie gewohnt bereits um acht Uhr schlafen gelegt. Mit der Ausrede, er sei müde. Tindra wusste, dass er heimlich die Sportsendung schaute, im Schlafzimmer stand nämlich ein Fernseher. Schließlich konnte jederzeit ein Freistoß ins Tor gehen. Tindra konnte nicht verstehen, dass ihre Mutter diese Lüge schluckte, und das Abend für Abend. Aber vielleicht durchschaute sie ihn. Vielleicht hatte sie gar nichts dagegen, dass er verschwand.

Und dann der liebe Opa Bernt, der ihr Geld geschenkt hatte, damit sie sich genau die Kleider kaufen konnte, die ihr gefielen: das kurze weiße, das sie tagsüber getragen hatte, und ein langes hellblaues für den Ball am Abend. Ganz kurz verspürte sie ein schlechtes Gewissen, als sie das Abendkleid auf dem Bügel betrachtete. Zärtlich fuhr sie über den glänzenden Stoff, bevor sie es behutsam ganz nach hinten in den Kleiderschrank hängte. Heute Abend würde sie es nicht tragen.

Sie scrollte die Flut an Bildern auf Instagram durch, wo die Klassenkameraden Selfies posteten, während sie sich für den Abend schick machten. Ohne sie. Ihr Hals schnürte sich zu. Würden sie sie vermissen? Wohl eher nicht, wenn sie an die Ereignisse der letzten Wochen dachte. Sie legte das Handy zur Seite und schlüpfte aus dem weißen Kleid und der Unterwäsche.

Sie betrachtete sich selbst im Spiegel, zupfte dabei ihre blonden Locken zurecht. Dann legte sie den Kopf ein wenig schief und formte einen Kussmund.

Noch einmal rief sie seine Nachricht auf Facebook auf und sah ihn vor sich. Sein Lächeln. Seine dunklen Augenbrauen und das strubbelige Haar, das ihm immer wieder störrisch ins Gesicht fiel. Ein letztes Mal las sie seine kurzen Zeilen, dann war es Zeit, sich anzuziehen. Aus der untersten Schublade der Kommode holte sie die Unterwäsche heraus, presste sie ans Gesicht und atmete ein. Schwarze Spitze, die frisch und neu duftete. Das schwarze Kleid, das sie immer bei ihren Cheerleader-Auftritten trug, machte ihr Outfit perfekt. Sie griff nach den hohen Schuhen und trat ans Fenster.

Der Regen peitschte gegen die Scheibe. Sie würde nass werden, aber das war ihr egal. Ein Stück weiter hinten in der Straße erkannte sie den Wagen. Seinen Wagen. Sie öffnete das Fenster, kletterte aufs Fensterbrett und ließ sich hinunter auf den Rasen gleiten.

Auf dem Fußweg blieb sie kurz stehen, um ein paar Autos vorbeizulassen. Sie fuhren im Schneckentempo vorüber. Tindra fluchte. Einer der Fahrer musterte sie von Kopf bis Fuß, während er sie passierte. Sie warf ihm einen wütenden Blick zu. Hatten die Leute nichts Besseres zu tun, als zu glotzen?

Als die Straße endlich frei war, rannte sie so schnell sie konnte, öffnete die Beifahrertür und ließ sich auf dem Sitz nieder.

"Wohin fahren wir denn?", fragte sie, während sie sich anschnallte. In ihrem Magen kribbelte es vor lauter Vorfreude, und sie spürte die Erregung.

"Ssschh", sagte er und legte den Finger an die Lippen. "Es ist spannender, wenn wir nicht reden."

"Ich mach dich fertig, du Idiot!"

Der Typ mit dem Goldring im Ohr schleuderte die Worte heraus, und mehr war nicht nötig, dass Eddie Martinsson jede Hemmung verlor. Eddie hatte diesen Typen schon mal gesehen, abends vor der Schule, als der Kerl mit seinen Leuten ein paar Jungs, die neu in der Klasse waren, die Handys abnahm.

Eddie zog seine Kappe

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