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Der letzte Tag Kriminalroman. Ein Fall für Inspector Morse 13 von Dexter, Colin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2019
  • Verlag: Unionsverlag
eBook (ePUB)
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Der letzte Tag

Der Tod von Yvonne Harrison beschäftigt das Thames Valley Police Department bereits seit einem Jahr. Gefesselt und geknebelt starb sie auf ihrem eigenen Bett, und alles deutet darauf hin, dass sie sich freiwillig in diese Lage begab. Anonyme Anrufe bringen neue Bewegung in den Fall - ein Rätsel, wie geschaffen für Inspector Morse. Doch aus unerklärlichen Gründen wehrt er sich dagegen, den Fall offiziell zu übernehmen. Sein langjähriger Partner Sergeant Lewis quält mehr und mehr der Verdacht, dass der große Morse ein dunkles Geheimnis hat. Colin Dexter (1930-2017) studierte Klassische Altertumswissenschaft und war erst als Oberstufenlehrer und anschließend als Prüfer an der Oxford-Universität tätig. 1973 schrieb er Der letzte Bus nach Woodstock. Es folgten dreizehn weitere Fälle für Inspector Morse, die als Fernsehserie verfilmt wurden. Seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mehrmals mit dem CWA Gold Dagger. Für sein Lebenswerk wurde Dexter mit dem CWA Diamond Dagger und dem Order of the British Empire für Verdienste um die Literatur ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 02.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293310360
    Verlag: Unionsverlag
    Serie: UT 20844
    Originaltitel: The Remorseful Day
    Größe: 3082 kBytes
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Der letzte Tag

2

Wenn Napoleon sein Adlerauge über die Liste der zur Beförderung vorgeschlagenen Offiziere wandern ließ, pflegte er neben bestimmten Namen am Rand zu vermerken: "Aber hat er auch eine glückliche Hand?"

Felix Kirkmarkham, The Genius of Napoleon

I ch störe doch nicht?"

Morse antwortete nicht direkt auf die Frage, aber für die meisten seiner Zeitgenossen wäre die schicksalsergebene Miene Antwort genug gewesen.

Für die meisten seiner Zeitgenossen.

Er war genötigt, die Tür bis zum Anschlag aufzumachen, damit sein unerwarteter Besuch durch die relativ schmale Öffnung passte.

"Ich störe doch nicht ..."

"Nein, nein. Es ist nur ..."

"Also, ganz ehrlich, alter Freund ..." Chief Superintendent Strange horchte mit schief gelegtem Kopf zum Wohnzimmer hin. "Ob ich Sie störe, ist mir verdammt egal. Mir wars nur unangenehm, dem alten Schubert in die Quere zu kommen."

Wie schon so oft im Lauf ihrer Bekanntschaft ertappte sich Morse dabei, dass er seine Meinung über den Mann revidieren musste, der jetzt geräuschvoll schnaufend seinen mächtigen Leib auf einem Sessel unterbrachte und bequem zurechtrückte.

Morse hatte sich längst abgewöhnt, Strange nach Getränkewünschen zu fragen. Wenn Strange Alkoholisches oder auch Nichtalkoholisches zu trinken wünschte, pflegte er das sofort und ohne Umschweife kundzutun.

"Ist das Single Malt, was Sie da trinken, Morse?"

Erst nachdem Morse das Glas seines Besuchers einmal und noch ein zweites Mal gefüllt hatte, kam Strange auf den Zweck seines abendlichen Besuchs zu sprechen.

"Die Zeitungen - sogar die Boulevardblätter - haben mich mal wieder groß rausgebracht. Haben Sie die gestrige Times gelesen?"

"Ich lese nie die Times. "

"Was? Das verdammte Blatt liegt doch da drüben auf dem Couchtisch!"

"Nur wegen des Kreuzworträtsels. Und der Leserbriefe."

"Nicht wegen der Todesanzeigen?"

"Die überfliege ich allenfalls."

"Um festzustellen, ob Sie drinstehen?"

"Um festzustellen, ob Jüngere als ich dabei sind."

"Wie bitte?"

"Wenn sie jünger sind als ich, habe ich - das hat mir mal ein Statistiker erklärt - eine etwas bessere Chance, älter zu werden als der Durchschnitt."

"Hm." Strange nickte, schien aber nicht ganz bei der Sache zu sein. "Haben Sie Angst vor dem Tod?"

"Ein bisschen schon."

Strange griff unvermittelt nach seinem zweiten Scotch und kippte ihn in einem Zug hinunter, wie ein Besucher der russischen Botschaft den Begrüßungswodka.

"Und wie stehts mit Fernsehen, Morse? Haben Sie gestern Abend die Nachrichten aus dem Südosten gesehen?"

"Ich habe zwar einen Fernseher und auch einen Videorekorder, aber irgendwie komme ich nie dazu, den Kasten anzustellen, und mit dem Videorekorder schlage ich mich mehr schlecht als recht herum."

"Und wie wollen Sie dann durchschauen, was draußen in der großen weiten Welt vorgeht? Von Ihnen wird erwartet, dass Sie wissen, was läuft. Als Kriminalbeamter, Morse ..."

"Ich informiere mich über den Rundfunk ..."

" Rundfunk! Seit dreißig Jahren sagt jeder vernünftige Mensch 'Radio'."

Morse nickte unbestimmt, aber Strange fuhr schon fort: "Bloß gut, dass ich das hier mitgebracht habe."

Morse hätte ihn gern darauf hingewiesen, dass auch aufmerksame Times- Leser durchaus in den Geruch einer gewissen Rückständigkeit kommen konnten, hielt dann aber doch lieber den Mund und las langsam und konzentriert den fotokopierten Artikel, den Strange ihm in die Hand gedrückt hatte. Morse las immer langsam.

MORDDEZERNAT SUCHT ANONYMEN ANRUFER

Ein anonymer Anrufer lieferte der Polizei Informationen, welche zur Ergreifung des Mö

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